Fair Handeln – weltweit

Kampagne zur Verwendung von Holz aus nachhaltiger - zertifizierter - Holzwirtschaft

Ein Projekt des Fachforums III - Ressourcenschonung

Holz ist ein vielseitiger und nachwachsender Rohstoff, doch Wälder brauchen Zeit, bis für das geschlagene Holz wieder neues gewachsen ist. Eine alte Regel der Waldwirtschaft lautet, nur so viel zu entnehmen, wie nachwachsen kann. Diese Regel ist zum allgemeinen Motto der Lokalen Agenda geworden.

Aktueller Stand

 Mit der Wanderausstellung "Von Biedermännern und Brandstiftern", PDF-Datei Poster 3,9 MB   wurde die Öffentlichkeit über dieses Thema informiert. Stationen der Ausstellung in Düsseldorf waren das Naturkundliche Museum Benrath, Schulen und das Technische Rathaus. Inzwischen waren die Poster auch in verschiedenen anderen Städten zu sehen. Die Ausstellung kann beim Umweltamt ausgeliehen werden.

Die Stadt Düsseldorf ist bestrebt, den Einsatz von Tropenholz zu vermeiden. Beim Bauen am Wasser hat Tropenholz jedoch wegen seiner guten Haltbarkeit viele Vorteile. Im Jahr 2000 wurde festgelegt, dass dort, wo nicht auf tropische Hölzer verzichtet werden kann, nur Holz mit FSC-Siegel verwendet werden darf.

Bei allen seit Sommer 2000 gebauten Fußgängerbrücken über Gewässer wurde darauf geachtet, dass eingesetzte Tropenhölzer das FSC-Siegel haben wie z.B. die Brücken im Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe, im Garather Schlosspark und am Friedhof Eller. Auch die Hafenbrücke, eines der Wahrzeichen des modernisierten Düsseldorfer Hafens, wurde 2005 aus FSC-Holz gebaut.

Die Stadt Düsseldorf erfüllt selbst die Kriterien, die sie an andere stellt: Auch der Düsseldorfer Stadtwald wird nach den Kriterien des FSC bewirtschaftet. Die Stadt erhielt dafür im Sommer 2000 ein entsprechendes Zertifikat

Hintergründe, Intention, Organisatorisches

Agenda-Relevanz

Ein genereller Tropenholzverzicht, wie er in den 80er Jahren gefordert wurde, hat sich zur Rettung der Tropenwälder als ungeeignet erwiesen. Die erhoffte Reduzierung des Holzeinschlags in den Tropenländern blieb aus. Um den Preisverfall auszugleichen, wurde zum einen noch mehr Wald gerodet; zum anderen wurden die Wälder, da sich ihre forstwirtschaftliche Nutzung nicht mehr lohnte, ökonomisch uninteressant und deshalb zum Kahlschlag oder zur Brandrodung freigegeben.

Im Sinne der Rio-Konferenz für nachhaltige Entwicklung haben Waldbesitzer, Umweltverbände, Vertreter von Holzindustrie, von Gewerkschaften und indigenen Völkern 1993 in Kanada die internationale, unabhängige Dachorganisation Forest Stewardship Council (FSC = Weltforstwirtschaftsrat) gegründet. Der FSC fordert weltweit eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder bei gleichzeitigem Aufbau von ökologisch repräsentativen, großflächigen Schutzgebieten (mindestens 10% der weltweiten Tropenwaldfläche).

Hierzu wurde ein international verbindlicher Katalog erarbeitet, der auf zehn Prinzipien und Kriterien beruht. Das FSC-Holzsiegel steht weltweit für das derzeit einzige glaubwürdige Zertifizierungssystem, welches wirtschaftliche, soziale und ökologische Interessen gleichermaßen berücksichtigt.

Durch das FSC-Siegel wird die Herkunft des Holzes aus konsequent ökologischer Waldnutzung sowohl aus tropischen Ländern als auch aus der borealen und gemäßigten Zone garantiert. Außerdem werden nicht nur die Forstbetriebe, sondern die gesamte Verarbeitungs- und Handelskette kontrolliert. Damit stehen dem Verbraucher erstmals Holz und Holzprodukte zur Verfügung, die hohen ökologischen und sozialen Anforderungen entsprechen.

Wie alle westlichen Industrieländer importiert Deutschland große Mengen Holz und Zellstoff und hat damit einen Einfluss auf den internationalen Holzmarkt. Das Düsseldorfer Agenda-Projekt zielt darauf, durch bewusstes Kaufverhalten einen Beitrag zur nachhaltigen Waldwirtschaft und damit zum Schutz der Primärwälder weltweit zu leisten.

Die Stadt Düsseldorf hat eine Vorbildfunktion übernommen und bei der kommunalen Beschaffung die Verwendung von FSC-Holz und Holzprodukten verbindlich festgeschrieben. Auch Verbraucher, Handel, Unternehmen und Handwerksbetriebe sollen informiert und motiviert werden, das international anerkannte FSC-Gütesiegel zu unterstützen.

Im Sinne der Agenda 21 vor Ort ist die Zertifizierung des Düsseldorfer Stadtwaldes nach den Kriterien des FSC erfolgt.

Das Projekt erfüllt mehrere Ziele der Agenda 21:

Ökologisch: Bekämpfung der Entwaldung, Schutz der Erdatmosphäre durch Erhaltung des Ökosystems Wald, Erhaltung der biologischen Vielfalt, Förderung eines umweltfreundlichen, erneuerbaren Rohstoffs (Holz)

Sozial: Anerkennung und Stärkung der Rolle der eingeborenen Bevölkerungsgruppen, Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung, Sicherung und Verbesserung der menschlichen Lebensgrundlagen (d. h. gesichertes Einkommen, dauerhafte, möglichst ganzjährige Beschäftigung, Einhaltung von Sicherheitsstandards, Ausbildung und Qualifizierung, Arbeitnehmerrechte u. a.) Erhaltung der Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder (Teil der menschlichen Lebensqualität)

Ökonomisch: nachhaltige, aber dennoch ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung, Förderung einer verantwortungsbewußten Unternehmerschaft, Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, Imagegewinn und verbesserter Marktzugang für die Holzwirtschaft und ihre Produkte

Nord-Süd-Aspekt: Integration von Umwelt- und Entwicklungszielen, internationale Zusammenarbeit zur Beschleunigung nachhaltiger Entwicklung, Gleichberechtigung durch sowohl in den tropischen Ländern als auch im Norden, verbindliche Standards

Vorbildcharakter des Projektes:

  • Berücksichtigung aller Agenda-Standbeine (Ökologie, Soziales, Wirtschaft, Nord-Süd-Aspekt
  • Beispiel für die Umsetzung "global denken - lokal handeln"
  • Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure (Politik, Verwaltung, Umweltverbände, Eine-Welt-Gruppen, Verbraucher, Gewerkschaften, Wirtschaft und Handwerk, Handel)

Finanzierung

Beim Kauf von FSC-zertifiziertem Holz und Holzprodukten für städtische Baumaßnahmen und Beschaffungen ist von einem gewissen Mehrpreis auszugehen.

Träger des Projektes

Träger des Projektes ist das Fachforum III gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf.

Poster zum Projekt

Gut Holz
PDF-Datei 357 KB

Berichte im Agenda-Rundbrief

Rundbrief 19 | PDF-Datei 3,3 MB
Mehr Werbung für FSC-Holz (Seite 20)

Rundbrief 12 | PDF-Datei 3,3 MB
Neue Hafenbrücke: nur FSC - Holz (Seite 22)

Rundbrief 8 | PDF-Datei 933 KB
Erst Baumbestellung, dann Baumfällung (Seite 14)

Rundbrief 5 | PDF-Datei 4,0 MB
Biedermänner auf Reisen: Von Osnabrück bis OBI (Seite 12)

Kontakt

Ansprechpartner
Ursula Keller (Agenda-Koordinatorin)
lokaleagenda@duesseldorf.de
Telefon 0211 - 8926809