Alles über den Regenwurm

Im Klassenraum erkennt man sofort, dass diese Woche etwas Besonderes passiert. Unter der Tafel liegt nicht der typische Kreidestaub, sondern eine dünne Schicht aus Erde, Sand und Kaffeepulver. Auf den Gruppentischen liegen keine Federmäppchen und Schulhefte, sondern Schaufeln, Lupen und Gläser, gefüllt mit dem neuen Klassenbodenbelag und Regenwürmern. Die Kinder sind aufgeregt, denn heute bekommen sie einen Regenwurm-Experten zur Seite gestellt, der mit ihnen die Tiere hautnah erforscht. Im Klassenraum berichten die Kinder Herr Allenstein, was sie bereits über den Regenwurm gelernt haben: Wie er sich fortbewegt, was er frisst, welche Körperteile er hat. Paula weiß Bescheid: "Regenwürmer sind wichtig! Sie machen Erde, das ist wichtig für Blumen und Bäume. Wir haben auch einen Schulkompost für die Reste aus der Mensa und der Pause." Herr Allenstein lässt die Kinder erraten, wie viele Regenwurmarten es in Deutschland gibt (bis zu 40 unterschiedliche!) und erklärt, wie man den Lumbricus erkennt. "Wenn man seinen Kopf anfasst, wird sein Hinterteil dick." Das finden die Kinder sehr witzig und wollen es direkt an ihren Würmern ausprobieren. Vor allem das Thema "nachwachsende Körperteile" finden die Schülerinnen und Schüler sehr spannend und fragen Herrn Allenstein darüber aus.

Dann geht es endlich raus! Die Klasse zieht sich wetterfest an und macht sich auf den kurzen Weg in den Zoopark. Herr Allenstein erklärt, dass das Programm sonst im Ökotop stattfindet: "Dort gibt es spezielle Materialien und Räumlichkeiten. Es ist aber verständlich, dass die Schulen dann mehr Zeit aufbringen müssen, deswegen kommen wir auch in die Schule." Im Park angekommen, müssen die Kinder raten, wie viele Regenwürmer wohl in einem Quadratmeter guter Erde wohnen. Sie schätzen bis zu 50, aber es sind sogar bis zu 300 Regenwürmer, damit hätte keiner gerechnet. "Wie viel wiegen wohl alle Regenwürmer in dieser Wiese zusammen?", fragt Herr Allenstein. Die Kinder sind sich einig, dass es schwerer sein muss, als ein Igel oder Hund. Am Ende sind sie aber doch sehr erstaunt, dass die Würmer zusammen so schwer sind wie ein Nashorn.

Herr Allenstein vermittelt viele Informationen an die Kinder, welche diese gespannt und interessiert anhören. "Womit kleidet der Regenwurm nochmal seine Gänge aus?", der Fachbegriff Losung ist noch etwas fremd für die Kinder, deshalb ermuntert Herr Allenstein sie: "Ihr dürft auch ruhig Kacke sagen." Das finden die Kinder lustig und sie reden miteinander darüber. Diese Information wird vermutlich hängenbleiben. Rund um die Ruine des Affenbereichs im ehemaligen Düsseldorfer Zoo stellen die Kinder ihre Gläser ab und suchen nach Regenwürmern und anderem Getier. Wenn sie ein Tier finden, dann zeigen sie es stolz auf ihrer Handfläche vor. Viele von ihnen wussten nicht, dass der Zoopark wirklich mal ein Zoo gewesen ist und sind begeistert, als Herr Allenstein ihnen sogar ein altes Foto davon zeigt.

Nachdem alle Kinder vom Affenfelsen geklettert sind, geht es zurück ins Klassenzimmer. Dort erklärt Herr Allenstein, wie man die verschiedenen gesammelten Tiere bestimmt. Zuerst die Unterscheidung zwischen Insekten, Spinnentieren, Krebstieren und Vielfüßern anhand der Anzahl der Beine. Die Schülerinnen und Schüler beobachten gespannt die gefundenen Tiere in den Lupengläsern. "Es macht Spaß die Tiere angucken zu können!", sagt Richard und Lina findet es toll angucken zu können, wie die anderen Tiere leben. Die Kinder interessiert aber vor allem auch, welche Tiere was fressen. Was fressen Regenwürmer und Insekten, wer sind wiederum deren größten Feinde? Wie schafft der Maulwurf es sich einen Regenwurmvorrat anzulegen, ohne dass diese sich einfach durch die Erde davon machen?

Die Klassenlehrerin Frau Thiele erzählt, dass die Projektwoche zum Thema Regenwurm aus dem Interesse einer Kollegin entstanden ist. "Da hat das Angebot vom Ökotop Heerdt perfekt gepasst und wir haben es gleich für die gesamte zweite Klasse gebucht." Sie und ihre Kolleginnen können sich vorstellen, bei Gelegenheit auch andere Bildungsangebote aus dem BNE-Programm zu nutzen.

Dieses Bildungsangebot finden Sie in unserem aktuellen Bildungsprogramm (pdf, 4,8 MB) auf Seite 15.

Dauer: ca. 2 Stunden
Verfügbarkeit: April bis Oktober
Anbieter: Ökotop Heerdt e. V.
Anmeldung: Jörg Allenstein, Sabine Aschemeier
Telefon: 0211.5142101, 0211.2927346
E-Mail: Jörg Allenstein und Sabine Aschemeier