Verkehrslenkungszentrale erstrahlt in bunten Farben
An 365 Tagen im Jahr besetzt/Weitere Vario-Tafeln geplant
An der Düsseldorfer Straße in Heerdt schlägt in der Verkehrslenkungszentrale (VLZ) das Herz zur Steuerung des Verkehrs in der Landeshauptstadt, das unter dem Namen Verkehrssystemmanagement in Düsseldorf (ViD) läuft. Der nüchterne Zweckbau erstrahlt jetzt nicht nur außen in bunten Farben, auch die Technik im Innern ist nun im Top-Zustand. ViD besteht aus sieben Bauprojekten mit Gesamtkosten in Höhe von rund 11 Millionen Euro. Davon wurden die ersten fünf mit Mitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) in Höhe von etwa 6,5 Millionen bezuschusst. Schüler des Ceciliengymnasiums und Studenten der Kunstakademie haben jüngst dem VLZ-Gebäude zu einer kunstvoll gestalteten Fassade verholfen.

Farbenfrohes Design an der Verkehrslenkungszentrale.
Das Verkehrssystemmanagement in Düsseldorf (ViD) beruht auf einem Grundsatzbeschluss des Rates aus dem Jahr 2001 und hat den Aufbau eines funktionstüchtigen Systems zur Steuerung des Verkehrs in der Landeshauptstadt zum Ziel. Das System dient zum einen der strategischen Verkehrssteuerung, angepasst an die momentane Verkehrslage, zum anderen erfolgt eine Information der Verkehrsteilnehmer zu aktuellen Verkehrssituationen. Die einzelnen ViD-Projekte haben folgenden Stand:
2004 wurde die Verkehrslenkungszentrale für rund 400.000 Euro grundlegend umgebaut. Die Zentrale ist an 365 Tagen rund um die Uhr besetzt. Von dieser Schaltstelle werden alle verkehrstechnischen Einrichtungen wie Ampelanlagen, Variotafeln, Parkleitschilder und Tunnelsperreinrichtung gesteuert und hier laufen auch alle Störmeldungen der Systeme zusammen.
Besondere Vorkommnisse im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht werden telefonisch entgegen genommen und entsprechende Schritte zur Behebung der Störung eingeleitet. Weitere VerkehrsmanagementSysteme mit Kosten von etwa 2,5 Millionen Euro sind im Aufbau. So zum Beispiel ein Verkehrslagebericht zur Darstellung der aktuellen Verkehrslage für das Internet. Ferner erfolgt im Rahmen des Forschungsprojektes Dmotion die Kopplung mit der NRW-Verkehrslenkungszentrale für die Autobahnen, damit die städtische Zentrale auch Informationen von dem Autobahnviereck um Düsseldorf erhält und zur Steuerung verwenden kann.
Die Verkehrsrechner zur Steuerung der städtischen Ampelanlagen sind an den Standorten Schadowplatz und Jülicher Straße untergebracht. Nach und nach werden die alten Rechner abgebaut, so dass bis 2010 nur noch zwei Verkehrsrechner, einer für die Anlagen im Norden und einer für die im Süden der Stadt, bestehen bleiben. Durch den Anschluss von 14 Lichtsignalanlagen im Bereich Düsseltal an den neuen Rechner wurde 2005 die "Grüne Welle" auf der Lindemannstraße optimiert. Die Gesamtkosten lagen bei rund vier Millionen Euro.
An 36 Standorten in der Innenstadt und Umgebung wurden für rund eine Million Euro Video- und Infrarot-Detektionssysteme installiert. Damit wird das Verkehrsaufkommen auf wichtigen Streckenabschnitten erfasst und an die Zentrale weitergeleitet. Dort werden dann ab 2008 die optimalsten Signalprogramme ausgewählt und die Ampeln über die Verkehrsrechner geschaltet.
Aus einer Variotafel und einem Wechselwegweiser besteht die 600.000 Euro teure Routenbeeinflussungsanlage vor dem Heerdter Dreieck. Über sie werden die Verkehrsteilnehmer einerseits auf die Verkehrslage auf den Rheinbrücken und im Innenstadtbereich aufmerksam gemacht und andererseits wird ihnen eine Alternativroute empfohlen. Ende 2007 werden sechs weitere Variotafeln im Stadtgebiet (B 8, Danziger Straße, Kennedydamm, Südring, Mörsenbroicher Ei, Münchener Straße) installiert. Mittels dieser neuen Tafeln kann sich künftig ein Großteil der Verkehrsteilnehmer über besondere Verkehrslagen informierte. Die Kosten dafür betragen rund zwei Millionen Euro.

Die Verkehrslenkungszentrale, Schaltstelle des Düsseldorfer Verkehrs.
Rund 300.000 Euro kosteten die Sperreinrichtungen für die Portale des Rheinufertunnels. Damit kann der Tunnel automatisch über die Brandmeldeanlage und manuell von der Verkehrslenkungszentrale beziehungsweise der Feuerwehr gesperrt werden. Bei Sperrung werden die benachbarten Lichtsignalanlagen automatisch so geschaltet, dass der Verkehr in Richtung Tunnel Dauerrot bekommt und der Verkehr bei Dauergrün aus dem Tunnel fließt.
An das modernisierte Parkleitsystem sind rund 13.000 Stellplätze in städtischen Parkhäusern angeschlossen. Für rund 200.000 Euro wurden erforderliche Anpassungen an der Zentrale durchgeführt und fünf neue Schilder im Rheinufertunnel und eins auf der Oberkasseler Brücke montiert. Damit werden die Autofahrer zunächst informiert über die insgesamt in einem Stadtbereich vorhandene Anzahl freier Parkplätze (Parkquartiere) und dann über die freien Plätze in den einzelnen Parkhäusern.Hintergrund-Informationen
1972 - Mit der Fertigstellung des Rheinalleetunnels wurde im Tunnelbetriebsgebäude (heute VLZ) eine Tunnelüberwachung durch die Polizei betrieben.1973 - Die Tunnelüberwachung wird im 24-Stunden Schichtdienst vom Amt für Verkehrsmanagement übernommen.
1977 - Das Betriebsgebäude wird auf die heutige Größe erweitert.
1978 - Das Amt für Verkehrsmanagement übernimmt von der Polizei die Bedienungs- und Überwachungsanlage für die Lichtsignalanlagen und Verkehrsrechner.
2004 - Grundlegender Umbau der Verkehrslenkungszentrale und Installation der Bedieneinrichtungen des Verkehrsmanagementsystems in der heutigen Form.
2007 - Gestaltung der Fassade durch Schüler des Ceciliengymnasiums und Studenten der Kunstakademie.

