Ärztinnen und Ärzten mit Fremdsprachenkenntnissen

Ein Projekt des Fachforums I - Arbeit und Wirtschaft

Mit dem Projekt soll es ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ermöglicht werden, Ärzte zu finden, die ihre Muttersprache sprechen. Ein Angebot zur Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Aktueller Stand - Angebote Dritter

Informationen zu Krankheiten und Impfungen sowie zur Organisation des Gesundheitswesens in vielen Fremdsprachen -> Internetseite des Gesundheitsamtes

Gesundheitsinformationen in verschiedenen Sprachen
-> Internetseite Landeszentrum Gesundheit NRW

Hintergründe, Intention, Organisatorisches

Ausgangssituation

Für nicht oder nur wenig Deutsch sprechende ausländische BürgerInnen und Gäste in Düsseldorf ist es i. d. R. schwierig, eine Ärztin / einen Arzt zu finden, der über entsprechende Mutter- oder Fremdsprachenkenntnisse verfügt.

Diese Problemstellung betrifft vor allem die beratende, präventive medizinische Versorgung wie auch medizinische Alltagsprobleme mit einmaligem oder chronischem Auftreten. (Im Bereich der Notfallmedizin ist das Problem zweitrangig.

Das angestrebte Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Ärztin / Arzt hängt im wesentlichen von der Möglichkeit ab, miteinander zu kommunizieren. Die Ärztin / der Arzt benötigt Informationen von seinem Patienten, die er ggf. nicht durch Untersuchungen gewinnen kann (bspw. Krankheitsgeschichte in der Familie). Der Patient möchte /muss über die anzuwendende Therapie ausführlich informiert werden - welche Untersuchungen sind geplant (ggf. bei weiteren Fachärztinnen / Fachärzten), wann und wie sollen Medikamente eingenommen werden, was sagt der in deutscher Sprache gedruckte Beipackzettel eines Medikamentes aus.

Ein weiterer Punkt für eine notwendige, funktionierende verbale Kommunikation ist, dass viele Patienten die in Deutschland vorherrschende "Apparate-Medizin" aus ihrer Heimat nicht kennen. Alleine der Anblick schafft hier Unsicherheit und Ängste, die nur durch Erklärungen genommen werden können.

Lösungsansatz

Bei der Zulassung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten wird von der Kassenärztlichen Vereinigung auf freiwilliger Basis u. a. auch abgefragt, welche (Fremd-)Sprachenkenntnisse die Ärztin / der Arzt hat. Diese Information soll den interessierten Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden.

(Auf telefonische Nachfrage gibt die Kassenärztliche Vereinigung diese Information gezielt bekannt - bspw. "Suche Urologen, der russisch spricht". Das setzt aber voraus, dass der Patient a) auf die Idee kommt, die Kassenärztliche Vereinigung zu befragen und er b) über soviel Deutschkenntnisse verfügt, dass er seine Frage dort formulieren kann.)

Projektvorschlag

Herausgabe einer Düsseldorfer Ärztetafel nach Fachgebieten mit Angabe der Sprachkenntnisse der Ärztin / des Arztes sowie Adresse und Rufnummer (ähnlich der Ärztetafel im Telefonbuch). In der Drucksache müssen alle wesentlichen Begriffe - bspw. das medizinische Fachgebiet - in alle relevanten Sprachen und Schriftbildern dargestellt werden.

Verbreitung als Drucksache bspw. über das Ausländeramt, Jugendamt, Einwohnermeldeamt, Wohlfahrtsverbände, Stadtteilbüros, Ausländerbeirat, Kirchen aller Konfessionen, Gewerkschaften, Betriebsräte etc., zusätzlich Publizierung im Internet, bspw. www.duesseldorf.de.

Schlussbemerkung

  • Ergänzend sollte geprüft werden, ob es auch sinnvoll und realistisch ist, die bei Düsseldorfer Krankenhausärzten und Krankenhausärztinnen vorhandenen Sprachkenntnisse mit aufzunehmen.
  • In Düsseldorf wurde vor einiger Zeit eine Ärztetafel erstellt, die Aufschluss gibt über behindertengerecht eingerichtete Arztpraxen.

Berichte im Agenda-Rundbrief

Rundbrief 9 | PDF-Datei 461 KB Gesucht: Griechisch sprechender Augenarzt (Seite 17)