Verkehrserschließung Medienhafen
Neue Brücke, breitere Straßen und eine Straßenbahnlinie
Rund 49,5 Millionen Euro werden für den Ausbau der verkehrlichen Infrastruktur des Medienhafens investiert. Davon entfallen 29,2 Millionen auf die Stadt, 17,1 Millionen auf das Land und 3,2 Millionen auf die Stadtwerke. Schritt für Schritt wird das Verkehrskonzept zur Erschließung des Medienhafens umgesetzt. Die Prognose für die Verkehrsentwicklung im Hafen sieht bis 2020 einen Anstieg des Individualverkehrs um etwa 47 Prozent, des Lkw-Anteils um 29 Prozent und des Öffentlichen Nahverkehrs sogar um 67 Prozent vor.

Animation der neuen Brücke an der Plockstraße, hier gesehen von der Völklinger Straße in Richtung Südring.
Seit 2002 wurden bereits 2,5 Millionen Euro in Straßenbauprojekte investiert und 11,3 Millionen in die neue DB-Brücke Plockstraße. Die Straßenbauarbeiten im Zusammenhang mit der DB-Brücke kosteten weitere 3,2 Millionen Euro. Der vierspurige Ausbau der Plockstraße einschließlich Umbau der beiden Kreuzungen Plock-/Völklinger Straße und Völklinger-/Fährstraße schlägt mit weiteren 14,4 Millionen Euro zu Buche. 18,1 Millionen Euro kosten die restlichen Vorhaben.
Plockstraße wird vierspurig
Seit 1989 wird der Industrie- und Medienhafen über die zweispurige Plockstraße als äußere Haupterschließung mit einer Verkehrsbelastung von 12.100 Fahrzeugen pro Tag und einem Schwerverkehrsanteil von 28 Prozent erschlossen. Die Plockstraße bindet nördlich der DB-Brücke an die zweistreifige Franziusstraße und seit Juni 2008 größtenteils an die vierspurige so genannte "Neue Holzstraße" an. Über "Alte Holzstraße" und Fringsstraße führen zwei Fahrspuren weiter in den Industriehafen. Bei einem Verkehrsaufkommen von 7.500 Fahrzeugen pro Tag beträgt der Lkw-Anteil rund 40 Prozent. Um dem steigenden Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, wird die Plockstraße zwischen der DB-Brücke und der Völklinger Straße im Laufe des Jahres 2012 für rund 3,4 Millionen Euro vierspurig ausgebaut.
Kreuzungen werden umgebaut
7,7 Millionen Euro fließen in den Umbau der Kreuzung Plock-/Völklinger Straße und 3,1 Millionen Euro in die Umgestaltung der Kreuzung Völklinger-/Fährstraße. Im Frühjahr 2010 beginnt die Erweiterung des Straßenquerschnittes und der Bau einer Brücke ("Überflieger") an der Ecke Plock-/Völklinger Straße. Ende 2012 soll dann eine in Teilen kreuzungsfreie Verkehrsführung die Abwicklung des prognostizierten Verkehrsaufkommens sicherstellen.
Die neue Trassierung für die Kreuzung Plock-/Völklinger Straße ist wie folgt geplant: Die Völklinger Straße hat in der Süd-Nord-Richtung nördlich der Fährstraße vier Fahrspuren. Die zwei rechten Fahrspuren Richtung Norden werden als Geradeausspuren in Richtung Rheinufertunnel weitergeführt. Etwa 90 Meter hinter dem Knoten Völklinger-/Fährstraße werden die zwei westlichen Fahrspuren zusammengeführt und eine einzelne Fahrspur als Linksabbieger zur Plockstraße verschwenkt und kreuzungsfrei über die geplante Brücke ("Überflieger") geführt. Die Linksabbiegespur in die Plockstraße enden rund 130 Meter westlich der Völklinger Straße. Dort läuft die Fahrspur des Linksabbiegers mit der des Rechtsabbiegers aus der Völklinger Straße zusammen und beide Fahrspuren befinden sich in Fahrtrichtung Hafen wieder auf Geländehöhe. Von Norden nach Süden sind für die Völklinger Straße zwischen den Knotenpunkten Plockstraße und Fährstraße vier Fahrspuren vorgesehen.

Die Plockstraße in Blickrichtung Völklinger Straße als Animation nach Ausbau und Errichtung der Brücke.
Überflieger mit Transparenz
Die neue Brücke Plockstraße soll ein Höchstmaß an Transparenz erreichen, um das Eingangsensemble mit Stadttor und Fernmeldeturm nicht zu beeinträchtigen. Verkehrstechnisch darf die Brücke keine Stützen im Kreuzungsbereich erhalten. Diese Rahmenbedingungen führten zu einer an zwei Stahlbögen aufgehängten Fahrbahnkonstruktion über der Kreuzung sowie schlanken Stützen und weit zurückversetzen Widerlagern in den Rampenbereichen. Die Konstruktion wird eine so genannte Stahlverbundkonstruktion sein, das heißt ein Stahlbauwerk mit aufgelegter Stahlbetonfahrbahnplatte. Die Gesamtlänge des Brückenbauwerkes beträgt zwischen den Widerlagern 211,76 Meter, hinzu kommen die beiden Rampen mit 26,40 und 35,80 Metern. Die Bögen sind rund 16 Meter hoch. Die Breite zwischen den Geländern beträgt 7,10 Meter bei einer vier Meter breiten Fahrbahn und einem zwei Meter breiten Standstreifen. Am äußeren Radius erhält die Brücke einen etwa 1,20 Meter hohen transparenten Lärmschutz und eine über die gesamte Länge integrierte Fahrbahnbeleuchtung.
Für die Kreuzung Völklinger Straße/Fährstraße ist folgende neue Trassierung vorgesehen: Die Völklinger Straße erhält aus Richtung Norden drei Geradeausspuren, eine kombinierte Geradeaus-/Rechtsabbiegespur sowie eine Wendefahrt. Ein unmittelbares Linksabbiegen in die Fährstraße ist nicht möglich. Für die Linksabbieger wird südlich des Knotenpunktes eine indirekte Führung über die Fährstraße (West) angeboten. Aus Richtung Süden vor dem Knotenpunkt hat die Völklinger Straße vier Fahrstreifen. Nördlich der Fährstraße werden die zwei östlichen Fahrspuren als Geradeausspur Richtung Norden weitergeführt. Die zwei westlichen Fahrspuren werden hinter dem Knotenpunkt zusammengeführt und als einzelner Fahrstreifen weiter auf die Rampe des Brückenbauwerks geleitet. Der heutige Linksabbieger in die westliche Fährstraße entfällt und wird indirekt über die östliche Fährstraße mit einer Wendemöglichkeit im Kreuzungsbereich mit der Volmerswerther Straße in den westlichen Abschnitt der Fährstraße geführt.
Der westliche Ast der Fährstraße erhält eine Linksabbiegespur, zwei Geradeausfahrspuren sowie zwei Rechtsabbiegespuren. Die Radfahrer werden über einen markierten Radfahrstreifen zwischen den Abbiegespuren geführt. Der östliche Ast der Fährstraße mit zwei Linksabbiegespuren, einer Geradeausspur und einem "freien Rechtsabbieger" neben einer Dreiecksinsel bleibt unverändert. Die Ampelanlage wird der neuen Verkehrsführung angepasst.
Bahnbrücke seit April 2009 fertig
Die DB-Brücke Plockstraße wurde von der Deutschen Bahn aufgeweitet, um die Plockstraße vierspurig darunter zu führen und an die gleichfalls vierspurige neue Holzstraße anzuschließen. Künftig wird der Verkehr dann auf zwei Fahrspuren pro Richtung zum und aus dem Hafen geführt. Ende Februar 2006 wurde mit dem Neubau der Brücke begonnen und Ende April 2009 war sie fertig gestellt.
Im Weiteren schließen sich Straßenbauarbeiten an. Ende 2012 sollen auch diese abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt wird auch die Plockstraße zwischen Völklinger- und Hammer Dorfstraße vierspurig befahrbar sein, so dass die Haupterschließung in den Hafen ab Ende 2012 von der Völklinger Straße bis nahezu in Höhe der Kesselstraße vierspurig ausgebaut sein wird. Veranlasser für die neue Brücke war die Stadt Düsseldorf. Eigentümer ist die Deutsche Bahn. Finanziert wurde das 14,5-Millionen-Euro-Projekt durch die Stadt mit 35 Prozent und Zuwendungen des Landes NRW in Höhe von 65 Prozent.
Zur Entlastung der Franziusstraße wurde im Juni 2008 der Durchgangsverkehr in und aus dem Industriehafen auf den neuen vierspurigen Abschnitt der Holzstraße verlegt. So konnte dort die Verlegung eines Kanals erfolgen. Zusammen mit den Verlegungen von Versorgungsleitungen waren dies die ersten Vorboten zum Bau der neuen Straßenbahntrasse in den Medienhafen. Der Bau der Straßenbahntrasse und die begleitenden Bauarbeiten in der Franziusstraße werden in Abstimmung mit der Hochbaumaßnahme "Casa Stupenda" ausgeführt, da unter der zukünftigen Platzfläche südlich der Franziusstraße eine Tiefgarage entstehen soll. Rund 2,1 Millionen Euro sind für den Ausbau der Franziusstraße vorgesehen. Baubeginn eines ersten Bauabschnittes ist für März 2012 vorgesehen.
Der weiterführende vierspurige Ausbau der Holzstraße in Richtung Industriehafen bis zur Einmündung Kesselstraße ist noch abhängig von Grundstücksverhandlungen. Der rund acht Millionen Euro teure Ausbau der Kesselstraße, inklusive neuer Platz- und Promenadenflächen, geschieht in Anpassung an die künftige Hochbebauung. Die Straße soll hochwasserfrei um 1,5 bis zwei Meter höher gelegt werden. Der erste Bauabschnitt ist bereits als Baustraße in der neuen Höhenlage hergestellt worden. Der Bau eines Abwasserkanals ist ebenfalls erfolgt.
Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Hafen heute über die S-Bahn-Linien S 8, S 11 und S 28 sowie mit der Straßenbahnlinie 708 und der Buslinie 725 zu erreichen. Geplant ist der Bau einer neuen Straßenbahntrasse, bislang als Verlängerung der Linie 704, ab Hauptbahnhof über die Graf-Adolf-, Neusser-, Gladbacher-, Franzius-, Holz- bis zur Kesselstraße. Der Baubeginn ist abhängig von den geplanten Hochbauten. Für die Straßenbahntrasse sind 6,5 Millionen Euro vorgesehen und die Gleiseckverbindung Neusser-/Gladbacher Straße hat bereits 1,6 Millionen Euro gekostet. Langfristig sind zudem geplant: vierspuriger Ausbau der Haupterschließung des Industriehafens über Holz- und Fringsstraße bis zur Hamburger Straße und Verlängerung der Straßanbahntrasse bis zur Weizenmühlenstraße.
- Der MedienHafen - Kunst, Kommunikation und Kreativität
- Bereits realisierte verkehrliche Maßnahmen seit 2002

