Gedenken an Holocaustopfer

| Kultur

Der ursprünglich in Israel begangene Gedenktag "Yom Hashoa" (Tag der Shoa) wird mittlerweile zum 10. Mal von der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf begangen. Die Veranstaltung findet am Montag, 24. April, ab 15.30 Uhr, auf dem Heinrich-Heine-Platz (Pavillon vor dem Carschhaus) statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Seit 2008 gestalten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens diesen Tag mit einer besonderen Zeremonie, die mehrere Stunden andauert: Schüler und Gäste lesen eine Liste mit den Namen der Düsseldorfer Menschen, die Opfer des Holocaust wurden. Gemäß der talmudischen Tradition, die dem Namen eine besondere Bedeutung in der Erinnerungskultur zuweist, werden damit die einzelnen Individuen aus der Anonymität herausgeholt und ihre Namen, ihr Leben, ihre Geschichte wieder bewusst gemacht. Die Terminierung des Gedenktages richtet sich nach dem Jüdischen Kalender und erinnert an den Beginn des Warschauer Ghettoaufstandes vom April 1943.

Die Namensliste wurde von der städtischen Mahn- und Gedenkstätte auf Grundlage jahrzehntelanger Forschungsarbeit zusammengestellt und in jedem Jahr aktualisiert. Die derzeitige Namensliste wurde in diesem Frühjahr auf den neuesten Forschungsstand gebracht und aktualisiert, sie umfasst derzeit 120 Seiten mit 2.584 Namen. Enthalten sind Düsseldorfer Juden - Männer, Kinder und Frauen -, die entweder aus Düsseldorf selbst deportiert und dann ermordet wurden oder die aus der Stadt und aus dem Reich ins Ausland geflüchtet sind, dann aber während des Weltkrieges in ihren Fluchtländern von den deutschen Besatzungsbehörden deportiert und ermordet wurden. Neben den in Vernichtungslagern Ermordeten wurden auch diejenigen jüdischen Menschen in die Liste mit aufgenommen, die aufgrund der Haft-, Lebens- oder Arbeitsbedingungen in Ghettos, Lagern oder Haftstätten starben (Krankheiten, Hunger, Kälte, Zwangsarbeit) oder die in ihrer Verzweiflung Suizid begingen.

Der Düsseldorfer Oberrabbiner Raphael Evers wird eine Einführung sprechen und ein Trauergebet anstimmen. Oberbürgermeister Thomas Geisel, Sylvia Löhrmann, Schulministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW, und Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, werden sich ebenso beteiligen wie eine ganze Reihe von Vertreterinnen und Vertretern aus Stadt- und Landespolitik, Verbänden, Verwaltung und Justiz, aus Kultur und Gesellschaft. Neben Schülerinnen und Schülern der jüdischen Religionsschule lesen auch Schüler des St. Ursula-Gymnasiums, der Französischen Schule, des Rückert-Gymnasiums und des Görres-Gymnasiums. Teilnehmen wird auch eine studentische Delegation des American Jewish Committee (AJC), die derzeit in der Bundesrepublik unterwegs ist und vor der Zeremonie die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf besucht.

Männliche Teilnehmer werden freundlich darum gebeten, während der Zeremonie eine Kopfbedeckung zu tragen.

Die Gedenkveranstaltung in Düsseldorf ist eine gemeinsame Veranstaltung der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde und der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf.