Vorkehrungen für das Ausbaggern des Injektionsschachtes

Amt für Verkehrsmanagement und bauausführende Firma Bilfinger Berger legen Konzept vor
In einem Gespräch zwischen dem Amt für Verkehrsmanagement, den Prüfingenieuren, den Bodengutachtern und der bauausführenden Firma Bilfinger Berger ist ein Konzept erarbeitet worden, wie der zurzeit mit Kies verfüllte Kompensations-Injektions-Schacht (KI-Schacht) wieder frei gebaggert und in Betrieb genommen werden kann.
Im Rahmen ihrer turnusmäßigen Sitzung machte sich die "Kleine Kommission Wehrhahn-Linie" vor Ort ein Bild von den eingeleiteten Maßnahmen an dem Schacht unter der Hochstraße am Jan-Wellem-Platz, in den Erdreich eingedrungen war.
Danach werden im Schacht zunächst Sondierungen vorgenommen, um die Bodenbeschaffenheit der Sohle zu prüfen und die Ursache des Schadens festzustellen. Eine ohnehin später für die Unterfahrung des Tausendfüßlers mit der Tuborine vorgesehene Hubkonstruktion der Stützen 8H und 9H wird vorgezogen. "Damit wird sichergestellt", so Baudezernent Dr. Gregor Bonin, "dass auch im Falle geringer Verdrehungen oder Setzungen bei der schrittweisen Wiederausbaggerung des KI-Schachtes keine der vorgegebenen und laufend kontrollierten Sicherheitsgrenzwerte überschritten werden."
Die "Kleine Kommission Wehrhahn-Linie" hat sich am Donnerstag, 2. Dezember, vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und konnte sich von der Sicherheit der Baustelle überzeugen. Dazu der Vorsitzende, Andreas Hartnigk: "Die aktuell vorgenommenen umfangreichen Untersuchungen und Kontrollen zeigen, dass für einen sicheren Bau der Wehrhahn-Linie alles getan wird. Mit den jetzt in Angriff genommenen zusätzlichen Maßnahmen kann das am Jan-Wellem-Platz aufgetretene Problem behoben werden."
Blick in den KI-Schacht. Zu erkennen sind die Nummerierungen für die insgesamt 32 Betonsäulen, aus denen der sechs Meter im Durchmesser große Schacht besteht. Weiter unten befinden sich betonierte Aussteifungen.
Der KI-Schacht wird zusätzlich unmittelbar hinter seinen Bohrpfählen durch eine Abschirmwand im Düsenstrahlverfahren gesichert. Alle Arbeiten am Schacht werden durch zusätzliche Rammsondierungen außerhalb kontrolliert. Sollten dabei Auflockerungen festgestellt werden, wird zur Verfestigung Flüssigboden injiziert.
Der Kies im KI-Schacht wird schließlich in kleinen Schritten ausgebaggert. Dies geschieht aber frühestens in drei Wochen. Dabei werden mögliche Setzungen oder Verdrehungen im Millimeterbereich ständig kontrolliert.
An einer der beiden in Frage kommenden Stützen des Tausendfüßlers sind die Arbeiten für die Anbringung einer zusätzlichen Sicherung angelaufen. Diese Arbeiten, die zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin vorgesehen waren, wurden nun vorzogen.
(2. Dezember 2010)
Hintergrund: Kompensations-Injektions-Schächte
Insgesamt werden laut den Verkehrsmanagern im Zuge des Wehrhahn-Linien-Baus vier KI-Schächte benötigt. Sie befinden sich in Höhe der Elisabethstraße, am Schadowplatz, am "Tausendfüßler" und Am Wehrhahn. Von diesen Schächten ausgehend werden Rohre in den Boden ringsherum verlegt. Durch darin befindliche Manschetten kann mit Hochdruck Beton ins Umfeld gepresst werden. Durch diese Injektionen werden Hohlräume im Boden aufgefüllt und die Standsicherheit der umliegenden Häuser garantiert. KI-Schächte sind im Rahmen des U-Bahn-Baus gängig und unerlässlich. An der Elisabethstraße wurde diese Maßnahme bereits erfolgreich abgeschlossen. Der Schacht dort ist jetzt bereits wieder außer Betrieb.
Hintergrund: Bodenabsenkung
Im Zuge der U-Bahn-Bauarbeiten und der Umgestaltung des Jan-Wellem-Platzes war es am Freitag, 26. November, unterhalb der Hochstraße "Tausendfüßler" zu einer Bodenabsenkung gekommen. Ein trichterförmiges Loch war sichtbar geworden. Etwa 30 Kubikmeter Erdreich waren in die Grube eines KI-Schachtes gerutscht, an der Oberfläche wurde ein etwa zwei Mal zwei Meter großes Loch erkennbar. Die Schadensstelle war sofort gesichert worden, der Schacht mit Kies aufgefüllt worden. Die Hochstraße "Tausendfüßler" war zunächst gesperrt worden. Gegen 23.30 Uhr am gleichen Tage konnte sie wieder für den Autoverkehr frei gegeben werden.


