Verkehrswende aktiv angehen

Fahrgemeinschaften bilden und Umweltspuren nutzen

Auch die dritte Umweltspur in Düsseldorf ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern, etwas für den Klimaschutz und die Verkehrswende zu tun. Wer das Fahrrad oder den ÖPNV nutzt oder sich zu einer Fahrgemeinschaft mit mindestens drei Personen zusammengeschlossen hat, kommt auf der neuen Umweltspur, die inzwischen vom Südpark bis zur Kreuzung Witzelstraße/Auf'm Hennekamp reicht, zügig voran. Vier Buslinien mit rund 24 Fahrzeugen in der Stunde nutzen die Strecke vom Werstener Kreuz zur Corneliusstraße. Mit jedem Bus kommen im morgendlichen Berufsverkehr nun durchschnittlich 75 Passagiere schneller zum Ziel.

Fahrgemeinschaften profitieren ebenfalls von der Umweltspur, denn Fahrzeuge mit mindestens drei Personen (unabhängig vom Alter) dürfen die Umweltspur nutzen. Mitfahrerinnen und Mitfahrer finden umweltbewusste Autofahrer beispielsweise über das Pendlerportal des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR). Unter Pendlerportal.de können sich Pendlerinnen und Pendler schnell und kostenlos anmelden. Das Portal, das insgesamt 250 Städte und Landkreise als Partner hat, vermittelt monatlich 225.575 Fahrten. Wer die Verkehrswende aktiv angeht, ist also eindeutig im Vorteil.

Weitere Pendlerportale:

Schnellverbindung in die City

Zum schnelleren Vorankommen des Shuttles vom Messeparkplatz P2 zur Heinrich-Heine-Allee könnte der vorhandene Bussonderfahrstreifen auf der Danziger Straße zur Umweltspur ohne Radverkehr erweitert sowie ein neuer Abschnitt Umweltspur auf dem Kennedydamm und der zur Umweltspur zu erweiternde Radfahrstreifen der Kaiser-/Fischerstraße dienen.

Der momentane Stand der Planung dafür sieht vor, dass Fahrzeuge auf dem Parkplatz P2 der Messe abgestellt werden und die Insassen von dort aus mit einem Shuttle im Linienverkehr zur Heinrich-Heine-Allee gefahren werden. Auf dieser Strecke wird es Haltepunkte am Nordfriedhof und an der Heinrich-Heine-Allee geben. Somit können Pendler aus Norden kommend vom Messeparkplatz die Altstadt erreichen oder auch den Nordfriedhof, um von dort mit den vorhandenen Linien Richtung Derendorf/Mörsenbroich und Lörick/Ober- und Niederkassel weiterzufahren. Die genaue Linienführung sowie die Nutzungsbedingungen befinden sich zurzeit in der Planung.

Neue Umstiegsplätze für Pendler

Immer noch kommen 70 Prozent der mehr als 300.000 Pendler mit dem Auto nach Düsseldorf - das sind täglich über 210.000 Fahrzeuge, die morgens in die Stadt, und abends wieder heraus fahren. Ihnen sollen Angebote gemacht werden, um alternativ zum einzelnen Auto ihre Ziele in der Stadt zu erreichen.

"Mit dem groß angelegten Versuch der Umweltspuren, die zu Einschränkungen führen, verbinden wir sukzessive Kompensationsmaßnahmen, sowohl in der Stadt, wie Shuttles, P+R-Plätze, als auch die Bemühungen, mit den Nachbargemeinden, beim Thema P+R weiterzukommen, um die Pendler dadurch zu entlasten. Das ist kein einfaches Geschäft, aber die Luftreinhaltungspläne fordern die Verkehrswende und dafür müssen wir gemeinsam nach Lösungen suchen", betont Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke.

Neben den vorhanden Park+Ride-Plätzen an den S-Bahn-Stationen in Hellerhof, Garath, Eller-Süd, Eller und Angermund, am Benrather Bahnhof sowie am Südpark (U71, U73, U79, U83), Südfriedhof (Linie 709), Gerresheimer Krankenhaus (U83, 709), Staufenplatz (U73, U83, 709), Heerdter Krankenhaus (U75) und an der U79-Haltestelle Wittlaer werden noch weitere hinzukommen. Mit dem Bau eines neuen P+R-Platzes an der Ickerswarder Straße/Münchener Straße mit 130 Stellplätzen könnte vorbehaltlich der baurechtlichen Genehmigung schon in diesem Jahr gestartet werden. Die Ausweitung des P+R-Platzes am Südpark und eine weitere P+R-Nutzung von Parkmöglichkeiten an der Messe ist wie oben beschrieben in Planung.

Aktuelle Verkehrslage

Wer sich über die Verkehrslage - nicht nur auf den Umweltspuren, sondern in ganz Düsseldorf - informieren will, findet aktuelle Verkehrsinformationen direkt unter https://vtmanager.duesseldorf.de/info/#main.

365-Euro-Ticket: Brief des Oberbürgermeisters an den Bundesverkehrsminister

Ein wichtiger Baustein für eine sauberere Luft ist es, Anreize dafür zu schaffen, dass die Menschen vom Auto auf den ÖPNV umsteigen. Vor diesem Hintergrund hat Oberbürgermeister Thomas Geisel sich mit einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gewandt und Düsseldorf im Hinblick auf die Fördermöglichkeit für die Einführung eines 365-Euro-Tickets in der Landeshauptstadt ins Gespräch gebracht. In seinem Brief schreibt der Oberbürgermeister: "Mit Freude haben wir vor diesem Hintergrund vernommen, dass die Eckpunkte des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung auch 10 neue Modellprojekte für ermäßigte ÖPNV-Jahrestickets enthalten. Hiermit bekunde ich das große Interesse der Stadt zur Teilnahme an diesem Modellvorhaben. Ich favorisiere dabei die Einführung eines 365 Euro-Jahrestickets. Ich gehe dabei davon aus, dass die Konkretisierung der Eckpunkte keine zeitlich eng begrenzte Laufzeit, sondern zumindest auf einen mittelfristigen Zeitraum ausgelegt sein wird und die Förderung den Einnahmenausfall angemessen kompensieren wird."

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