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Tier des Monats Juni: Die Honigbiene

Wissenswertes über die nützlichen Summer

Nach dem Wanderfalken im April und dem Mauersegler im Mai ist die Honigbiene das erste Insekt in der Reihe "Tier des Monats".

Die Honigbiene ist eines der ältesten "Haustiere" des Menschen und wahrscheinlich das unauffälligste. Dabei nutzt sie uns auf mannigfaltige Art und Weise: Bei der Bestäubung von Obstbäumen ist sie nahezu unentbehrlich, als Lieferantin von Honig, Pollen oder Bienenwachs nicht wegzudenken. Und auch ihre Lebensweise macht sie interessant.

Umweltdezernentin Charlotte Nieß-Mache stellte das Tier des Monats Juni auf dem Gelände der städtischen Landschaftspflegestation Hexhof in Düsseldorf-Gerresheim vor. Von hier aus werden 600 Biotope wie Feldgehölze, Hecken oder Feuchtgebiete durch ein Team von Fachleuten betreut und hier arbeitet auch ein Imker. Auf den blütenreichen Wiesen am Hexhof lassen sich Bienen gut beobachten.

Die Honigbienen sammeln Nektar und Pollen. Pollen sind der Blütenstaub, Nektar wird im Bienenstock zu Honig verarbeitet. Erst der Nektar vieler hundert Blüten füllt den Honigmagen einer Arbeitsbiene. Für die Produktion von einem Kilogramm Honig sind etwa 40.000 Sammelflüge erforderlich, wobei rund 60 Millionen Blüten besucht werden. Die Bienen eines Volkes legen eine Strecke zurück, die dem dreifachen Erdumfang entspricht. Ein Bienenvolk kann bis zu 50 kg Honig in einem Sommer sammeln. Jährlich werden in Deutschland von etwa 1,2 Millionen Bienenvölkern 20.000 bis 25.000 Tonnen Honig erzeugt.

Darüber vergisst man leicht einen noch größeren Nutzen unserer Honigbiene: Sie ist die wirkungsvollste Tierart für die Bestäubung der meisten heimischen Blütenpflanzen, und zwar der wilden und der Kulturpflanzen. Durch die Bienenbestäubung hat man etwa bei der Apfelsorte Jonagold eine Ertragssteigerung um über das 20fache festgestellt. Von Schattenmorellen wurden ohne Bienenbestäubung knapp 4 kg pro Baum geerntet. Mit Unterstützung der Bienen waren es fast 17 kg pro Baum. Derart beeindruckende Ertragssteigerungen durch Bienen sind auch bei anderen Obstsorten überhaupt nicht ungewöhnlich. Die in Deutschland durch Bienenbestäubung produzierten Werten im Obst-, Beeren- und Samenanbau wurden schon vor einigen Jahren in eine Größenordnung von etwa 1,5 Milliarden Euro eingestuft.

Die enorme Bedeutung der Honigbienen auf diesem Gebiet - vor anderen "Bestäubern" - hängt unter anderem damit zusammen, dass sie schon im Frühjahr pro Volk mit 10.000 bis 15.000 überwinterten Einzeltieren zahlreiche Blüten besuchen können.

Nur 2 % aller bekannten Insektenarten bilden Staatengemeinschaften. Dazu gehört die Honigbiene. Von ihr gibt es in ganz Europa eine einzige Art in verschiedenen Rassen. Die Arbeit ist untereinander aufgeteilt. Nestbau, Brutpflege und Nektar sammeln kann so gleichzeitig stattfinden, was den Bienenstaat so erfolgreich macht.

Hier Bienen-Daten in der Übersicht:

Gewicht: 90 Milligramm (Arbeitsbiene) bis 250 Milligramm (Königin)
Speiseplan: Nektar, Pollen, Wasser
Fluggeschwindigkeit: 26-30 km/h
Brut: 21 Tage dauert es vom Ei bis zur fertigen Arbeiterin (Drohne: 24, Königin: 16 Tage)
Lebensdauer: Von einigen Wochen (Drohne) über 2 Monate (Arbeitsbiene) bis hin zu 4/5 Jahren (Königin)
Bienenvolk: Im Sommer zwischen 30.000 und 80.000 Bienen

Achtung: Bienen werden auch schon einmal mit (den auch sehr nützlichen) Schwebfliegen verwechselt. Letztere haben allerdings keinen Stachel und schweben sehr leise und elegant herum. Die Honigbiene wirkt dagegen etwas behäbig.

Jeder kann etwas für Honigbienen und andere blütenbesuchende Insekten tun: Blumenwiesen anlegen und heimische Sträucher und Bäume pflanzen. Über das Umweltamt gibt dafür sogar Fördermöglichkeiten, und zwar im Rahmen der städtischen Umweltprojektförderung. Einsendeschluss für 2003 ist der 15. Juli.

Leider macht der Honigbiene zunehmend ein Schmarotzer, die Varroa-Milbe, zu schaffen. Rund 60 Prozent der über 600 in Düsseldorf bekannten Bienenvölker sind eingegangen. Unter den etwa 100 organisierten Imkern in Düsseldorf haben einige alle Bienen verloren. Aber es gibt Hoffnung. Wissenschaftler sind dabei, widerstandsfähigere Bienen heranzuzüchten. Ökologisch wirtschaftende Imker haben bei der Bekämpfung der Plage ohne Chemie Erfolge zu verzeichnen.

Ganz wichtig für die Bienen ist auch der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Durch Giftbelastung sind schon ganze Bienenvölker zu Grunde gegangen. Überreste von Pestiziden können im Honig landen.

Wer mehr über die Honigbiene in Erfahrung bringen, sollte im Monat Juni das UmweltInfoZentrum UIZ aufsuchen. Dort gibt es eine kleine Ausstellung mit Bildern, Texten und weiterführenden Hinweisen zur Honigbiene. Ein Informationsnachmittag über die Honigbiene, bei dem auch für die Imkerei als Hobby geworben werden soll, wird am Samstag, dem 21. Juni, im UIZ stattfinden. Zu Gast ist von 14-19 Uhr Werner Wermeister vom Kreisverband Düsseldorf des Deutschen Imkerbundes. Empfehlenswert, insbesondere für Schulklassen, ist der Besuch des Naturkundemuseums im Schloss Benrath. Dort gibt es lebende Bienen im Beobachtungsstock zu sehen, eine Bienentanzuhr und Arbeitsblätter für Schülerinnen und Schüler. Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag, 10-18 Uhr, auch an den Feiertagen im Juni. Information (während der Öffnungszeiten): Telefon: 0211.89-97219.

Serviceecke: Literatur und Internetseiten

Bienenliteratur:

  • Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid): Schützt und fördert die Bienen. Bonn 1996.
  • aid: Imker im Dienste der Umwelt. Bonn 1996. Bezug der aid-Hefte: Konstantinstraße 124, 53179 Bonn.
  • Deutscher Imkerbund e.V.: Bienenwelt. Ein kleiner Begleiter durch die Welt der Bienen und Imker. Wachtberg 1997.
  • Unterricht Biologie. Zeitschrift für alle Schularten. Heft 283, April 2003: Honigbienen.
  • Naturschutzbund Deutschland NABU: Bienen, Wespen und Hornissen. Kein Grund zur Panik.
  • Gerhard Liebig: Einfach imkern. Stuttgart 1998.
  • Hösing/Nietschmann: Lexikon der Bienenkunde.

Bieneninfos im Internet:
  www.bienen-netz.de
  www.bee-info.com

Adressen für Bienenfans und solche, die es werden wollen: Deutscher Imkerbund, Kreisverband Düsseldorf, Herr Werner Wermeister, Telefon: 0211.201764. Deutscher Imkerbund, Villiper Hauptstraße 3, 53343 Wachtberg

Noch Fragen? Infos zum Tier des Monats gibt es auch über Telefon: 0211.89-25003 und per E-Mail:Ernst.Schramm@duesseldorf.de.

Sachstand: Juni 2003


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25. Mai 2012 | 03:43 Uhr

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