Dritte Sitzung des Runden Tisches zu Asyl- und Flüchtlingsfragen

Jetzt 2.140 Flüchtlinge in Düsseldorf/Betreuung weiter verbessert

Der von Oberbürgermeister Thomas Geisel initiierte Runde Tisch zu Asyl- und Flüchtlingsfragen traf sich am Dienstag, 13. Januar, im Düsseldorfer Rathaus zu seiner dritten Sitzung. Unter Federführung von Sozialdezernenten Burkhard Hintzsche kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Kirche, Sport, Wohlfahrtsverbänden, Flüchtlingsinitiativen und der Arbeitsgemeinschaft Düsseldorfer Wohnungsunternehmen im Plenarsaal zusammen. Ziel des Runden Tisches ist es, angesichts der steigenden Zahl Asyl suchender Menschen Lösungen zu aktuellen Problemen wie beispielsweise die Unterbringung zu erarbeiten und einer drohenden Unterversorgung schnellstmöglich entgegenzusteuern.

 

Die soziale Betreuung der Flüchtlinge konnte weiter ausgeweitet werden. "Ich bin froh, dass sich ein breites Bündnis aus Verwaltung, Vereinen und Unternehmen gebildet hat, das sich in der Betreuung der Flüchtlinge engagiert", erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel. "Das zeigt, dass Düsseldorf eine weltoffene Stadt ist, die Flüchtlinge hier willkommen heißt." So wurde der Personaleinsatz zur sozialen Betreuung der Flüchtlinge inzwischen auf 9,5 Stellen aufgestockt und eine Clearingstelle für die akute medizinische Versorgung von Menschen ohne gültige Ausweispapiere eingerichtet. Willkommensmappen für Flüchtlinge liegen nun in sechs Sprachen vor. In die Mappen können die umfangreichen Unterlagen übersichtlich einsortiert werden. So ist beispielweise eine Register für Krankenscheine und Informationen zur Krankenversorgung vorgesehen. Mit der Düsseldorfer Wohnungswirtschaft wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die Flüchtlingen den Zugang zum Wohnungsmarkt erleichtern soll. Die DEG hat eine Eislaufschule für Flüchtlingskinder eingerichtet und der DSV 04 e.V. bietet in Lierenfeld verschiedene Sportangebote an. Die Sparte Jiu-Jitsu der Betriebssportgemeinschaft der Stadtverwaltung engagiert sich ebenfalls. Ehrenamtliche Sprach- und Kulturmittlerinnen und -mittler unterstützen die offiziellen Betreuer, beispielsweise bei Behördengängen oder Arztbesuchen, und leisten Hilfestellung bei Übersetzungen inklusive sämtlicher Post, beim Ausfüllen von Formularen oder der Stärkung der Alltagskompetenz.

 

 

Zum 1. Januar waren 2.140 Flüchtlinge in Düsseldorf untergebracht. Sozialdezernent Hintzsche erwartet, dass deren Zahl bis zum 1. Januar 2016 auf rund 4.000 Personen ansteigen wird. Bis zum Jahresende müssen in Düsseldorf insgesamt 3.900 zusätzliche Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen geschaffen werden, da einige Quartiere beispielsweise nur befristet zur Verfügung stehen. Dies wird zum einen in bestehenden Immobilien erfolgen. Allerdings müssen auch Containerstandorte geschaffen werden. Das Baudezernat hat unbebaute städtische Grundstücke im gesamten Stadtgebiet auf ihre Eignung dafür untersucht. Über zwölf mögliche Standorte sollen nun kurzfristig die Bezirksvertretungen informiert werden. Sobald sich einzelne Standorte konkretisieren, soll dies zeitnah kommuniziert werden. Das Land Nordrhein-Westfalen möchte in Düsseldorf eine so genannte Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 600 Asylbewerber schaffen. Derzeit finden mit Land und Bund Gespräche darüber statt, diese in der Bergischen Kaserne in Hubbelrath einzurichten. Dafür würde rund ein Achtel des gesamten Kasernengeländes benötigt. Die Zahl der dort untergebrachten Asylbewerber wird auf die Gesamtzahl der in Düsseldorf unterzubringenden Personen angerechnet.

 

 

Auf der Eingangsseite der städtischen Homepage unter www.duesseldorf.de wurde der Punkt "Runder Tisch Asyl" eingerichtet. Dort gibt es Hintergrundinformationen. Die Beiträge aus den Sitzungen des Runden Tisches werden dort zeitnah ebenfalls eingestellt. Die nächste Sitzung des Runden Tischs Asyl findet am 10. März statt.

 

 

 

 



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