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Unter dem Graf-Adolf-Platz schreitet der Bahnhofs-Ausbau voran

Wehrhahn-Linie
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Die künftigen U-Bahnhöfe entstehen als komplett eigenständige Baukörper

Die Tunnelbohrmaschine "Tuborine" hat auf ihrem Weg zwischen Bilk und der Benrather Straße auf einer Länge von 1.298 Metern eine durchgehende, vollkommen geschlossene Röhre mit einem Außendurchmesser von 9,50 Meter hergestellt. Die Röhre muss in den Bereichen der künftigen Bahnhöfe wieder abgebrochen werden. Diese Arbeiten laufen nun am Graf-Adolf-Platz und am Kirchplatz. Im Vorlauf dazu war die Röhre in den Bahnhofsbereich mit Erdreich aufgefüllt worden. Dazu Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller: "Der nun am Graf-Adolf-Platz sichtbar werdende Bauablauf zeigt das Verfahren auch für die übrigen Bahnhöfe. Die Arbeiten für den Ausbau der unterirdischen Haltepunkte verlagern sich fast vollständig unter die Erde. Oben werden nur noch die Flächen für die Baustelleneinrichtung benötigt."

Schaubilder: So entstehen die U-Bahnhöfe
Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller vor der Tunnelröhre im Bereich des Bahnhofes Graf-Adolf-Platz.

Bildershow: Aufbruch der Tunnelröhre im Bereich des Bahnhofes Graf-Adolf-Platz (4 Fotos)

Von einer etwa 4 x 6 Meter großen Montageöffnung im Deckel über den Bahnhöfen wurden im ersten Schritt zunächst einige Kubikmeter Boden entfernt. In die Röhre ist dann von oben eine Öffnung von 1 x 1,50 Meter gestemmt worden, durch die Erdreich in den Tunnel eingefüllt wurde. Der Tunnel ist im Bahnhofsbereich auf etwa 90 Prozent seiner Höhe mit Boden aufgefüllt worden. Dadurch wird erreicht, dass während der Entlastung, die durch den weiteren Bodenaushub entsteht, unter dem Deckel die Standsicherheit gewährleistet bleibt.

Schaubilder: So entstehen die U-Bahnhöfe

Schaubilder: So entstehen die U-Bahnhöfe (3 Grafiken)

Mehr Infos und Animation zur Deckelbauweise

Danach wird der Aushub über der Röhre fortgesetzt und dabei sukzessive der Tunnel auf der kompletten Bahnhofslänge von 125 Metern abgebrochen. Diese Vorgehensweise ist die eindeutig wirtschaftlichere. In den Bahnhofsbereichen waren deshalb Tübbings mit einer Glasfaserarmierung verbaut worden. Dies war eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich die Betonteile leichter entfernen lassen.

Die zu beiden Seiten der Röhre verlaufenden Schlitzwände werden mit fortschreitendem Erdaushub aus statischen Gründen mit in mehreren Reihen übereinander angeordneten Verpressankern gesichert. Das sind bis zu 25 Meter lange Stahlglieder, die sich mit einer Zementverpressung im Boden verspannen. Während dieser Arbeiten wird das Grundwasser im Bahnhofsbereich abgesenkt.

Nach dem Ende der Aushub- und Abbrucharbeiten beginnt der Bau des eigentlichen Bahnhofsbauwerkes. Die U-Bahnhöfe werden als wasserundurchlässige Stahlbeton-Rahmenkonstruktionen gebaut. Alle hierfür benötigten Baumaterialien (Beton- und Stahl), Schalungen und Hilfsgeräte werden durch die Montageöffnung von der Oberfläche nach unten transportiert.

Vom zeitlichen Ablauf sehen die weiteren Schritte so aus: Am Graf-Adolf-Platz und auch am Kirchplatz werden die Röhren bis voraussichtlich Oktober dieses Jahres abgebrochen sein. Danach wird zunächst an der tiefsten Stelle, etwa 20 Meter unter der Oberfläche, eine neue Betonsohle eingebaut. Sie erhält eine Dicke zwischen 1,50 bis 2 Metern. Es schließt sich der Bau der seitlichen Bahnhofswände mit einer Dicke von 0,70 Meter bis zu einem Meter an, die sich direkt an die Schlitzwände anlehnen.

Für die Konstruktion des Bahnhofes sind die Schlitzwände ohne Bedeutung. Ihre Aufgabe besteht nur darin, den seitlichen Schutz in der Bauphase zu gewährleisten und die Grube in dieser Zeit vor eindringendem Grundwasser zu schützen. Die Bahnhöfe sind grundsätzlich komplett neue und eigenständige Baukörper, die gegen Grundwasser geschützt sind. Nach den Zeitplänen werden die Bahnhöfe am Kirchplatz und am Graf-Adolf-Platz im Rohbau im September 2012 fertig sein.

(21. März 2011)


 

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