Historie des Netzwerks

Logos der Modellversuche

Modellversuchsphase 1999 - 2008

Von Anfang an war das Netzwerk nicht nur ein Projekt der Lokalen Agenda 21 der Landeshauptstadt Düsseldorf, sondern es war auch in landes- bzw. bundesweite Modellprogramme zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eingebunden: In den Jahren 1999 bis 2004 und 2004 bis 2008 organisierte die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) die Modellprogramme „21“ bzw. „Transfer 21“, um BNE in Schulen zu erproben und flächendeckend zu implementieren. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligte sich hieran mit dem NRW-Modellversuch „Agenda 21 in der Schule“. Alle diese Programme wurden in Form von „Sets“ umgesetzt, d.h. lokalen Zusammenschlüssen von Schulen, die mit externer Unterstützung und in engem Austausch untereinander Konzepte entwickelten und Instrumente erprobten. In diesem Rahmen wurde in Düsseldorf ein Netzwerk von Schulen gegründet, welches untersuchen sollte, ob das aus der Wirtschaft stammende Qualitätsmanagementsystem Umweltaudit („EMAS“) sinnvoll in Schulen verwendet und es zu einem die speziellen Belange von Schulen optimal berücksichtigenden Nachhaltigkeitsaudit weiterentwickelt werden kann.

Logos Transfer 21 und Lokale Agenda 21 in Schule und Jugendarbeit

Vom Umwelt-Audit …

In einer ersten Phase absolvierten die Schulen Umweltaudits, bei denen die Schüler/innen die Umweltauswirkungen des Schulbetriebs untersuchten und anschließend Ideen und Maßnahmen zur Verbesserung erarbeiteten. Es zeigte sich, dass das Umweltaudit als strukturierter Entwicklungsprozess mit Erfolg auf Schulen übertragen werden kann und dass dabei zugleich deutliche bürokratische Vereinfachungen gegenüber dem EMAS-System möglich sind, welches im Original dazu dient, Umweltbelange in großen Unternehmen zu managen, in denen in einer Vielzahl von Produktionsprozessen mit einer breiten Palette an Stoffen und Materialien gearbeitet wird. Das in den Schulen durchgeführte (vereinfachte) Umweltaudit führte u.a. dazu, dass systematisch Stärken und Schwächen erfasst wurden, dass die Schulen sich eigene Umweltziele stellten, dass realistische Maßnahmen geplant und umgesetzt wurden – und dass bei all dem Schüler/innen eine tragende Rolle spielten. Die Fritz-Henkel-Schule (1998) und das Max-Weber- sowie das Walter-Eucken-Berufskolleg (2001) gehören hier zu den Vorreitern.

Eine besondere Rolle nahm von Anfang an das Berufskolleg Neuss Weingartstraße im Modellversuch ein. Diese kaufmännische Berufsschule stellt sich den gleichen hohen Maßstäben wie die Unternehmen, in denen ihre Auszubildenden künftig arbeiten, und absolviert daher das EMAS-Umweltaudit mit externer Validierung.

Titelseite des Werkstatt-Heftes

… zum Nachhaltigkeits-Audit

In einer zweiten Phase begannen die Schulen damit, das Themenspektrum ihrer Audits auszuweiten. Ein typisches Beispiel dafür ist die Hulda-Pankok-Gesamtschule, die in ihren 2001 durchgeführten „Schul-Check Nachhaltigkeit“ die Integration von Schüler/innen mit Körperbehinderung sowie die Auswirkungen von Lärm auf das Lernen einbezogen hat. Ausführliche Berichte zu dieser Phase des Modellversuchs finden sich im Werkstattheft „Zukunft managen“ (Link unten auf der Seite).

In einer dritten Phase gingen die Schulen dazu über, das Themenspektrum ihrer Audits ganz nach ihren eigenen Ansprüchen festzulegen und dabei insbesondere auch den Kernbereich der Schule – den Unterricht einzubeziehen. Hierzu gehören z.B. die Nachhaltigkeitsberichte der Katholischen Grundschule Essener Straße und der KGS Höhenstraße, des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sowie der Georg-Schulhoff-Realschule.