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Der Igel - ein 'Fachmann für draußen'

Ausstellung und Internetseiten zum Tier des Monats Oktober

Der Igel ist das Tier des Monats Oktober. In dieser Zeit steht der Winterschlaf bevor. Wir Menschen können ihm am besten dadurch helfen, dass wir ihm geeigneten Lebens- und 'Pausenraum' für den Winter zur Verfügung stellen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als ein naturnaher Garten mit Hecke, Obstbaum, Wiese und ohne Pestizide und Kunstdünger. Fütterung und Pflege durch den Menschen hat ein Igel im Normalfall nicht nötig - er ist 'Fachmann für draußen' oder - neudeutsch - 'Outdoor-Profi', so Umweltdezernentin Charlotte Nieß-Mache.

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Foto: C. & R. Dörr

Menschen mögen den Igel, obwohl er bei der Nahrungsaufnahme laut schmatzt. Sein putziges Äußeres sichert ihm ein besonderes Maß an Zuneigung und Aufmerksamkeit. Er zählt, wie Maulwürfe und Spitzmäuse, zur Gruppe der Insektenfresser. In Europa, Asien und Afrika gibt es zusammen genommen etwa 370 Igelarten. Der in Düsseldorf vorkommende Igel ist der 'Braunbrustigel'.

Der Einzelgänger Igel ist abends und nachts aktiv. Auf seinem Speiseplan stehen Laufkäfer, Regenwürmer, Schmetterlingsraupen, Ohrwürmer, Spinnen, Schnecken und andere kleine Leckerbissen. Obst und Gemüse wie überhaupt pflanzliche Nahrung sind nichts für ihn, er nimmt sie eher zufällig beim Verspeisen der tierischen Leckereien auf.

Mit bis zu 300 Tieren pro Quadratkilometer ist der Igel in Städten und Dörfern oft zahlreicher anzutreffen, als in der offenen Landschaft. Das liegt weniger an der besonderen Eignung der menschlichen Siedlungsgebiete als an der an Hecken, Feldgehölzen und Ackerrainen armen, 'ausgeräumten' Agrarlandschaft um Dörfer und Städte herum. In seiner aktiven Zeit, vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein, ist der Igel viel unterwegs. Der Aktionsraum eines männlichen Igels kann über 100 Hektar betragen. Schwierig wird es für ihn, wenn er an Zäune ohne Durchlass oder Straßen kommt. Auf den Straßen allein in den alten Bundesländern werden nach Schätzungen jährlich etwa 500 000 Igel überfahren.

Hauptsächlich in der Zeit von Juni bis August zieht die Igelmama ihre Jungen groß. Nach 35 Tagen Tragzeit kommen 4-5 Jungigel zur Welt. Sie wiegen erst 12-25 Gramm, sind etwa 6 Zentimeter lang und noch blind. Nach 14 Tagen beginnen sich Augen und Ohren zu öffnen. Bereits nach etwa 6 Wochen, in denen die Igeljungen gesäugt werden, sind sie selbständig. Der Igelvater bekommt von all' dem nichts mit. Er macht sich zeitig aus dem Staub.

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Noch sind die beiden Igeljungen bei ihrer Mutter. Ab dem 24. Tag verlassen sie das Nest und entdecken ihre nähere Umwelt. Die Igelmutter hier ist 4-5 Jahre alt und damit schon ein betagter Igel.
Foto: C. & R. Dörr

Igel werden im Vergleich zu anderen Säugetieren nicht sehr alt. Das Höchstalter scheint zudem zu sinken und liegt bei nicht viel mehr als etwa vier Jahren. Dafür sind die vielfältigen Gefahren und der Verlust an Lebensraum und geeigneter Nahrung verantwortlich. Besonders geeignete Nahrung wie Laufkäfer gehen durch Spritzen im Garten und auf dem Acker zurück. Muss der Igel vermehrt auf Schnecken ausweichen, erhöht das bei dem Stacheltier das Risiko, lebensverkürzende Parasiten übertragen zu bekommen.

Bei anhaltend niedrigen Temperaturen stellt der Igel sich auf den Winterschlaf ein. Im Oktober/November sucht er sein Winterquartier in Erdmulden, Hecken, Reisighaufen und ähnlichen Unterkünften auf. Wer in seinem Garten Haufen aus totem Holz und Laub anlegt, bekommt mit ein bisschen Glück einen Igel als Wintergast. Vielleicht hat sich auch schon einer an passender Stelle zusammen gerollt. Deswegen ist immer Vorsicht beim Aufräumen des Gartens und Umräumen von Reisig- oder Komposthaufen angesagt.

Wer mehr über das Tier des Monats in Erfahrung bringen möchte, sollte sich Ausstellung und Internetseiten des Düsseldorfer Umweltamtes ansehen. Die kleine Igel-Ausstellung ist bis Ende Oktober im Foyer des Technischen Rathauses an der Brinckmannstraße 5 zu sehen. Dort ist montags bis donnerstags von 7-18 Uhr und freitags von 7-15 Uhr geöffnet.

Im Internet sind Infos zum Tier des Monats unter www.duesseldorf.de/umweltamt über die Menupunkte 'Aktuelles' und 'Alles auf einen Blick' zu finden. Ansprechpartner im Umweltamt: Ernst Schramm, Telefon 89-25003. Wer kranke oder hilflose Igel findet, kann sich an das Tierheim des Tierschutzvereins in Düsseldorf-Rath, Rüdigerstraße 1, Telefon 0211.65 18 50, wenden.

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In einem naturnahen Garten findet der Igel genügend Nahrung. Teiche sollten ein flaches Ufer haben, so dass der Igel gefahrlos das Wasser erreicht. In den heißen, trockenen Sommermonaten sind Wasserstellen für die Igel überlebenswichtig. Auch eine Vogeltränke, die stets mit frischem Wasser nachgefüllt wird, ist igeltauglich.
Foto: C. & R. Dörr

Der Igel-Steckbrief (Braunbrustigel - Erinaceus europaeus)

  • Gewicht/Größe: 800-1500 Gramm, 24-30 Zentimeter Körperlänge
  • Speiseplan: Laufkäfer, Regenwürmer, Schmetterlingsraupen, Ohrwürmer, Schnecken, Spinnen u.a.m.
  • Fortpflanzung: Hauptsächlich in der Zeit zwischen Juni und August, 4-5 Junge. Manchmal noch im Herbst Geburten.
  • Winterschlaf: Von Oktober/November bis März/April
  • Lebensdauer: Durchschnittlich 2-4 Jahre
  • Vorkommen in Düsseldorf: Gesamtes Stadtgebiet

Igel - zum Weiterlesen

  • Naturschutzbund Deutschland NABU: Der Igel. Pflegefall oder Outdoor-Profi. Broschüre.
  • Naturschutzbund Deutschland NABU: Naturschutz heute. Magazin des NABU, Ausgabe 3/03
  • Monika Neumeier: Igel in unserem Garten. Stuttgart 2002.

Zur Übersicht mit allen Tieren des Monats seit Beginn der Reihe im April 2003 bitte hier entlang

Igel im Internet:


www.igelschutz-ev.de
www.pro-igel.de

Sachstand: Oktober 2003
Sprachauswahl und Hauptnavigation:

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25. Mai 2012 | 03:44 Uhr

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