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Erläuterung zur Grundwassersituation in Düsseldorf

Grundwasserstände sind nicht konstant. Sie unterliegen einem ständigen Wechsel

  • kurzfristig z.B. in Rheinnähe infolge eines Hochwasserereignisses,
  • jährliche infolge unterschiedlicher Grundwasserneubildungsraten im Sommer- und Winterhalbjahr oder
  • längerfristige infolge klimatischer Schwankungen, wie z.B. ein Wechsel zwischen regenreichen und trockenen Jahren.

Aus der Überlagerung dieser Faktoren resultiert letztendlich im natürlichen ungestörten Umfeld die jeweilige Höhe des Grundwasserstandes.
Es wird deutlich, dass der maßgebliche Faktor für die natürlichen Schwankungen das Klima und hier insbesondere das Zusammenspiel von Niederschlag (Menge und Verteilung über das Jahr) und jährlicher Temperatur ist.

Grundwassergleichenplan  Der Wasserkreislauf
(Quelle:LUA.NRW)

Versickernder Niederschlag führt anteilig zur Grundwasserneubildung. Dabei kann ein Dauerlandregen in Abhängigkeit von der Boden- und Vegetationsbeschaffenheit im natürlichen Umfeld zu einer hohen Versickerungsrate führen. Demgegenüber resultiert aus Starkregenereignissen hauptsächlich ein Oberflächenabfluß, der Hochwässer in den Bächen und Flüssen zur Folge haben kann.


Grundwassergleichenplan Jährliche Niederschlagsmenge

Eingriffe des Menschen verändern diese natürlichen Vorgänge. Global gibt es Anzeichen für eine Klimaveränderung. Niederschlagsmessungen in Düsseldorf lassen tendenziell eine Zunahme der jährlichen Niederschlagsmenge erkennen. Dem wirken aber wiederum steigende mittlere Jahrestemperaturen entgegen, die zu einer erhöhten Verdunstungsrate führen.


Diese großräumigen Faktoren werden durch weitere, lokale Faktoren beeinflusst. Eine zunehmende Flächenversiegelung in den Städten unterbindet die natürliche Versickerung von Niederschlagswasser, reduziert die Rückhaltung und Verdunstung des Niederschlagswassers in der Fläche. Ebenso beeinflussen Grundwasserentnahmen für Trink- und Brauchwasserzwecke oder Gewässerausbaumaßnahmen den Grundwasserhaushalt. Sinkende Grundwasserstände waren in den 80'iger Jahren Anlass zu Maßnahmen eines bewußteren und sparsameren Umgangs mit der Ressource Grundwasser.

Grundwassergleichenplan  Rückgang der
Entnahmemengen

Dies führte in Düsseldorf in Verbindung mit der Umstrukturierung der Wirtschaft zu einem Rückgang der Entnahmemengen um rund 40% in den letzten Jahren.
Gleichermaßen stellt die gesetzlich vorgeschriebene ortsnahe Niederschlagswasserbeseitigung eine Maßnahme zur Reduzierung der siedlungsbedingten Beschleunigung und Erhöhung des Niederschlagsabflusses dar.

In Verbindung mit veränderten klimatischen Rahmenbedingungen hat sich so derzeit eine Erholung der Grundwasserressourcen und ein Wiederanstieg des Grundwassers eingestellt.
Es wird deutlich, dass aufgrund dieser Vielzahl an räumlichen, zeitlichen und im Ausmaß unterschiedlichen Einflußgrößen eine Prognose über eine zukünftige Entwicklung der Grundwasserstände nicht möglich ist.
Sehr wohl ist es aber möglich aus der konsequenten Auswertung

  • alter Karten über Gebiete, die bereits naturräumlich hohe Grundwasserstände erwarten lassen und
  • vorhandener Daten über mögliche, weil bereits einmal erreichte, Grundwasserstände
Aussagen über einen möglichen hohen Grundwasserstand zu treffen.

Die Menschen von heute haben oftmals ihre Bodenständigkeit verloren, dass heißt, die Umwelt wird nicht mehr bewusst wahrgenommen. Stadtnamen, wie z.B. Grevenbroich, alte Flurbezeichnungen, wie z.B. Quellenbusch, oder Straßennamen, wie z.B. Torfbruchstraße, signalisieren von vornherein, dass an diesen Standorten natürlicherweise hohe Grundwasserstände auftreten können. Entsprechend wurde früher die Bebauung an diese Gegebenheiten angepasst. Die Kartierung alter Bachverläufe lässt den Zusammenhang zu Gebieten mit hohen Grundwasserstände häufig recht gut erkennen.

So wird am Beispiel Angermund deutlich, dass einerseits ein Teil der grundwassergeschädigten Gebäude in den alten, ehemaligen Bachauen liegt. Andererseits ist bei den Gebäuden auf der Landzunge zwischen den beiden Gewässern zu prüfen, ob hier bautechnische Überlegungen, wie Verzicht auf einen Keller oder Höherlegung des Bauniveaus nicht ausreichend beachtet wurden, wie dies früher der Fall war.

Grundwassergleichenplan ehemalige Auen in Angermund

Der Vergleich zwischen der Karte über die Gebäude mit Vernässungen infolge hoher Grundwasserstände mit einem Querprofil durch den Düsseldorfer Untergrund läßt die Zusammenhänge klar werden. Region mit natürlicherweise geringen Flurabständen liegen außer in den zeitweise betroffenen rheinnahen Gebieten in den östlichen Randbereichen der Stadt Düsseldorf am Übergang zu den Randhöhen des Bergischen Landes


Grundwassergleichenplan

Maßgeblich für die Beurteilung der Grundwasserauswirkungen insbesondere auf die Bebauung ist der Flurabstand, der Abstand zwischen Grundwasserspiegel und Geländeoberfläche. Um die Gebiete mit natürlicherweise hohen Grundwasserständen und damit zum Beispiel für Bauvorhaben problematischen Bereiche erkennen
zu können, wurde ein Plan "Minimaler Grundwasserflurabstände seit 1945". erstellt.

Daten hierzu liefert die Auswertung der Grundwasserstände. So läßt z.B. die Grundwasserganglinie einer Messstelle "Am Quellenbusch" bereits heute einen minimalen Flurabstand von 1m erkennen. Die Ganglinie läßt auch einen deutlich steigenden Trend erkennen, ist aber zeitlich zu kurz, um Aussagen über mögliche frühere Grundwasserhöchststände treffen zu können.

Grundwassergleichenplan Messstelle Am Quellenbusch

Nur langjährigen Messreihen lassen eine Einordnung der aktuellen Grundwasserstände in die generelle Grundwasserentwicklung zu. Grundwasserganglinien von Brunnen im Bereich Düsseldorf-Rath, die nicht mehr rheinbeeinflusst sind, zeigen einen für Düsseldorf weitgehend typischen Verlauf des Grundwasserstandes.


Grundwassergleichenplan Düsseldorf Rath

Ende der 50'iger Jahre traten hohe Grundwasserstände auf, die noch rund 1 m über den heutigen Grundwasserständen lagen. Die Ganglinien zeigen auch, dass die Grundwasserstände bis Mitte der 70'iger Jahre kontinuierlich zurückgingen, um seitdem wieder anzusteigen. Die Ganglinien lassen zudem deutlich langperiodische, mittel- und kurzperiodische Schwankungen erkennen, die ursächlich unter anderen auf das klimatische Geschehen, wie zum Beispiel auf Sommer/Winter-Schwankungen, zurückzuführen sind.


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25. Mai 2012 | 03:52 Uhr

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