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Der Halsbandsittich

Düsseldorf als Lebensraum für Papageien

Kaum zu glauben: In Düsseldorf gibt es wild lebende Papageien. Der grün gefärbte Halsbandsittich, von dem hier die Rede sein soll, ist vor allem in der laublosen Jahreszeit kaum zu übersehen und er konnte sich laut Umweltdezernentin Charlotte Nieß-Mache in der Landeshauptstadt erfolgreich vermehren. Seit der ersten Sichtung einiger weniger Halsbandsittiche im Jahr 1983 ist ihre Zahl auf ca. 800 angewachsen. Unter anderem im Volksgarten und Südpark können das ganze Jahr über Tiere beobachtet werden.

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Zwei Halsbandsittiche winters im Düsseldorfer Volksgarten. In den Konservendosen befindet sich Vogelfutter (Foto: Tobias Krause).

Der zur Gattung der Edelsittiche zählende Sittich ist mit seinem Schwanz etwa 40 Zentimeter lang. Nur das Männchen ziert das namensgebende schwarze Halsband.

Der Halsbandsittich stammt ursprünglich aus Afrika und Asien. Er wurde als Käfigvogel nach Europa gebracht und ist dort entwichen oder freigelassen worden. In wintermilden Gebieten, in denen zudem passende Lebensräume mit Bäumen und Baumhöhlen vorhanden sind, hat sich der ehemalige Käfigvogel in freier Wildbahn behaupten können. Stabile Populationen gibt es in Nordrhein-Westfalen außer in Düsseldorf in den Städten Bonn und Köln. Für ganz Deutschland wurden über 5.000 Individuen gezählt.

Halsbandsittiche sind Höhlenbrüter. In Düsseldorf und Köln bevorzugen sie eindeutig die Baumhöhlen in Platanen als Brutmöglichkeit. Es wird vermutet, dass die Tiere - wie in ihren Herkunftsländern - Bäume mit glatter Rinde wählen, die Feinden (Schlangen) das Vordringen zur Höhle erschweren. Außerdem kommt wohl die stattliche Höhe der Platanen dem Sicherheitsbedürfnis der Vögel entgegen.

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Ein Pärchen Halsbandsittiche an der Nisthöhle (Foto: Detlev Franz).

Putzig anzusehen ist das Sozialverhalten der Halsbandsittiche. Sie kraulen sich gegenseitig und das Männchen füttert das Weibchen. Ab Anfang Februar paaren sich die Sittiche. Die Brut dauert 23 Tage; meist werden 3-5 Eier gelegt. Ab Ende Mai/Anfang Juni fliegen die Tiere aus, werden aber noch 3-4 Wochen von ihren Eltern gefüttert.

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Halsbandsittiche füttern und kraulen sich gegenseitig (Foto: Detlev Franz).

Halsbandsittiche ernähren sich größtenteils vegetarisch, und zwar von Samen, Knospen, Früchten, Blüten und Beeren. Manches Mal kommen auch Insekten im Speiseplan vor. In der kalten Jahreszeit fressen sie z.B. den Samen von Ahornbäumen, Sanddornbeeren oder sie nutzen das Winterfütterungsangebot der Menschen.

Auf dem Boden halten sich Halsbandsittiche nur selten auf. Sie ziehen es vor, in den Bäumen zu bleiben. Dort treffen sie sich auch zum Schlafen. Auf Schlafbäumen, die am Morgen verlassen und in der Dämmerung wieder aufgesucht werden, übernachten bis zu mehrere hundert der grünen Edelsittiche.

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Etwa 70 Halsbandsittiche unterwegs zu ihrem Schlafbaum (Foto: Detlev Franz).

Mehr über den Halsbandsittich zeigen Ausstellung und Internetseiten des Düsseldorfer Umweltamtes. Die kleine Ausstellung ist im Foyer des Technischen Verwaltungsgebäudes in der Brinckmannstraße 5 zu sehen. Dort ist montags bis donnerstags von 7 bis 18 Uhr und freitags von 7 bis 15 Uhr geöffnet. Im Internet sind Infos zu mittlerweile 16 Stadttieren (von der Biene bis zum Wanderfalken) unter www.duesseldorf.de/umweltamt (über die Menupunkte 'Aktuelles' und 'Alles auf einen Blick') zu finden. Ansprechpartner im Umweltamt ist Ernst Schramm, Telefon 0211.89-25003, E-Mail: ernst.schramm@duesseldorf.de

Steckbrief Halsbandsittich (auch: Kleiner Alexandersittich)
Psittacula krameri Gattung der Edelsittiche (Psittacula)

Länge: 40 cm. 115-140 g schwer.
Aussehen: Papageientypisch, mit gekrümmtem, rotem bis rotschwarzen Schnabel. Grünes Gefieder, am Bauch heller grün. Der Schwanz ist grünlichblau. Männchen besitzen ein schwarzes Halsband (Name!) und ein rosa Nackenband. Weibchen sind ganz grün. Das Auge umgibt ein rötlicher Ring. Halsbandsittiche haben graue Füße.
Speiseplan: Überwiegend vegetarische Kost: diverse Knospen, Blüten, Samen, Früchte u.ä. von mindestens 50 Pflanzenarten (in Deutschland). Ergänzt wird diese Kost bisweilen durch wenige Insekten und Schnecken.


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Hier macht sich ein Halsbandsittich über Hainbuchenknospen her. Im Winter sind die Tiere in den unbelaubten Bäumen, wo sie auch in größerer Zahl sitzen, besonders gut zu beobachten (Foto: Detlev Franz).

Fortpflanzung: Nach 23 Tagen schlüpfen einmal im Jahr 3 bis 5 Junge.
Alter: In Gefangenschaft 20-30 Jahre
Lebensraum/Vorkommen: Herkunft der Düsseldorfer Tiere: Indien. Die ersten Beobachtungen von Halsbandsittichen in Düsseldorf gehen auf das Jahr 1983 zurück.1984 fand im Schlosspark Mickeln in Himmelgeist die erste dokumentierte Brut statt. Erst 1991 wurde weitere Bruten nachgewiesen. Je eine im Park der Diakonie in Düsseldorf-Kaiserswerth und eine im Volksgarten. Seit 1993 werden im Volksgarten und im Schloßpark Kalkum regelmäßig Bruten beobachtet. Inzwischen hat der Halsbandsittich fast das gesamte Stadtgebiet besiedelt. Es sind Brutplätze mit 1 bis ca. 15 Brutpaaren nachgewiesen. Der nördlichste Fundort ist der Kalkumer Schloßpark, der südlichsten liegt in der Urdenbacher Kämpe. Die westlichen Vorposten der Population haben mit dem Stadtgarten und dem Rosengarten die Stadt Neuss erreicht. Im Osten der Stadt Düsseldorf brüten sie inzwischen im Zoopark. Ab der Höhenstufe des Aaper- und Grafenberger Waldes und dem östlich anschließenden Niederbergischen Hügelland fehlen Nachweise der Art gänzlich. Fast alle Brutplätze befinden sich in alten Landschaftsparkanlagen, die im 19. Jahrhundert überwiegend von Maximilian Friedrich Weyhe angelegt wurden und heute durch einen alten Baumbestand gekennzeichnet sind. Inzwischen leben fast 800 Halsbandsittiche in Düsseldorf.
Interessant: Halsbandsittiche kamen als Käfigvögel nach Deutschland. Es stellte sich aber heraus, dass sie sehr lebendig sind und sich gar nicht gut im Käfig halten lassen. Aus diesem Grund und auf Grund des geringen Preises wurden viele Tiere ausgesetzt. Dass sie sich in Freiheit in einem fremden Lebensraum zurecht finden und sich sogar vermehren, konnte man nicht unbedingt erwarten. Halsbandsittiche zählen zu den erst vor relativ kurzer Zeit (seit 1492, der Entdeckung Amerikas) bei uns heimisch gewordenen Neubürgern, den sogenannten Neozoen.

Halsbandsittich-Literatur:

  • Detlev Franz/Tobias Krause: Biologie und Verbreitung des Halsbandsittichs in Deutschland. Teile 1 bis 3 in: PAPAGEIEN, Fachzeitschrift über Haltung, Zucht und Freileben der Papageien und Sittiche. Nr. 5 + 6/2003 und Nr. 10/2004
  • Detlev Franz/Tobias Krause: Halsbandsittiche in Deutschland. In: WP-Magazin. Ausgabe März/April 2004
  • Mario Ludwig u.a.: Neue Tiere und Pflanzen in der heimischen Natur. München 2000.

Halsbandsittich-Links:
www.papageien.de
http://halsbandsittiche.papageien.org

Sachstand: Februar 2005


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9. Februar 2010 | 16:46 Uhr

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