Schauspielhaus: Kunstwerke von Prof. Günter Grote werden restauriert

| Kultur

Kunstwerke von Professor Günter Grote im Schauspielhaus werden im Zuge der Sanierung restauriert. Ein Werk befindet sich als Bestandteil der Fassade im Außenbereich, im Durchgang vor der Fensterfront der Kantine; Foto: David Young

Kunstwerke von Professor Günter Grote im Schauspielhaus werden im Zuge der Sanierung restauriert. Ein Werk befindet sich als Bestandteil der Fassade im Außenbereich, im Durchgang vor der Fensterfront der Kantine; Foto: David Young

Neben den Kunstwerken wird auch das aus Polyestergießharz bestehende Möbelensemble aus dem Foyer im Zuge der Sanierung erneuert

Der Rat der Stadt hat am 19. Oktober 2017 die Sanierung der öffentlich genutzten Bereiche im Düsseldorfer Schauspielhaus sowie am 22. März 2018 den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss für die Dach- und Fassadensanierung beschlossen. Bei der Planung der einzelnen Maßnahmen, werden sowohl die Originalplanungen von Architekt Bernhard Pfau (1902 - 1989) als auch die im Gebäude enthaltenen Kunstwerke berücksichtigt. So sollen nun auch die vier Wände, die mit Kunstwerken des Künstlers Professor Günter Grote (1911 - 1985) gestaltet sind, sowie das aus Polyestergießharz bestehende Möbelensemble im Foyer des Düsseldorfer Schauspielhauses restauriert werden.

Der Künstler Professor Günter Grote
Professor Günter Grote, der zunächst dem Wunsch seines Vaters entsprechend eine Kaufmannslehre absolvierte, wandte sich seit 1933 immer mehr der Kunst zu. Diese entsprach nicht den Vorstellungen des Nationalsozialismus, so dass er am 27. Mai 1938 bei einer Verhaftungswelle von der Gestapo festgenommen wurde. Da der Status als Maler von der NS-Reichskultur verneint wurde, war er bis zu seinem Einzug in den Wehrdienst 1940 als Buchhändler tätig. Nach Kriegsende widmete er sich wieder der Kunst. Neben Bildern, Mosaiken, Malereien hinter Glas, gestaltete Professor Günter Grote auch Kirchenfenster, wie 1958 für die Marienkirche in Düsseldorf. Im Jahre 1960 erhielt er den Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf für Malerei. Professor Günter Grote lehrte von 1960 bis 1977 als Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.

Professor Günter Grote, der eng mit Bernhard Pfau befreundet war, hat neben den Polyesterkunstwerken das "Goldene Mosaik" auf der Galerie und den "Eisernen Vorhang" für das Schauspielhaus geschaffen. Allesamt interpretieren künstlerisch die Gestalt des Hauses und führen diese im Inneren fort.

Polyesterkunstwerke werden im Zuge der Sanierung restauriert
Die plastischen Wandobjekte von Professor Günter Grote sind aus glasfaserverstärktem Polyester gefertigt und denkmalgeschützt. Ein Polyesterkunstwerk befindet sich als Bestandteil der Fassade im Außenbereich des Schauspielhauses, im Durchgang vor der Fensterfront der Kantine. Die anderen drei Werke sind im Innenraum des Schauspielhauses angebracht. Davon sind zwei vor Fensterfassaden und eine vor einer Betonwand installiert. Die im Innenbereich befindlichen Werke werden vor Ort restauriert und während der Umsetzung der Baumaßnahmen geschützt.

Das rund 9 Meter breite und 3,65 Meter hohe Kunstwerk vor der Glasfassade der Kantine wird in Abstimmung mit der Denkmalbehörde am Freitag, 13. Juli, abgebaut und ins Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf transportiert, dort fachgerecht restauriert und anschließend innerhalb des Gebäudes im Bereich der Kantine an einem neuen Platz wieder aufgestellt. Die Polyesterwand ist zukünftig durch die Aufstellung im Innenbereich vor klimatischen und mechanischen Beschädigungen geschützt. Mit der Neupositionierung der Polysterwand wird zudem der Einfall von Tageslicht in die Kantine ermöglicht. Ebenso wird der zukünftigen teils öffentlichen Nutzung der Kantine Rechnung getragen, indem eine Sichtbeziehung "Innen-Außen" geschaffen wird.

Polyestermöbel
Die im Foyer des Düsseldorfer Schauspielhauses installierten von unten beleuchteten Möbelensembles bestehen jeweils aus zwei zylindrischen Hockern mit einem Durchmesser von 65 Zentimeter und einem zylindrischen Tisch mit einem Durchmesser von 120 Zentimeter. Die Objekte aus Polyestergießharz weisen altersbedingte Gebrauchsspuren und Beschädigungen auf. Für die fachgerechte Restaurierung werden die Möbelensembles ebenfalls zu gegebener Zeit zur Restaurierung demontiert und erst nach Abschluss der Sanierung wieder im Foyer aufgestellt werden.