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Gemeinschaftsausstellung "Ökologische Stadt"

05. Februar 2010

Stadtmuseum, Umweltamt und Planungsamt präsentieren gemeinsame Ausstellung

Das Stadtmuseum, das Umweltamt und das Planungsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf haben gemeinsam eine Ausstellung zum Thema Ökologie erarbeitet. Mit 270 Artefakten der Stadtgeschichte bis zur Gegenwart wird versucht, den Begriff "Ökologische Stadt" beispielhaft für Düsseldorf als europäische Stadt zu illustrieren.

Prognosen Stadtentwicklung
Blick in die Ausstellung, Abteilung "Prognose"
Foto: © Andreas Schiblon, LVR-Zentrum für Medien und Bildung.

Dazu dienen Gemälde, Fotografien, Pläne, Modelle, Grafiken, Statistiken, Zeitungsartikel, Archivalien, Filme und Tonaufnahmen, die von zahlreichen Vorträgen, Workshops und Aktionen begleitet werden. Vor historischem Hintergrund will die Ausstellung dazu beitragen, den Umgang mit den Ressourcen Wasser, Boden und Luft zu diskutieren.

Ressource Boden

Was wäre die Erde, was wären damit auch Städte ohne die Ressourcen Boden, Wasser, Luft? Sie gelten für viele Menschen als selbstverständlich und werden seit jeher ausgebeutet. Oft nur als "Dreck unter unseren Füßen" verstanden, stellen die Böden eine wichtige Ressource als Filter und Puffer im Wasserkreislauf dar, haben eine bedeutende Funktion für den Klimaschutz und sind die Lebensgrundlage für Pflanzen und Tiere. Lange Zeit stand neben der Bereitstellung von Flächen für die Stadtentwicklung auch in Düsseldorf die "Rohstoffgewinnung" bei der Nutzung der Böden im Vordergrund. Sie lieferten Lehm für die Ziegelindustrie und Sand und Kies zur Herstellung von Baumaterialien. Wie ein Gürtel umgaben die Abgrabungsflächen die Innenstadt. Einige sind im Stadtgebiet noch zu erkennen und wie der Unterbacher See heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Doch sehr viel häufiger wurden die Abgrabungen später als billige Kippen zur Beseitigung von Bauschutt, Haus- und Industriemüll genutzt.

Modell Siegerentwurf Aurelis
Modell des städtebaulichen Siegerentwurfes (Ausschnitt), 2000.
© aurelis Real Estate GmbH & Co. KG.

In den 1970er-Jahren lagen viele der zentralen Industrieflächen brach. Schon früh erkannte man in Düsseldorf die Chance, durch die Wiedernutzbarmachung dieser Brachen einerseits die Innenentwicklung zu stärken und andererseits Freiflächenschutz zu betreiben. Als eines der größten Flächenrecyclingprojekte begannen Mitte der 80er-Jahre Rückbau, Sanierung und Neunutzung zum Beispiel des ehemaligen Mannesmann- Röhrenwerkes im Lierenfeld. Die konsequente Wiedernutzung von Brachflächen hat maßgeblich dazu geführt, dass heute noch rund 30 Prozent des Stadtgebietes als unbesiedelte Freiflächen mit Acker, Grünland und Wald erhalten sind.

Ressource Luft

Im ausgehenden Mittelalter wurden als Quelle von Luftbelastungen vor allem Verunreinigungen durch organische Stoffe angesehen - wie der Geruch von Kadavern, Kloaken und der Hausbrand. Durch die Industrialisierung rückten zu Beginn des 19. Jahrhunderts Emissionen aus Fabriken und Manufakturen in den Fokus der Betrachtung: Eisen und Stahl verarbeitende Betriebe, chemische Industrie, Ziegeleien, Glas- und Papierherstellung.

Blick in die Ausstellung

Düsseldorf entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert im innerstädtischen Bereich zu einer Verwaltungsmetropole, während in den Randbezirken größere Industriegebiete entstanden. Die räumliche Trennung von Wohnen, Verwaltung und Industrie ist zu einer der wesentlichen Ursachen für innerstädtische Luftbelastungen geworden. In der autogerechten Stadt stellt der zunehmende Autoverkehr bis heute eine der größten Schadstoffquellen für die Luft in der Innenstadt dar. Maßnahmen wie eine neue Lkw-Führung in der Innenstadt und die Umweltzone sollen die Situation verbessern.

Ressource Wasser

Im Gegensatz zum stadtbildprägenden Rhein ist die Düssel heute häufig nicht mehr sichtbar: Mit zunehmender Ausdehnung und Besiedlung der Stadt hatte sie durch Begradigung oder sogar Verlegung in den Untergrund weichen müssen. Es ist nicht möglich, alle Eingriffe in ihre Gewässerstruktur rückgängig zu machen. Einzelne Abschnitte wurden und werden jedoch wieder naturnah ausgebaut. So verfolgen Stadtplanung und Wasserbau gemeinsam das Ziel, die Qualität öffentlicher Räume durch die Einbeziehung von Gewässern zu stärken und eine ökologische Verbesserung zu erreichen.

Das Grundwasser ist eine der Grundlagen der Wasserversorgung. Im Mittelalter holten sich die Einwohner ihr Trinkwasser zumeist über Brunnen aus dem Grundwasser. Die räumliche Nähe von Brunnen und Aborten brachte Verunreinigungen des Wassers mit sich und war Ursache für zahllose Epidemien.

Im Zuge des Bevölkerungswachstums im 19. Jahrhundert entwickelte der Stadtrat erstmals so etwas wie einen "Masterplan Wasserversorgung", machte sie zur Aufgabe öffentlicher Daseinsfürsorge: Düsseldorf erhielt sein erstes Wasserwerk, Wassergewinnung und -verteilung wurden nun zentral gesteuert. Die zunehmenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse über die Zusammenhänge von Wasserverunreinigung und Krankheiten führten zur Verbesserung von Abwasserentsorgung und dem Bau zentraler Wassergewinnungsanlagen. Heute sollen Wasserschutzzonen das Einzugsgebiet dieser Einrichtungen vor schädlichen Einflüssen auf das Grundwasser bewahren.

Hintergrund-Informationen

Die Ausstellung "Ökologische Stadt" wird vom 6. Februar bis 2. Mai im Stadtmuseum, Berger Allee 2, gezeigt. Sie ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt 1.50 Euro.

Weitere Informationen, Anmeldung für Veranstaltungen:
Stadtmuseum Düsseldorf

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10. Februar 2012 | 08:19 Uhr

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