Kanal- und Leitungsbau sind wichtige Kapitel
Umfangreiche Verlegearbeiten beim Bau der Wehrhahn-Linie
Im Stadtgefüge einer Großstadt gibt es große Mengen unterirdisch verlaufender Leitungen: Strom, Wasser, Gas, Fernwärme, Trassen unterschiedlichster Kommunikationsgesellschaften und auch Kanäle. Und wenn da nun eine U-Bahn oder auch die dazu gehörenden Bahnhöfe in die Erde gelegt werden sollen, müssen die Leitungen verlegt werden. Beim Bau der Wehrhahn-Linie macht diesen einen großen Teil der Arbeit an der Strecke überhaupt aus.
Wie die Verlegearbeiten ablaufen und welche Schritte erforderlich sind, verdeutlicht die folgende Animation (bitte auf Start klicken).
In der Natur der Sache liegt es, dass sich die Leitungen in unterschiedlichen Tiefen befinden. Das bedeutet bei der Freimachung des Baufeldes, so der Fachausdruck der Ingenieure, nichts anderes, als dass mehrfach angepackt werden muss. So wurden beispielsweise an der Kasernenstraße zunächst die Leitungen aus dem Bürgersteigbereich direkt an die Hauswände verlegt. Dies ist notwendig, da die Schlitzwände für den künftigen Bahnhof und die große offene Baugrube mitten durch die alten Leitungswege verlaufen.

Die Grafik verdeutlicht das engmaschige Leitungs- und Kanalnetz in einer modernen Großstadt. Sie zeigt gleichzeitig, wie groß der Aufwand ist, wenn in eine solche Kreuzung ein U-Bahnhof platziert wird. Seine Ausmaße mit den notwendigen Zugängen und den Schlitzwände zeigt beispielhaft die Darstellung links unten.
Fundamente werden gesichert
Nachdem diese Arbeiten abgeschlossen waren, galt die Aufmerksamkeit dann dem in der Straße verlaufenden Abwasserkanal. Dieser Kanal musste nun noch - wie an zahlreichen anderen Stellen der U-Bahn-Baustelle auch - unter die neu verlegten Leitungen in Richtung der Häuser gepackt werden. Dabei kommen die Arbeiten in Tiefen, die bis unter die Fundamente der angrenzenden Häuser reichen. Um dort Schäden zu vermeiden, wurden die Fundamente speziell gesichert.
Dazu setzen die Ingenieure das so genannte Düsenstrahlverfahren ein. Dabei wird mit einer langen Lanze, die sich zuvor unter die Fundament der angrenzenden Bauten vorgebohrt hat, mit hohem Druck eine Zementsuspension in das Erdreich gepresst. Dadurch werden die kiesigen Bereiche praktisch betoniert. Erst danach können die Gruben entsprechend tief freigelegt werden, um die Kanäle neu zu verlegen. Diese Arbeiten wiederholen sich praktisch an allen Bereichen der künftigen Bahnhöfe der Wehrhahn-Linie.



