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Ausstellung ruft zur "Papierwende" auf

09. Februar 2010

Umweltamt holt die Schau nach Düsseldorf/Lokale Agenda: Zukunftsfähig mit Recyclingpapier

Für die Verwendung von Recyclingpapier wirbt eine Ausstellung, die das Umweltamt der Landeshauptstadt und Aktive der Lokalen Agenda nach Düsseldorf geholt haben. Die Schau mit dem Titel "Zukunftsfähig mit Papier" ist bis zum 20. April im Pädagogischen Zentrum des Max-Weber- und des Walter-Eucken-Berufskollegs, Suitbertusstraße 163 - 165, zu sehen. Öffnungszeiten sind montags bis freitags 8 bis 18 Uhr.

Führung durch die Ausstellung "Papierwende"
Führung durch die Ausstellung
Foto: © Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

Die Initiative, die Ausstellung nach Düsseldorf zu holen, ging vom Fachforum III - Ressourcenschonung - und dem Netzwerk Bildung für eine nachhaltige Entwicklung der Lokalen Agenda aus. Das Thema Papierverwendung wird darin beeindruckend in Szene gesetzt. Gleichzeitig macht die Schau auf die Folgen des oft gedankenlosen Papierverbrauchs aufmerksam. "Wir wollen längst überholten Vorurteilen gegen Recycling-Papier zu Leibe zu rücken und die Umstellung auf die umweltfreundliche Alternative ankurbeln", unterstreicht Dr. Hans-Jürgen Klüppel vom Fachforum III der Lokalen Agenda.

Das Ausstellungsdesign ist außergewöhnlich: Die Informationen finden sich auf einer schier endlosen Papierbahn, die durch senkrecht stehende Druckerpressen zu laufen scheint. Sandsäcke versuchen, die Werbeflut einzudämmen, beim Gewichtheben kann der eigene Verbrauch an Journalpapieren gestemmt werden, ein Klassensatz Schulhefte muss mit der für die Herstellung benötigten Holzmenge aufgewogen werden, beim Blick in eine Papp-Plantage können Tiere und Pflanzen entdeckt werden, deren Lebensraum durch endlose Stangenwälder ersetzt wurden, die den Rohstoff für gigantische Papierfabriken liefern. An Mikroskopen erfährt der Besucher als Papierdetektiv, woran Papierfasern unterschieden werden können, und an ungewöhnlichen Stellen - in einer überdimensionalen Toilette oder einem Siegeldschungel - finden sich Tipps, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, den Umgang mit Papier zukunftsfähiger zu gestalten. Ziel ist, den "Anteil des umweltfreundlichen Recyclingpapiers in Schulen, Büros und Haushalten zu erhöhen", sagt Klaus Kurtz, Koordinator des Bildungsnetzwerks und fügt hinzu: "Ohne Komforteinbuße ist hier ein Beitrag zu Wald- und Klimaschutz möglich."

Der Papierverbrauch in Deutschland steigt rasant: Seit 1950 hat er sich versiebenfacht. Heute sind die Deutschen die weltweit drittgrößten Papiernutzer. Mit verheerenden Konsequenzen: Noch immer werden für die Papierherstellung einzigartige Urwälder zerstört oder nach und nach in monotone Holzplantagen verwandelt.

Blick in die Ausstellung "Papierwende"

Doch statt Recycling-Gedanken geistern alte Vorurteile durch die Köpfe: Altpapier sei grau, zu teuer und ungeeignet für die guten Drucker und Kopierer. Auch der Energieverbrauch zur Herstellung von Frischfaserpapier ist deutlich höher als der für Recyclingpapier nötige Energieeinsatz, im Durchschnitt dreimal so hoch. Entsprechend belastender für das Klima ist der Kohlendioxid-Ausstoß der Frischfaserpapierherstellung.

Die Ausstellung ermöglicht allen Interessierten, sich aktuell und umfassend zum Thema Papier und Recyclingpapier zu informieren. Für Schulklassen und andere Interessentengruppen werden Führungen durch die Ausstellung angeboten. Anmeldungen für Führungen nimmt das Umweltamt per E-Mail an Klaus.Kurtz@duesseldorf.de entgegen.



Hintergrund: Recyclingpapier

Für den Einsatz von Recycling-Papier sprechen erhebliche Vorteile: Er verringert den Energie- und Wasserverbrauch sowie das Abfallaufkommen in erheblichem Umfang. Sechs Blatt Recyclingpapier sparen rund einen Liter Wasser gegenüber Frischfaserpapier. 1.000 Blatt Recyclingpapier sparen so viel Energie wie 70 Computer inklusive Flachbildschirm an einem Tag verbrauchen. Jeder fünfte Baum weltweit wird für die Papierproduktion gefällt. Die Verwendung von Recyclingpapier schützt also die Wälder dieser Erde und trägt darüber hinaus zum Klimaschutz bei.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat beschlossen, Recyclingpapier zum Standard für den internen Bedarf zu erheben. Broschüren und Faltblätter werden zum Teil auf 100 Prozent Recyclingpapier gedruckt. Die Stadt will damit als Vorbild auch Firmen, Verbänden, Kirchengemeinden zur Umstellung motivieren.


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10. Februar 2012 | 08:18 Uhr

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