Aktion gegen Falschparker auf dem Mahnmal Derendorf

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Archivbild: An dem Mahnmal findet jährlich anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust statt. So auch in diesem Jahr; Foto: Lammert

Die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes verteilt mit den Knöllchen ab Montag auch eine Informationskarte: Das Mahnmal an der Marc-Chagall-Straße/Ecke Toulouser Allee erinnert an über 6.500 jüdische Menschen, die von diesem Ort aus deportiert wurden.

Die Mahn- und Gedenkstätte startet in Kooperation mit der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes eine Aktion gegen Falschparker auf dem Holocaust-Mahnmal Derendorf. Immer wieder stellen Falschparker ihre Pkw auf der Fläche des Mahnmals ab. Der Vorplatz, die im Boden eingelassenen Schienen und die Holzschwellen sowie die Grünanlagen und der Bürgersteig gehören zu dem Erinnerungsort. Um auf die besondere Geschichte und Bedeutung des Ortes hinzuweisen, wird die Vehrkehrsüberwachung zusätzlich zu den Online-Knöllchen nun auch eine Hinweiskarte am falsch geparkten Fahrzeug anbringen. Die Karte klärt in knapper Form die Falschparker über die Historie des Ortes und das Mahnmal auf und schließt mit den Worten: "Bitte behandeln Sie diesen Ort mit dem nötigen Respekt und beachten Sie, dass hier nicht geparkt werden darf." Die Aktion startet am Montag, 26. Juli.

Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte: "Wir gehen gar nicht von bösen Absichten aus, sondern eher von Unkenntnis. Deshalb möchten wir diejenigen, die direkt auf dieser Fläche parken, dafür sensibilisieren, dass es sich hier um einen für die Stadtgesellschaft und das Gedächtnis unserer Geschichte sehr wichtigen Ort handelt. Dies gilt natürlich umso mehr für die Nachfahren der damaligen Betroffenen."

Hintergrund: Das Mahnmal Derendorf
Das Mahnmal an der Marc-Chagall-Straße/Ecke Toulouser Allee wurde im April 2012 eingeweiht und erinnert an über 6.500 jüdische Menschen, die von diesem Ort deportiert wurden. Das Schienenmahnmal ist als ein tiefer Schnitt in die neu gestaltete Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs zu begreifen. Es symbolisiert einen Einschnitt in die Düsseldorfer Stadtgeschichte und eine offene Wunde der jüngsten Vergangenheit. Hier liest man die Namen der Zielorte der Deportationen: Von Düsseldorf als Ausgangspunkt sind dies die Orte Theresienstadt und Litzmannstadt, Auschwitz, Riga, Minsk und Izbica. Die Namen der Zielorte sind von Rost umgeben, der für die Vergänglichkeit der Erinnerung steht. Die in Schwarz abgesetzten Namen selbst sind hingegen unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt. Die original erhaltenen Eisenbahnschienen, die hölzernen Bahnschwellen im Boden und eine Informationsstele mit einem erklärenden Text bilden zusammen ein Ensemble.

An dem Mahnmal findet jährlich anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust statt. Das Gedenken ist dabei eine gemeinsame Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, des Erinnerungsortes Alter Schlachthof an der Hochschule Düsseldorf und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.