WebCam am Wanderfalkenhorst NABU setzt sich für den Schutz der Wanderfalken ein
Düsseldorf - Wie mittlerweile an zahlreichen Orten in NRW, so brüten auch an der Rochuskirche in Düsseldorf in diesem Jahr wieder Wanderfalken. Erstmals können interessierte BürgerInnen und Falkenfans diese Akrobaten der Lüfte bei ihrem Brutgeschäft und der Aufzucht ihrer Jungen via Internet beobachten. Die AG Wanderfalkenschutz des NABU NRW präsentiert gemeinsam mit WildlifeCam aktuelle Bilder direkt vom Wanderfalkenhorst. Der Start der WebCam war Anlass für das Umweltdezernat der Stadt Düsseldorf seine neue Serie "Tier des Monats" mit dem Wanderfalken zu beginnen. "Wir freuen uns, dass wir so die erfolgreiche Arbeit der AG Wanderfalkenschutz in ganz NRW einer breiten Öffentlichkeit vorstellen können," so Ludwig Amen, aktives Mitglied der AG Wanderfalkenschutz des NABU NRW und Betreuer der Wanderfalken in Düsseldorf.
In Nordrhein-Westfalen galt der Wanderfalke noch in den 1970er Jahren als ausgestorben. Dies rief Wanderfalkenfreunde aus NRW auf den Plan, die die AG Wanderfalkenschutz gründeten. Seit mehr als 10 Jahren setzt sich die Arbeitsgemeinschaft nun intensiv für den Schutz dieses gefährdeten Greifvogels ein. Als 1993 auch in Düsseldorf wieder Wanderfalken beobachtet wurden, begann auch hier der Schutz der Falken. Mittlerweile brüten mindestens drei Paare in Düsseldorf, die im letzten Jahr 10 Junge großzogen. Neben dem Brutplatz an der Rochuskirche, kann man die Wanderfalken an der Lausward und an einer Papierfabrik in Benrath beobachten.
In Düsseldorf ist der Wanderfalkenschutz eng mit Ludwig Amen verbunden. Der ehemalige Grundschullehrer und Träger des Umweltpreises der Stadt Düsseldorf ist sozusagen väterlicher Freund und wissenschaftlicher Begleiter der Wanderfalken. Er betreut auch das Wanderfalkenpaar, welches sich in diesem Jahr wieder an der Rochuskirche in Düsseldorf zum Brüten niedergelassen hat. "Noch vor Brutbeginn haben wir alle technischen Vorbereitungen getroffen, um die WebCam in diesem Jahr zu realisieren. So wurde nur gearbeitet, wenn die Falken nicht in der Nähe waren, um sie nicht zu stören," so Ludwig Amen. Störe man die Falken vor Brutbeginn zu häufig, würden sie sich einen ruhigeren Brutplatz suchen. "Alle Vorsichtsmaßnahmen haben sich gelohnt, denn pünktlich am 18. März legte das Falkenweibchen ihr erstes Ei," berichtet Ludwig Amen stolz. Während des eigentlichen Brutgeschäfts, bei dem das Weibchen 3-5 Eier ausbrütet, bleibt es vor der WebCam eher ruhig. Doch wenn Mitte April die Jungen schlüpfen, wird unter www.nabu-nrw.de oder direkt unter www.wildlifecam.net einiges zu sehen sein.
Dass Wanderfalken von Menschen errichtete Horste zur Aufzucht ihrer Jungen nutzen, ist keine Besonderheit mehr. Ursprünglich brüten Wanderfalken an natürlichen Felsenstandorten. Doch sind diese in NRW knapp - nur zwei Wanderfalkenbruten auf Fels konnten im letzten Jahr nachgewiesen werden. Die sich erholende Population nutzt gerne die angebotenen Nistmöglichkeiten aus Menschenhand. Der Wanderfalke hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem regelrechten Kulturfolger entwickelt und brütet mittlerweile vorwiegend an vom Menschen errichteten Bauwerken, wie Schornsteinen, Kirchtürmen oder Funktürmen. Dieses Verhalten, sowie der Start der WebCam waren für das Umweltdezernat der Stadt Düsseldorf Anlass genug, den Wanderfalken als erstes "Tier des Monats" vorzustellen. In der neuen Serie soll jeden Monat ein Tier porträtiert werden, welches sich die Stadt zum Lebensraum gewählt hat.
Die AG Wanderfalkenschutz setzt sich nicht nur in Düsseldorf erfolgreich für die Wanderfalken ein. Auch landesweit kann sich der Erfolg sehen lassen. Im letzten Jahr konnten 44 Brutpaare insgesamt 104 Jungtiere großziehen. Die Zahlen der Wanderfalken in NRW steigen stetig. Gerade in den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr finden die Falken ideale Lebensbedingungen. Nicht zuletzt sind die großen Taubenbestände in den Städten und die vielen hohen Gebäude der Grund für die stetige Erholung der Bestände des Wanderfalken. Den Mitgliedern der AG Wanderfalkenschutz ist zu verdanken, dass die Falken sichere Brutmöglichkeiten haben. An Kirchen, Kraftwerken und anderen hohen Gebäuden bringen die Falkenschützer Horstkästen an. Hierbei erhalten sie häufig Unterstützung von den Besitzern der Gebäude, da die Falken die oft zur Plage gewordenen Tauben fernhalten.
Text und Fotos: NABU-NRWSachstand: April 2003



