Einblick in den Amphibien-Zuchtraum

Die Zucht- und Schutzstation für Amphibien Düsseldorf

Ein Drittel der Amphibienarten weltweit ist akut vom Aussterben bedroht. Zum "Jahr des Frosches 2008" konnte die Landeshauptstadt Düsseldorf ein Projekt ins Leben rufen, das für den Aquazoo bislang einmalig ist: die Zucht- und Schutzstation für Amphibien. Nie zuvor konnte sich der Zoo der Landeshauptstadt so umfangreich für eine bedrohte Tiergruppe einsetzen. Seit jeher hält und präsentiert der Aquazoo zahlreiche Amphibienarten und dokumentiert anschaulich die Besonderheiten dieser faszinierenden Tiergruppe. Im Rahmen des Projektes werden bestehende Zuchten weiter vorangebracht. Weitere, für den Aquazoo neue Amphibienarten bzw. -gruppen wurden ausgewählt und in das erfolgreiche Zuchtprogramm aufgenommen.


Kontakt Projektleitung:  Sandra Honigs

Ausgezeichnetes Projekt UN-Dekade Biologische Vielfalt 2015

Dieses Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet.

Logo zur Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt 2016
Logo der WAZA
Mitglieder der Entomologischen Gesellschaft und Mitarbeiter des Aquazoo Löbbecke Museum bei Pflegearbeiten in einem alten Weinberg

Lebensraum für den Moselapollo

Im Moseltal lebt eine stark gefährdete Unterart des Apollofalters (Parnassius apollo), der Moselapollofalter (P. a. vinningensis). Durch die Intensivierung des Weinbaus schienen die wenigen verbliebenen Populationen zum Aussterben verurteilt. Daher begann die Entomologische Gesellschaft Düsseldorf Ende der 1970er-Jahre, aufgelassene Weinberge in der Moselgemeinde Pommern zu pachten. Seither werden diese Flächen alljährlich von Mitgliedern der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf und Mitarbeitern des Aquazoo Löbbecke Museum gepflegt. Ziel dieser Maßnahmen ist ein Aufhalten der Verbuschung zur Förderung der Weißen Fetthenne (Sedum album), der Futterpflanze der Apollofalter-Raupe. Auch auf andere Pflanzen- und Tierarten der Felsensteppe wirken sich die Pflegemaßnahmen positiv aus. Bei Exkursionen wird die Entwicklung der Insektenfauna von Mitgliedern der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf regelmäßig verfolgt.

Maifisch (Alosa alosa)

EU-Life-Projekt zur Wiederansiedlung des Maifischs im Rheinsystem

Das Projekt hat die Wiederansiedlung der ehemals häufigen Rheinfischart zum Ziel. Die große Heringsart wanderte früher zu Hunderttausenden zur Fortpflanzung aus der Nordsee viele hundert Kilometer den Rhein herauf und war der Brotfisch für die Rheinberufsfischer. Der Maifisch wird bis zu 70 Zentimeter groß und drei bis vier Kilogramm schwer. Anfang des 20. Jahrhunderts brachen die Bestände im Rheinsystem zusammen. Die Gründe waren Gewässerverschmutzung, Überfischung und der Ausbau des Rheins zur Schifffahrtsstraße.
In einem wissenschaftlich begleiteten Projekt wird nun schrittweise die Rückkehr dieser außergewöhnlichen Fischspezies unterstützt. Millionen von Maifischlarven wurden seit 2007 im Rhein ausgesetzt. Diese Besatz-Fische wurden in Frankreich gezüchtet und vor dem Besatz im Rhein markiert, um den Erfolg der Maßnahmen überprüfen zu können. Der erfahrene Maifisch-Experte Dr. Andreas Scharbert hat seinen Bürositz im Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf. Hier wurden die sensiblen Maifische auch bis zu einem Jahr lang aufgezogen und in der Ausstellung gezeigt. Die EU zeichnete diese gelungene Kooperation aus.
Weitere Projektpartner sind Land NRW, die HIT-Umweltstiftung, die Rheinfischereigenossenschaft NRW, das Umweltministerium Hessen, die Sportvisserij Nederland (Sportfischervereinigung der Niederlande) und verschiedene Forschungspartner in Frankreich.