Start für ein herzsicheres Düsseldorf

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Stellten die neue Defi-Säule an der Rheinuferpromenade vor: (v.l.) Oberbürgermeister Thomas Geisel, Dr. David Clausen, Philips, und Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke. Foto: Lammert

Stellten die neue Defi-Säule an der Rheinuferpromenade vor: (v.l.) Oberbürgermeister Thomas Geisel, Dr. David Clausen, Philips, Stephan Schneider, Digitale Stadt, und Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke. Foto: Lammert

Die neue Defi-Säule an der Rheinuferpromenade. Foto: Lammert

Das Display des neuen "automatisierten externen Defibrilators". Foto Lammert

Der neue "automatisierte externe Defibrilator". Foto: Lammert

Die Digitale Stadt Düsseldorf hat sich mit der Aktion "Düsseldorf Herzsicher" das Ziel gesetzt, Düsseldorf flächendeckend mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren zu versorgen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf unterstützt die Aktion und sponsert die erste Säule mit einem "automatisierten externen Defibrilator" (AED). Am Dienstag, 5. Februar, setzte Oberbürgermeister Thomas Geisel an der Rheinuferpromenade vor dem Gebäude Rathausufer 8 die rund zwei Meter hohe Säule in Betrieb.

Für weitere 20 Säulen sind über das Stadtgebiet verteilt bereits Standorte gefunden. Einige namhafte Unternehmen haben schon ein Sponsoring zugesagt. Weitere Sponsoren, die mindestens fünf Jahre lang 100 Euro im Monat zur Verfügung stellen, werden noch gesucht.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Damit ist der plötzliche Herztod die häufigste Todesursache in Deutschland außerhalb des Krankenhauses - auch in Düsseldorf. Vielen Betroffenen könnte geholfen werden, wenn die Hilfe schnell erfolgt - mit einem Laiendefibrillator. Ein Laiendefibrillator kann durch jede und jeden, auch ohne Vorkenntnisse, angewendet werden. Er führt mittels Sprachanweisungen durch die einzelnen Schritte der Behandlung und analysiert automatisch den Herzrhythmus der Betroffenen. Nur bei Vorliegen eines Kammerflimmerns wird die Funktion der Impulsauslösung freigegeben.

Bei der in Düsseldorf installierten neuen Gerätegeneration wird die Entnahme des Defibrillators sofort an die Feuerwehr gemeldet und eine Freisprechverbindung zur Rettungsleitstelle hergestellt. So kann dem Ersthelfer durch die erfahrenen Leitstellendisponenten der Feuerwehr lebenswichtige Hilfestellung gegeben werden. Die Feuerwehrleute und Notfallsanitäter, die langjährige Einsatzerfahrung im Rettungsdienst haben, können mittels eines festgelegten Ablaufs die richtigen Handgriffe am Telefon erklären und so die Ersthelfer beispielsweise bei der Herzdruckmassage anleiten.

"Düsseldorf ist als 'Gesunde Stadt' von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgezeichnet. Die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Gäste liegt uns wortwörtlich am Herzen. Aus diesem Grund unterstützen wir die Initiative 'Düsseldorf Herzsicher' und gehen mit der Aufstellung der ersten Säule in Düsseldorf den entscheidenden Schritt zum Start des Projektes mit", sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel.

"Der wesentliche Vorteil der im neuen Projekt 'Düsseldorf Herzsicher' eingesetzten Geräte gegenüber anderen öffentlich zugänglichen 'Defis' ist die automatische Direktverbindung zur Rettungsleitstelle der Feuerwehr. Über eine in den 'Defi' integrierte Freisprecheinrichtung erfolgt die unmittelbare Kontaktaufnahme der Rettungsleitstelle mit dem Anwender", sagt Stephan Schneider, Vorsitzender der Digitalen Stadt Düsseldorf, über die Vorteile der neuen Säulen.

Da die Geräte mit ihrem jeweiligen Standort der Feuerwehr angezeigt werden, kann im Notfall wichtige Zeit gespart und so die Rettungskette schnell in Gang gesetzt werden. Durch eine GPS-Datenübertragung kann bei Diebstahl das Gerät geortet und so schnell wiedergefunden werden. Ihre Position wird auch außerhalb der Aufbewahrung übermittelt. Sollte ein Gerät entwendet werden, wird durch einen Servicedienstleister sofort die Polizei verständigt. Die Funktionsfähigkeit der Geräte wird fortwährend durch den Betreiber sichergestellt.

"Die bislang im Stadtgebiet verteilten 'Defis' befinden sich oftmals in Gebäuden, beispielsweise Sport- und Konzerthallen oder andere öffentlichen Einrichtungen. Passiert etwas außerhalb dieser Gebäude, ist der Zugriff nicht immer gewährleistet. Viele Bürger wissen zudem nicht, dass die Systeme gerade auch von Laien und nicht nur von professionellen Rettungsteams eingesetzt werden dürfen. Dabei gilt: Das Einzige, was man in einem solchen Fall falsch machen kann, ist, nichts zu tun", erklärt der Beigeordnete für Gesundheit, Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke.

Arne Cohrs, Director Strategic Alliances, "PHILIPS HeartStart Solutions": "Bei Philips entsteht die Zukunft der Gesundheit. Für Jedermann frei zugängliche Defibrillatoren stellen einen wichtigen Fortschritt zur Notfallversorgung eines jeden Einzelnen dar. Wir freuen uns, mit unserer Komplettlösung dieses Projekt zu ermöglichen und damit unseren Beitrag für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger in Düsseldorf zu leisten."

Was ist der plötzliche Herztod?

Der plötzliche Herztod wird durch eine zumeist unerwartet auftretende Fehlfunktion des Herzens ausgelöst. Bei der Mehrzahl der Betroffenen liegt dabei ein primäres Kammerflimmern ohne nachweisbaren Auslöser vor. Sie verlieren das Bewusstsein, hören auf zu atmen und sterben, sofern ihnen nicht sofort geholfen wird. Der Rettungsdienst kommt in der Regel für eine Defibrillation und Rettung des Betroffenen zu spät. Einen solchen Vorfall überleben daher in Deutschland zur Zeit nur weniger als fünf Prozent aller Betroffenen. Mit einem Laiendefibrillator kann durch jeden beliebigen Anwender Leben gerettet werden. Jede Minute ohne eine Defibrillation verringert die Wahrscheinlichkeit einer Wiederbelebung um 7 bis 10 Prozent. Vergehen mehr als 10 Minuten ohne eine Defibrillation, bestehen kaum noch reelle Chancen den Betroffenen zu retten.

Was ist ein Laiendefibrillator?

Ein Laiendefibrillator ist ein kleines, kompaktes Gerät, das mittels einer Software den Herzrhythmus analysiert und entscheidet, ob eine Impulsabgabe notwendig ist. Nur bei einem positiven Ergebnis wird diese Funktion des Gerätes freigeschaltet und der Anwender mittels Sprachanweisung aufgefordert, den Impuls per Knopfdruck auszulösen. Die Anwendung ist deshalb auch für Laien absolut sicher. Bei Entnahme des Geräts aus der Säule wird zudem automatisch eine Freisprechverbindung zur Leitstelle der Feuerwehr hergestellt, so dass von dort zusätzlich Anleitung gegeben werden kann.