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115 Tonnen schweres Schneidrad millimetergenau eingepasst

Wehrhahn-Linie
Wehrhahn-Linie

Tunnelbohrmaschine startet Anfang April zur zweiten Etappe über 955 Meter

Ein spektakuläres Bild bot sich am Montag, 28. Februar, als das mächtige Schneidrad der Tunnelbohrmaschine für den Bau der Wehrhahn-Linie in den Startschacht am Corneliusplatz an der Königsallee abgesenkt wurde. Bei einem Gewicht von 115 Tonnen und einem Durchmesser von 9,50 Meter war größte Präzision gefordert, um die schwere Last millimetergenau einzupassen. Damit ist die Grobmontage der Maschine abgeschlossen. Bis Karnevals-Samstag wird auch der mächtige Kran demontiert, mit dessen Hilfe die gewichtigen Teile der Maschine in die Erde gebracht wurden. Das Schneidrad ist der vorderste Teil der rund 65 Meter langen Tunnelbohrmaschine.

Das mächtige Schneidrad der Tunnelbohrmaschine wird in den Startschacht am Corneliusplatz abgesenkt.
Das mächtige Schneidrad der Tunnelbohrmaschine - 115 Tonnen schwer und 9,50 Meter Durchmesser - wird in den Startschacht am Corneliusplatz abgesenkt.
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Wegen der geringen Größe des Startschachtes kann die Tunnelbohrmaschine zunächst nicht in ihrer vollen Ausrüstung aufgebaut werden. Einer der drei Nachläufer wird erst montiert, wenn die Maschine sich schon ein Stück vorangearbeitet hat. Zum Auftakt hat sie eine Länge von 45 Metern. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass in Höhe des Tausenfüßlers auf einer Länge von 21,50 Metern Stahltübbings in die Röhre eingebaut werden. Dies geschieht, weil dort in unmittelbarer Nachbarschaft später eine Röhre des Kö-Bogen-Tunnels gebaut wird. Die Stahltübbings bieten die Gewähr, dass es dann dort keine Verformungen gibt.

Über 12.000 Tübbings werden für die Wehrhahn-Linie gebraucht. Sie wurden in einem Betonwerk in Nievenheim produziert. Tübbings sind mächtige Betonteile, die von der Tunnelbohrmaschine unter der Erde zu einem geschlossenen Ring zusammengesetzt werden. Um Richtungswechsel zu ermöglichen, sind die jeweils 6,5 Tonnen schweren Betonsegmente so konzipiert, dass sie leicht konisch, das heißt an einer Seite einige Zentimeter breiter sind. Beim Einbau auf geraden Strecken werden die Tübbings dann abwechselnd um je 180° versetzt eingebaut, für Kurven wird dieser Versatz dann unterbrochen. So wird erreicht, dass Tübbingringe gleichmäßig in Serie hergestellt werden können.

An der Spitze der auf den Namen "Tuborine" getauften Tunnelbohrmaschine wurde das Schneidrad mit einer Vielzahl von Zapfen und 72 mächtigen Schrauben befestigt und eine stabile Verbindung zum Antrieb der Maschine geschaffen. Das Schneidrad ist bestückt mit 27 Doppeldisken, 172 Schälmessern und 16 so genannten Räumern. Mit dem Schneidrad drückt sich der Bohrkopf des Schildes gegen die Erdwand und löst rotierend den Boden. Wenn die Tunnelbohrmaschine ihren Betrieb aufgenommen hat, ermöglicht eine umfangreiche Datenanlage jederzeit einen Einblick in die Einzeldaten, die Steuerung, die Drehzahl, das Drehmoment und die Kraft des Schneidrades.

Das Schneidrad wird nicht nur den Boden auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen entfernen. Mit seinen Disken ist es ihm möglich, die vorab gebauten 80 bis 120 Zentimeter dicken Schlitz- und Dichtwände aus Beton, welche die Bahnhöfe umgeben, kreisförmig aufzuschneiden. Als Bewehrung wurden in diesen Wänden allerdings - um das Schneidrad zu schonen - eine Armierung aus Glasfaser eingesetzt. Schon direkt beim Start Anfang April zu der 955 Meter langen Fahrt in Richtung Am Wehrhahn muss die Maschine unter der Königsallee eine 120 Zentimeter dicke Betonwand durchfahren.

Mit Hilfe des Schneidrades erfolgt der Vortrieb des Stahlzylinders der Schildmaschine in den Boden. Die Schildmaschine stützt sich gegen den zuletzt eingebauten Ring ab und presst den Schildkörper bei gleichzeitigem Abbau des Bodens um die Länge eines Ringes (1,50 Meter) weiter. Dort können dann die Tübbings hinter einer Druckwand unter atmosphärischen Druckverhältnissen eingebaut werden.

Der Abbau des Bodens erfolgt mit einer Stützflüssigkeit, dem Bentonit. Die Bentonitsuspension stützt den Boden vor dem Schneidrad und vermischt sich mit diesem und wird über die Förderleitung aus dem Tunnel gepumpt. In einer Separieranlage wird das Erdreich von dem Bentonit wieder getrennt und zum Bohrkopf zurück gepumpt.


Zahlen und Fakten

Benötigte Zahl von Tübbings: 12.144
Tübbingbreite: 1,50 Meter
Tübbingdicke: 0,45 Meter
Tübbinglänge: 4,00 Meter
Gewicht eines Tübbings: 6,5 Tonnen
Ringteilung: 7 + 1 Tübbing
Gewicht eines Ringes: 46 Tonnen
Ringdurchmesser innen: 8,30 Meter
Ringdurchmesser außen: 9,20 Meter
Corneliusplatz - Am Wehrhahn 955 Meter

Technische Daten der Tuborine

Durchmesser Schildmaschine: 9,50 Meter
Länge Schildschwanz: 9,50 Meter
Länge Nachläufer: rund 55 Meter
Gewicht Schild inklusive Schneidrad: 762 Tonnen
Gewicht Schneidrad: 115 Tonnen
Gewicht Nachläufer: 540 Tonnen
Antrieb: elektrischer Ringantrieb, 11 Motoren mit einer Gesamtleistung von 1.210 kW
Gesamte installierte elektrische Leistung: 2.899 kW
Drehmoment Schneidrad: 6.288 kNm bei 1,7 U/min (max. 10.061 kNm) 6.288 kNm bei 1,7 U/min (max. 10.061 kNm)
Nominale Vortriebskraft: 56.033 kN (max. 60.344 kN)
Betriebsdruck der 28 Vortriebspressen: 325 bar (maximal 350 bar)

(28. Februar 2011)


 

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E-Mail: wehrhahn-linie @duesseldorf.de

 

 

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25. Mai 2012 | 06:21 Uhr

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