Das Eichhörnchen - 'Einer mit Steuerschwanz'
Das Eichhörnchen gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Baumbewohnern unserer Breiten. Die possierlichen Tiere sind von Skandinavien bis hin zum Mittelmeer zu finden. In Richtung Osten bilden erst Japan und der Stille Ozean die Verbreitungsgrenze. Auch in den Düsseldorfer Wäldern und Parks zählt es zum 'Stammpersonal', das im Herbst durch emsiges Sammeln von Bucheckern, Eicheln, Haselnüssen, Zapfen und anderen Vorräten auffällt. Als Ort für die Vorstellung des Eichhörnchens in der Reihe "Tiere in der Stadt" hatte Umweltdezernentin Charlotte Nieß-Mache die Waldschule im Grafenberger Wald auserkoren, wo man das ganze Jahr über die Tiere beobachten kann.

Ein eher seltener Anblick: Zwei junge Eichhörnchen verspeisen Hasselnuss und Brombeere. Außerhalb der Paarungszeit sind die erwachsenen Eichhörnchen Einzelgänger (Foto: blickwinkel/O. Giel).
Eichhörnchen können schwarzbraun bis hell rötlich braun gefärbt sein. Alle Tiere weisen eine weißliche Bauchseite auf. Mit dem buschigen Schwanz, der bei teilweise mehrere Meter weiten Sprüngen von Ast zu Ast als Steuer dient, misst ein ausgewachsenes Eichhörnchen an die 50 Zentimeter. "Dem buschigen Schwanz hat das Eichhorn übrigens seinen wissenschaftlichen Namen 'sciurus vulgaris' zu verdanken", bemerkt die Umweltdezernentin, "er leitet sich ab aus dem Griechischen, wo 'Sciurus' "der mit dem Schwanz sich Schattende" bedeutet. Die Pinselohren, auch vom Luchs bekannt, sind je nach Jahreszeit und Alter ganz unterschiedlich ausgeprägt und kein ganz so auffälliges Merkmal des Eichhorns.

Es gibt eine ganze Reihe farblicher Varianten unter den Eichhörnchen. Die dunkelbraune Färbung soll gehäuft in Nadelwäldern vorkommen. Gut zu sehen ist das bei allen Eichörnchen vorhandene weißliche Bauchfell (Foto: blickwinkel/O. Giel).
Das Baumtier Eichhörnchen legt natürlich auch seine Nester, Kobel genannt, in Bäumen an. Sie haben die Form einer Kugel und sind seitlich unten geöffnet. Diese Öffnung ist meist der Hauptwindrichtung abgewandt. Der Kobel-Durchmesser schwankt zwischen 20 Zentimetern und einem halben Meter. Das Eichhörnchen baut neben dem Haupt-, mehrere kleinere Ausweich- und Reservenester. Ausgebaut ist das Gerüst aus Zweigen im Allgemeinen mit Gras und Baumbast. Die Polsterung besteht aus Moos, Gras, aber auch Schafswolle, Papierfetzen oder Federn - wenn sich so etwas im Angebot befindet.
Eichhörnchen sind behände Kletterer und Springer. Nur so haben sie eine Chance, ihren Feinden wie dem Baummarder oder dem Habicht zu entkommen.
Die eigene Nahrung ist überwiegend fleischlos, aber im Grunde verdient das Eichhörnchen den Namen Allesfresser. Neben Nüssen, Eckern, Fichtenzapfen, Beeren und Obst, stehen auch Insekten, Schnecken oder manchmal gar Eier und Jungvögel auf dem Speiseplan. Wenn Eichhörnchen in Parkanlagen zu intensiv gefüttert werden und sie sich stark vermehren kann es geschehen, dass sie gehäuft Vogelnester plündern.

Dieses Eichhörnchen zeigt eine besonders akrobatische Leistung. (Foto: blickwinkel/B. Liedtke).
Der einzelgängerische Nager sucht nur während der Paarungszeit im Frühjahr und Sommer die Zweisamkeit. Dann kommen sich Eichhörnchenherr und -dame näher und sie bringt nach 28 Tagen bis zu 7 Junge zur Welt, die nach 2 Monaten selbständig sind. Eichhörnchen können in freier Natur etwa 8-10 Jahre alt werden.
Wer mehr über das Eichhörnchen in Erfahrung bringen möchte, sollte sich Ausstellung und Internetseiten des Düsseldorfer Umweltamtes ansehen. Die kleine Ausstellung ist im Foyer des Technischen Verwaltungsgebäudes in der Brinckmannstraße 5 zu sehen. Dort ist montags bis donnerstags von 7 bis 18 Uhr und freitags von 7 bis 15 Uhr geöffnet. Im Internet sind Infos zu mittlerweile 15 Stadttieren (von der Biene bis zum Wanderfalken) unter www.duesseldorf.de/umweltamt (über die Menupunkte 'Aktuelles' und 'Alles auf einen Blick') zu finden. Ansprechpartner im Umweltamt ist Ernst Schramm, Telefon 0211.89-25003, E-Mail: ernst.schramm@duesseldorf.de
Steckbrief Eichhörnchen
Sciurus vulgaris(Familie der Hörnchen, Sciuridae, Ordnung Nagetiere, Rodentia)
Größe:Körper: 20-27 cm, Schwanz 16-22 cm. 200 bis zu 500 Gramm schwer.
Aussehen: Es gibt schwärzlich/tiefbraun bis hell rötlichbraun gefärbte Tiere, allen gemeinsam ist die helle Bauchseite.
Speiseplan: Haselnüsse, Bucheckern, Fichtenzapfen, Eicheln, Beeren, Obst, auch Pilze, Insekten, Schnecken und gelegentlich Vogeleier und Jungvögel.

Eichhörnchen überwinden bei ihren Sprüngen von Ast zu Ast teilweise mehrere Meter. Der buschige Schwanz dient als Steuer und Flughilfe (Foto: blickwinkel).
Fortpflanzung: Nach 28 Tagen gebiert das Weibchen 5-7 Junge.
Alter: In freier Natur 8-10 Jahre.
Lebensraum/Vorkommen in Düsseldorf: Alle Wälder, baumbestandene Gärten, Parks.
Interessant: Durch den Sammeleifer und die gleichzeitige 'Vergesslichkeit' des Eichhörnchens verbreiten sich Haselsträucher, Walnussbäume und andere Gewächse, deren Samen es als Vorrat vergräbt.
Je nach Lebensraum muss unterschiedlich viel Zeit auf die Nahrungssuche verwendet werden. In Nadelwäldern ist das Eichhörnchen fast den ganzen Tag über damit beschäftigt, die winzigen Samen aus den Zapfen der Nadelbäume heraus zu klauben. Hingegen reicht dem Bewohner eines Eichenwaldes schon eine schnell geerntete Menge von 3 bis 4 Eicheln, um satt zu werden.
Aus den grauen Winterfellen der im Osten des Verbreitungsgebietes lebenden Eichhörnchen werden Pelze, der sogenannte "Feh" hergestellt.
Eichörnchen-Literatur:
- Wolfgang Gewalt: Das Eichhörnchen. Neue Brehm-Bücherei.
Wittenberg 1956 - Unterricht Biologie, Heft 276, Juli 2002: Tiere beobachten. Artikel: Besuch beim Eichhörnchen. Seelze 2002
- Hanz Petzsch: Urania Tierreich Säugetiere. Berlin 2000
Eichhörnchen-Links:
www.natur-lexikon.com
www.wald.de
www.tierlobby.de
www.dbgessen.de
Sachstand: Dezember 2004

