Celebrating Marilyn! – Zum 100. Geburtstag einer Ikone

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Celebrating Marilyn! – Zum 100. Geburtstag einer Ikone

Filmreihe vom 2. Mai bis 20. Juni

Studioausstellung vom 2. Mai bis 30. August

Bei kaum einer Schauspielerin trifft das Wort „Ikone“ so sehr zu wie bei Marilyn Monroe. Selbst wer noch nie einen Film mit ihr gesehen hat, kennt ihren Namen, hat ihren unvergleichlichen Look mit platinblondem Bob und Schönheitsfleck vor Augen  und sicherlich auch ein, zwei Ohrwürmer aus ihren Kinoerfolgen im Kopf. Sie wurde und wird als Sexsymbol verehrt, ist nicht erst seit Andy Warhols berühmten Siebdruck Marilyn Diptych fest in der Popkultur verankert und inspirierte mit ihrem Style viele weitere Stars. Sicherlich trägt auch Monroes früher tragischer Tod mit gerade einmal 36 Jahren zum Legendenstatus bei.

Vor allem aber war Marilyn Monroe eine Schauspielerin mit unvergleichlicher Leinwandpräsenz, die auch neben „Schwergewichten“ wie Clark Gable oder Laurence Olivier glänzte, dabei das Publikum und – im Laufe ihrer Karriere immer mehr – die Kritik begeisterte. Auf ihrem Weg von der sexy Nebenrolle hin zum Weltstar überließ sie, am 1.6.1926 mit bürgerlichem Namen Norma Jeane Mortenson geboren, nichts dem Zufall. Ihr Schauspiel basierte auf dem „Method Acting“ und sie ließ Regisseure reihenweise verzweifeln, wenn sie ihre Schauspiellehrerinnen mit zum Set brachte. Marilyn Monroe war zudem eine geschickte Geschäftsfrau: Abgespeist mit niedrigen Gagen und unzufrieden mit ihren Rollen, handelte sie 1955 einen neuen Vertrag mit dem Filmstudio Twentieth Century-Fox aus. Das Ergebnis: eine deutlich höhere Gage, Gewinnbeteiligungen und ein Mitspracherecht bei der Auswahl von Drehbüchern und Regisseuren. Zur gleichen Zeit gründete sie gemeinsam mit dem befreundeten Fotografen Milton Greene ihre eigene Filmproduktionsfirma. Am 1.6.2026 wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden.

Mit „Celebrating Marilyn!" feiert das Filmmuseum die Schauspielerin und Filmproduzentin hinter der Ikone. Die Reihe setzt den Fokus auf Filme und Rollen, die für Marilyn Monroes Karriere wegweisend waren: angefangen mit ihrem endgültigen Durchbruch im Thriller NIAGARA über ihren einzigen Western RIVER OF NO RETURN bis hin zu Marilyns letztem vollständigen Film THE MISFITS nach einem Drehbuch ihres dritten Ehemanns Arthur Miller. Wie es sich für eine Ikone gehört, ist die Filmreihe voller ikonischer Szenen: Wenn Marilyn in GENTLEMEN PREFER BLONDES in pinker Robe Diamonds Are A Girl‘s Best Friend singt, sie in THE SEVEN YEAR ITCH mit wehendem Kleid über einem Luftschacht steht oder in Billy Wilders Jahrhundertkomödie SOME LIKE IT HOT sanft I Wanna Be Loved By You ins Mikrofon haucht, sind das nur die berühmtesten von vielen besonderen Marilyn-Monroe-Momenten.

Für die Geschäftsfrau Marilyn Monroe wegweisend und daher in der Reihe unverzichtbar: BUS STOP, das erste Werk, das sie 1956 nach Abschluss ihres neu ausgehandelten Vertrags drehte, und THE PRINCE AND THE SHOWGIRL – der einzige Film, den ihre Firma Marilyn Monroe Productions Inc. (co-)produzierte. Auch für Technik-Fans bietet die Filmreihe „Celebrating Marilyn!“ ein echtes Highlight: Mit der Komödie HOW TO MARRY A MILLIONAIRE von 1953 zeigt die Reihe den ersten Film der Kinogeschichte, der im damals brandneuen CinemaScope-Verfahren gedreht wurde. „Darüber zu träumen, eine Schauspielerin zu sein, ist aufregen-der, als eine zu sein“, soll Marilyn Monroe gesagt haben. Für uns, das Kinopublikum, kann kaum etwas aufregender sein als Marilyn Monroe beim Schauspielen zuzusehen. In der Reihe „Celebrating Marilyn!“ haben wir gleich in neun Filmen Gelegenheit dazu.

In Kooperation mit Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums.

Parallel wird vom 2. Mai bis 30. August 2026 eine Studioausstellung (4. Etage) zu Marilyn Monroe präsentiert.

 

Das Filmprogramm:

SA 2.5. 19 Uhr | FR 15.5 19 Uhr
NIAGARA
USA 1953 · 92 min · OmU · digitalDCP · FSK 16 · R: Henry Hathaway · B: Charles Brackett, Walter Reisch, Richard L. Breen · K: Joseph MacDonald · D: Marilyn Monroe, Joseph Cotten, Jean Peters, Casey Adams u.a.

Drei Jahre nach ihrer Hochzeit finden Polly und Ray Cutler endlich Zeit, um ihre Flitterwochen an den Niagara-Fällen nachzuholen. Im Motel treffen sie auf Rose Loomis (Marilyn Monroe) und finden schon sehr bald heraus, dass diese ihren Mann, der kaum das Motelzimmer verlässt und um den sie sich aufgrund seines Kriegstraumas nach außen hin besorgt zeigt, betrügt. Während die Cutlers die dysfunktionale Ehe zunächst amüsiert beobachten, werden sie mit der Zeit mehr und mehr in das Beziehungsdrama verwickelt. Denn dieses wird immer mysteriöser und ist letztendlich gar nicht so harmlos, wie es zu Beginn noch scheint. NIAGARA ist ein melodramatischer Thriller mit Elementen des Film noir. Marilyn Monroe spielt hier erstmals in ihrer Karriere eine verführerische Femme Fatale, was im starken Kontrast zu dem von ihr bis dahin oft dargestellten Stereotyp der naiven Blondine steht und ihr 1953 mit zum Aufstieg zum internationalen Star verhilft.

Einführung in die Filmreihe: Andreas Unterberger (Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums)

Begehung der begleitenden Studioausstellung mit Führung am 2. Mai um 18 Uhr.

 

SA 2.5. 21 Uhr | SA 16.5 18 Uhr
GENTLEMEN PREFER BLONDES · BLONDINEN BEVORZUGT
USA 1953 · 91 min · OmU · digitalDCP · FSK 6 · R: Howard Hawks · B: Charles Lederer nach einer Vorlage von Anita Loos · K: Harry J. Wild · D: Jane Russell, Marilyn Monroe, Charles Coburn, Elliott Reis, Tommy Noonan u.a.

Die Freundinnen und New Yorker Showgirls Lorelei Lee (Marilyn Monroe) und Dorothy Shaw reisen per Schiff zusammen über den Atlantik nach Paris. Dort soll Lorelei ihren reichen Verlobten heiraten, der die beiden alleine losschicken muss. Dessen Vater ist die Hochzeit mit der Frau, die eine Vorliebe für Diamanten hat, nämlich ein Dorn im Auge. Als die Frauen mit der Zeit herausfinden, dass Dorothys neue Bekanntschaft auf dem Schiff ein Privat- detektiv ist und Lorelei ausspionieren soll, überschlagen sich die Ereignisse. Doch trotz allem, was auch passiert, halten Lorelei und Dorothy zusammen. Die Komödie basiert auf dem gleichnamigen Musical von 1949. Die ikonische Szene, in der Marilyn Monroe „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“ singt, wurde in der Popkultur – nicht nur von Madonna – wiederholt zitiert.

 

SA 16.5. 19.45 Uhr | SO 24.5 15 Uhr
BUS STOP
USA 1956 · 96 min · OmU · 35mm · FSK 12 · R: Joshua Logan · B: George Axelrod nach einer Vorlage von William Inge · K: Milton R. Krasner · D: Marilyn Monroe, Don Murray, Betty Field, Arthur O‘ Connell, Hope Lange u.a.

Darf man(n) eine Frau mit dem Lasso einfangen, sie gegen ihren Willen in einen Bus setzen und pausenlos belästigen? Wenn es nach dem naiv-großmäuligen Cowboy Bo geht, spricht nichts dagegen. Denn genau das alles macht Bo, als er die attraktive Barsängerin Chérie erblickt und sich sofort in sie verguckt. Chérie lässt sich diesen Umgang nicht gefallen und wehrt sich. Und auch Bos väterlicher Freund Virgil versucht, dem Cowboy klarzumachen, dass „zur Frau nehmen“ nicht das Gleiche ist wie „eine Frau einfach mitzunehmen“. Für Marilyn Monroe war BUS STOP in zweifacher Hinsicht ein Meilenstein: Es war der erste Film, den sie nach Abschluss ihres neuen Vertrags mit dem Studio Twentieth Century-Fox drehte. Dieser Vertrag garantierte ihr nicht nur eine wesentlich höhere Gage, sondern auch Mitsprache bei der Wahl von Drehbuch und Regisseur. Zudem erhielt Marilyn ihre erste Golden-Globe-Nominierung als beste Hauptdarstellerin und damit die längst überfällige Anerkennung als Schauspielerin. Der Film selbst ist sicherlich der kontroverseste in der „Celebrating Marilyn!“-Reihe. Denn was 1956 als romantische Komödie vermarktet wurde, ist im Grunde ein Entführungsdrama mit durchaus diskussionswürdigem Ende.

Aufgrund der eingeschränkten Projektionsqualität infolge eines leichten Rotstichs der 35mm-Kopie zeigen wir den Film bei freiem Eintritt.

Im Anschluss: BLACK BOX BAR. Der Förderverein „Filmforum“ schenkt am 16.5. nach dem Film bei Musik Getränke aus.

 

SO 24.5. 17 Uhr | MO 25.5. 15 Uhr
THE SEVEN YEAR ITCH · DAS VERFLIXTE 7. JAHR
USA 1955 · 105 min · OmU · digitalDCP · FSK 12 R: Billy Wilder · B: Billy Wilder, George Axelrod · K: Milton Krasner · D: Marilyn Monroe, Tom Ewell, Evelyn Keyes, Sonny Tufts u.a.

Manhattan im Hochsommer. Wer kann, verbringt diese Zeit mit Schwüle und hohen Temperaturen außerhalb der Stadt an kühleren Orten. Zurück bleiben nur die, die Geld verdienen müssen. So auch Verlagskaufmann Richard Sherman, der seine Frau und seinen Sohn aufs Land schickt und sich auf ruhige Wochen ohne Familie freut. Dann begegnet er der gerade eingezogenen attraktiven Nachbarin (Marilyn Monroe), und alle guten Vorsätze geraten ins Wanken, denn die erotische Ausstrahlung dieser Frau ist einfach unwiderstehlich… Eine Erotikkomödie von Billy Wilder nach dem gleichnamigen Broadway-Hit mit Marilyn Monroe in einer Glanzrolle. „Von dem Moment an, in dem sie in einem Kleidungsstück, das ihre wohlgeformte Figur umhüllt, als wäre es ihr auf den Leib gegos-sen, die Bühne betritt, vermittelt der berühmte Filmstar mit den sil-berblonden Locken und dem unschuldig großen Augenaufschlag eine bestimmte Wirkung. Und diese Wirkung dominiert den Film. Es ist – nun, warum sollte man es definieren? Miss Monroe spielt eindeutig die Titelrolle.“ (Bosley Crowther, New York Times 1955)

 

DI 2.6. 20 Uhr | SO 7.6. 12.30 Uhr
SOME LIKE IT HOT · MANCHE MÖGEN‘S HEISS
USA 1959 · 120 min · OmU · 35mm · FSK 16 · R: Billy Wilder · B: Billy Wilder, I.A.L. Diamond · K: Charles Lang · D: Marylin Monroe, Tony Curtis, Jack Lemmon, George Raft, Joe E. Brown u.a.

Mit SOME LIKE IT HOT erreichte Marilyn Monroe einen Höhepunkt ihrer Karriere – ein Schlüsselwerk innerhalb ihrer Filmografie, das ihre komische Präzision ebenso zeigt wie ihre unverwechselbare Mischung aus Sinnlichkeit und Verletzlichkeit. Unter der Regie von Billy Wilder, der Monroes komödiantisches Potenzial mit viel Feingefühl entfesselte, spielt sie die Sängerin Sugar Kane, Mitglied einer Damenkapelle, die zwischen zwei verkleidete Musiker gerät, die nach einem Mafia-Mord auf der Flucht sind. Während Tony Curtis und Jack Lemmon in Fummel und High Heels um ihre Tarnung kämpfen,, hält Monroe den emotionalen Kern des Films: Ihre Sugar ist eine Träumerin, hinter deren Glanz Unsicherheit, Humor und Wärme liegen. Für Monroe bedeutete der Film zugleich Befreiung und Belastung: SOME LIKE IT HOT zeigte zwar ihre außer-ordentliche Brillanz im ihr zugeschriebenen Rollenfach, legte jedoch ebenso die Grenzen ihres Starimages offen und damit die Hürden, die sich ihr beim Versuch, diese zu überwinden, in den Weg stellten.

Einführung am 2.6.: Helmut von Richter (Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums)

 

MI 3.6. 19 Uhr Marilyn Monroe OV-Doublefeature
HOW TO MARRY A MILLIONAIRE · WIE ANGELT MAN SICH EINEN MILLIONÄR?
USA 1953 · 95 min · OV · digitalDCP · FSK 12 · R: Jean Negulesco · B: Nunnally Johnson · K: Joe MacDonald · D: Betty Grable, Marilyn Monroe, Lauren Bacall, David Wayne, Rory Calhoun u.a.

Pola Debevoise (Marilyn Monroe), Loco Dempsey und Schatze Page haben einen Plan. Vor allem Letztere hat nach ihrer erfolglosen Ehe genug von der Liebe und nur ein Ziel, nämlich einen Millionär zu heiraten. Die drei Frauen mieten sich ein möbliertes Luxus-Pent-house in New York City und halten sich finanziell mit dem Verkauf der Inneneinrichtung über Wasser. Jedoch gestaltet sich die Suche nach den Millionärsgatten schwieriger als gedacht, und mitder Zeit lernen sie, dass Reichtum weitaus mehr bedeutet als der Besitz von Öl, Geld und Diamanten. In der Romantikkomödie HOW TO MARRY A MILLIONAIRE spielt Marilyn Monroe eine von drei jungen Models und glänzt als Pola dabei vor allem auch durch den slapstickartigen Humor. Sie schämt sich nämlich für ihre Brille, auf die sie dringend angewiesen ist, und stolpert daher ohne die Sehhilfe auf ihren Dates nahezu blind – aber für das Publikum umso unterhaltsamer – durchs Geschehen.

Mit Eintrittskarte für HOW TO MARRY A MILLIONAIRE ist der Besuch von THE PRINCE AND THE SHOWGIRL um 21:00 Uhr frei!

 

MI 3.6. 21 Uhr Marilyn Monroe OV-Doublefeature
THE PRINCE AND THE SHOWGIRL · DER PRINZ UND DIE TÄNZERIN
GB 1957 · 115 min · OV · digitalDCP · FSK 12 · R: Laurence Olivier · B: Terence Rattigan · K: Jack Cardiff · D: Marilyn Monroe, Laurence Olivier, Sybil Thorndike, Richard Wattis, Jeremy Spenser u.a.

London, 1911. Auf Staatsbesuch in Großbritannien lernt Großherzog Charles von Karpathien die attraktive Tänzerin Elsie Marina kennen. Der Prinzregent ist entzückt und lädt die Schönheit in die karpathische Botschaft ein. Dort macht er Elsie fleißig Avancen, die sie aber alle zurückweist. Doch das wird nicht die größte Sorge des Prinzregenten bleiben, denn sein Sohn plant eine Verschwörung, die zu einem weltweiten Konflikt führen könnte. THE PRINCE AND THE SHOWGIRL nimmt eine besondere Stellung in Marilyn Monroes Schaffen ein: Es ist der einzige Film, der von ihrer eigenen Firma Marilyn Monroe Productions Inc. (co-)produziert wurde – und gleichzeitig auch der einzige, den sie außerhalb der USA drehte. Auch bei ihrer Rolle ging Marilyn neue Wege. Sie spielte zwar, wie so oft, ein Showgirl, aber Elsie ist selbstbestimmter als ihre früheren Figuren. Die clevere Tänzerin konfrontiert den Prinzregenten mit seinem Macho-Gehabe und ist der treibende Mittelpunkt der Geschichte. Monroes schauspielerische Leistung fand vor allem in Europa Anklang: Sie gewann Filmpreise in Italien und Frankreich und wurde bei den British Academy Film Awards als Beste ausländische Hauptdarstellerin nominiert.

Mit Eintrittskarte für HOW TO MARRY A MILLIONAIRE (19:00 Uhr) ist der Besuch von THE PRINCE AND THE SHOWGIRL frei!

 

MI 10.6. 20 Uhr | FR 12.6. 21 Uhr
RIVER OF NO RETURN · FLUSS OHNE WIEDERKEHR
USA 1954 · 91 min · OmU · digitalDCP · FSK 12 R: Otto Preminger · B: Frank Fenton · K: Joseph LaShelle · D: Robert Mitchum, Marilyn Monroe, Tommy Rettig, Rory Calhoun, Murvyn Vye u.a.

In einer provisorischen Goldgräberstadt treffen zwei ungleiche Charaktere aufeinander: Er ist ein Farmer mit undurchsichtiger Vergangenheit, der seinen neunjährigen Sohn zu sich nehmen will; sie ist eine aufreizende Sängerin, die die dortigen Glücksritter unterhält, aber eigentlich von Auftritten auf den großen Bühnen dieser Welt träumt. Ihre Wege kreuzen sich nur kurz, um direkt wieder auseinanderzugehen. Später jedoch werden sie zu einer Schicksalsgemeinschaft und müssen zahlreiche Gefahren und moralische Herausforderungen bewältigen. Mit RIVER OF NO RETURN inszeniert Otto Preminger, der in seiner langen Karriere meisterlich zwischen den verschiedenen Genres changierte, seinen einzigen Western. Die Geschichte wirkt, im ganz wörtlichen Sinne, wie Monroe auf den Leib geschrieben: Ihre Figur wird mit einer großen und selbstbewussten Erotik präsentiert, unter deren Oberfläche sich aber Ängste, Selbstzweifel und der Wunsch nach einem starken Partner verbergen. Monroe selbst, die zeitlebens versuchte, sich von ihrem Image der lasziven Blondine zu lösen, empfand ihre Arbeit in diesem Film als ihre schwächste. Dennoch zeigt sie, gerade in den ruhigeren Szenen, eine Zerbrechlichkeit, die ihr großes Talent als vielschichtige Schauspielerin durchscheinen lässt.

 

MI 17.6. 20 Uhr | SA 20.6. 20 Uhr
THE MISFITS · NICHT GESELLSCHAFTSFÄHIG
USA 1961 · 125 min · DF · 35mm · FSK 12 · R: John Huston · B: Arthur Miller · K: Russell Metty · D: Clark Gable, Marilyn Monroe, Montgomery Clift, Eli Wallach, Thelma Ritter u.a.

Wenn Einsamkeit auf Einsamkeit trifft, wird sie nicht automatisch zur Zweisamkeit – so in Reno in Nevada, USA, um 1960: Die junge Roslyn hat sich gerade von einem Mann scheiden lassen, der nie wirklich für sie da war. Sie trifft auf den freiheitsliebenden, gealterten Cowboy Gaylord und dessen Kumpel Guido, und beide rechnen sich Chancen bei ihr aus. Später stößt noch ein Dritter dazu, der Herumtreiber Perce, welcher sich als selbstzerstörerischer Rodeo-Reiter verdingt. Auch er verliebt sich in die schöne Blondine mit den traurigen Augen. Doch nach und nach treten die individuellen Probleme und Verletzungen der einzelnen Figuren hervor, und die Gemeinschaft der Außenseiter wird zunehmend von Machtkämpfen und Projektionen bestimmt. THE MISFITS gilt heute als Meisterwerk, als bestechend schön inszeniertes Drama mit großer emotionaler Tiefe in seinen Figuren und herausragenden schauspielerischen Leistungen. Gleichzeitig wurde der Film in seiner Entstehung und Nach- wirkung stark von den inneren Dämonen Monroes geprägt, die nur eineinhalb Jahre nach der Premiere starb, was den Film unfreiwillig zum Requiem einer großen, häufig missverstandenen Schauspielerin werden ließ.