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Häufiger Garten-Gast, auch im Winter: Meise ist Tier des Monats November

Ausstellung, Internetseiten, Information von Umweltamt und Naturschutzbund

"Meisen sind ausgesprochen akrobatische Vögel und beliebt als emsige Insektenvertilger. Der Düsseldorfer Vogelatlas verzeichnet 7 Arten als Brutvögel in der Landeshauptstadt: Schwanzmeise, Weidenmeise, Sumpfmeise, Haubenmeise, Tannenmeise, Kohlmeise und Blaumeise. Die beste Nachricht dabei: Alle Meisen sind laut Roter Liste NRW nicht gefährdet", so Umweltdezernentin Charlotte Nieß-Mache beim Pressetermin zum Tier des Monats November.

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Blaumeise; Foto: A. Leisten

Am häufigsten sind Kohl- und Blaumeise. Bei beiden wird die Bestandsgröße für Düsseldorf auf jeweils über 1.900 Brutpaare geschätzt. Zum Brüten nimmt die Blaumeise sogar Hohlräume von Pfosten und Ampeln in der Innenstadt an. Die anderen Meisenarten sind weniger stark in Düsseldorf vertreten. Zahlenmäßig im Mittelfeld haben wir Schwanzmeise, Weidenmeise und Sumpfmeise. Eine Portion Glück braucht man schon, um Tannen- oder Haubenmeise zu beobachten.

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Die seltene Haubenmeise; Foto: A. Leisten

Beide Meisen brauchen Nadelbäume, die in unserer Gegend von Natur aus nicht so zahlreich wachsen. Der Düsseldorfer Vogelatlas listet von beiden nur zerstreut vorkommenden Arten jeweils weniger als 20 Brutpaare auf.

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Größte und häufigste Meisenart Mitteleuropas: Die Kohlmeise; Foto: A. Leisten

In Gärten gehören vor allem Kohl- und Blaumeisen quasi zum Inventar. Sie sind kleine Akrobaten, die geschickt von Ast zu Ast turnen und von Blättern, Zweigen und auch hinter der Rinde Insekten absammeln und verspeisen. Im Winter, wenn weniger Insektennahrung zu finden ist, passt sich die Meise den Umständen an: Jetzt werden Meisenknödel oder -ringe angeflogen.

Die Winterfütterung ist ein Thema für sich. Nicht nur bei den Tauben wird hier oft mehr als gut tut gefüttert. Dafür spricht: Wildlebende Tiere können am Futterhaus beobachtet werden und das Erleben der Natur und das Engagement zum Schutz der Natur fördern. Aber erst bei Dauerfrost und geschlossener Schneedecke macht es Sinn, Meisen und anderen Vögeln ein ‘Zubrot' anzubieten. Wer früher mit der Fütterung beginnt, schadet der Vogelwelt sogar. Wenn Meisen die leicht erreichbaren Samen an ihre Jungvögel verfüttern, kann der Nachwuchs zu Grunde gehen, denn: Die heranwachsenden Meisen brauchen tierische Nahrung, sprich Insekten, zum groß und stark Werden.

Ein anderes Problem: Es werden durch falsche Fütterung womöglich so viele Vögel durch den Winter gebracht, dass im Frühjahr nicht genügend Nistplätze zu finden sind. Die mit menschlicher Hilfe durch den Winter gebrachten Vögel können dann andere, weniger konkurrenzstarke, aber stark bedrohte Vögel wie Gartenrotschwanz oder Trauerschnäpper verdrängen.
Futterhäuser, die nicht regelmäßig gründlich mit klarem Wasser ausgespritzt werden, sind zudem Brutstätten für Krankheitskeime. Futtersilos, bei denen Kot und Verunreinigungen sich nicht ansammeln, sind da von vorne herein besser und sollten bevorzugt eingesetzt werden.

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Beispiel für ein Futtersilo. Vogelkot fällt herunter, die Bildung von Krankheitskeimen wird minimiert; Foto: A. Leisten

Modelle mit Sitzstangen aus Stahl - wie sie in jüngster Zeit im Supermarkt zu finden waren - sind allerdings weniger geeignet: Bei Minustemperaturen können die Vögel Erfrierungen erleiden. Abhilfe: Mit Kunststoff ummanteln.

Winterfütterung für Vögel - so machen Sie es richtig:


Wann:
Nur bei Frost und geschlossener Schneedecke

Was:
Für Meisen Ringe oder Knödel. Sie nehmen auch Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst an.

Wie:
Ideal sind Futtersilos. Die Tiere sollten das Futter nicht mit Kot verunreinigen können, es darf nicht nass werden oder vereisen. Herkömmliche Futterhäuschen regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und nicht zuviel Futter auslegen - besser täglich ein wenig nachlegen.

Wo:
Futterstelle frei anbringen, so dass sich keine Katze unbemerkt anschleichen kann. Mindestens zwei Meter Abstand von Glasscheiben einhalten.

Interessant:
Im Winter bilden sich gemischte Meisentrupps. Alle sieben in Düsseldorf vorkommenden Arten sind in diesen lockeren Verbünden zu finden. Sogar die Schwanzmeise, die zu einer anderen Gattung als die anderen sechs Meisenarten gehört.

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Ein Meisentrupp mit Kohlmeise, Blaumeise und Sumpfmeise; Foto: A. Leisten

Für Meisen und andere Vögel kann der Mensch jenseits der Winterfütterung am meisten tun, wenn er keine Spritzmittel (Insektizide) im heimischen Garten verwendet. Die Empfehlungen zum jeweiligen "Tier des Monats " haben viel Ähnlichkeit miteinander, und das ist kein Zufall. Lina Hähnle, Gründerin des Deutschen Bundes für Vogelschutz, heute NABU, hat dazu schon vor fast 100 Jahren gesagt: "Die Maßregeln für den Vogelschutz kommen ebenso den anderen Tieren zu Gute. So finden auch die Igel und das Wild Deckung, und es können ungestört jene Pflanzen blühen und gedeihen, die viele farbenprächtige Schmetterlinge und andere Insekten zum ihrem Leben brauchen."

Zu den Maßregeln für den Vogelschutz zählt der naturnahe Garten mit Hecke, Obstbäumen, Wiese, Kompost- und Reisighaufen und vielleicht einem Gartenteich. Vögel und Insekten machen sich gezielt über Beeren und andere Pflanzenteile der heimischen, standortgerechten Gräser, Stauden, Sträucher und Bäume her. Exotischer Zierrat ist vielleicht schön anzusehen, hat aber für die Tierwelt wenig Nutzen. Alfred Leisten, Vogelexperte des Naturschutzbundes Deutschland NABU: "Wenn unsere gefiederten Freunde wählen könnten, würden sie Vogelbeere oder Holunder die Stimme geben, nicht aber Rhododendron oder Forsythie." An den Früchten des schwarzen Holunders naschen beispielsweise mehr als 60 Vogelarten.

Wer mehr über das Tier des Monats in Erfahrung bringen möchte, sollte sich Ausstellung und Internetseiten des Düsseldorfer Umweltamtes ansehen. Die kleine Ausstellung zur Meise ist noch den ganzen November über im Foyer des Technischen Rathauses an der Brinckmannstraße 5 zu sehen. Dort ist montags bis donnerstags von 7-18 Uhr und freitags von 7-15 Uhr geöffnet. Im Internet sind Infos zum Tier des Monats unter www.duesseldorf.de/umweltamt über die Menupunkte ‘Aktuelles' und ‘Alles auf einen Blick' zu finden.

Wer Fragen hat oder Beobachtungen über die Düsseldorfer Vogelwelt melden möchte, der ist bei Alfred Leisten vom Naturschutzbund Deutschland NABU, Telefon 27 46 79, an der richtigen Stelle. Sehr zu empfehlen: Die sachverständig begleiteten Vogelexkursionen des NABU. Nächster Termin und Start des Programms 2004 ist voraussichtlich Ende Januar. Und noch ein Tipp: Das reich bebilderte Düsseldorfer Vogelbuch von Alfred Leisten ("Die Vogelwelt der Stadt Düsseldorf") eignet sich sehr gut als Weihnachtsgeschenk und kann im Buchhandel und beim Herausgeber bezogen werden: Biologische Station Urdenbacher Kämpe e.V., Haus Bürgel, Urdenbacher Weg, 40789 Monheim am Rhein.

Die beiden häufigsten Meisenarten in Düsseldorf - Zwei Steckbriefe

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Foto: A. Leisten

Die Kohlmeise (Parus major)
  • Gewicht/Größe: 16-21 g/14 cm und damit größte und häufigste Meise in Mitteleuropa
  • Speiseplan: Insekten, Larven, Spinnen, Regenwürmer, Schnecken; im Winter auch Beeren, Samen, Körner, Knospen
  • Fortpflanzung: Brütet in Höhlen mit Löchern ab ca. 3 Zentimeter Durchmesser. Aufgesucht werden hohle Bäume, Mauerlöcher, aber auch z.B. alte Schwalbennester oder sogar Briefkästen. Nistmaterial: Moos, Haare (gerne: Schafswolle), Federn.
  • Brut: Zweimal im Jahr 6-12 Eier. Die kleinen Meisen werden 2 Wochen bebrütet und etwa 3 Wochen mit reiner Insektennahrung versorgt.
  • Lebensdauer: ca. 5-6 Jahre
  • Vorkommen in Düsseldorf: Gärten und Parkanlagen, Wälder

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Foto: A. Leisten

Die Blaumeise (Parus caeruleus)
  • Gewicht/Größe: 9-12 g/11,5 cm
  • Speiseplan: Wie Kohlmeise. Im Frühjahr kostet sie aber mehr als andere Meisen auch Nektar und Blütenpollen.
  • Fortpflanzung: Brütet in Höhlungen mit Löchern ab 2 Zentimeter Durchmesser. Sind die Löcher größer, können Blaumeisen von der Kohlmeise verdrängt werden. Blaumeisen sind wie die Kohlmeisen sehr flexibel bei der Wahl ihres Nistplatzes. In Düsseldorf wurden auch schon Ampelmasten auserkoren. Nistmaterial: Wie Kohlmeise.
  • Brut: Siehe Kohlmeise
  • Lebensdauer: ca. 4-5 Jahre
  • Vorkommen in Düsseldorf: Wie Kohlmeise

Bebilderte Steckbriefe auch der anderen in Düsseldorf heimischen Meisen enthält das Buch: "Die Vogelwelt der Stadt Düsseldorf" (siehe unten). In der Ausstellung zum Tier des Monats im Technischen Rathaus, Brinckmannstraße 5, sind ebenfalls Infos zu allen Meisen zu sehen.

Meisen und andere Vögel - zum Weiterlesen

  • Alfred Leisten: Die Vogelwelt der Stadt Düsseldorf. Düsseldorf 2002.
  • Klaus Richarz: Natur rund ums Haus. Expeditionen in die heimische Tierwelt. Stuttgart 2002
  • Die Vögel in unserem Garten. Singvögel beobachten, ansiedeln, schützen. Buch mit Audio-CD und Vogeluhr. Stuttgart 1998
  • Vögel im Garten. Schützen, helfen und beobachten. Reihe NABUaktiv
  • Naturschutz heute. Magazin des NABU.
Bezug von NABU-Materialien: NABU-Natur-Shop,
Calenberger Straße 24, 30169 Hannover

Meisen und andere Vögel im Internet:

www.nabu.de
www.birdnet.de
www.wildvogelhilfe.org
www.tierstimmen.de

Sachstand: November 2003

Zur Übersicht mit allen Tieren des Monats seit Beginn der Reihe im April 2003 bitte hier entlang

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25. Mai 2012 | 03:45 Uhr

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