ORECCHIE · OHRENSAUSEN

Am

I 2016 · 90 min · OmU · digitalDCP · ab 18 · Regie: Alessandro Aronadio · Drehbuch: Alessandro Aronadio, Valerio Cilio · Kamera: Francesco Di Giacomo · Darsteller: Daniele Parisi, Silvia D'Amico, Rocco Papaleo u.a.

In Schwarzweiß gedreht, behandelt diese Komödie beiläufig existenzielle Fragen in einer Aufeinanderfolge augenzwinkernder, skurriler und absurder Situationen. Eine strenge Fotografie und ein fast akademischer Bildaufbau schaffen dazu eine Ernsthaftigkeit vermittelnde Kontrastfolie. Er wird morgens mit einem Pfeifen im Ohr wach ... und es den ganzen Film über nicht mehr los. Am Kühlschrank findet er einen Zettel „Dein Freund Luigi ist tot.“ Wer aber ist dieser Luigi? Das ist der Start in einen tragikomischen Tag mit sadistischen Ärzt*innen, aufdringlichen Nonnen, einem Hip-Hop-Star im abgefahrenen Ambiente, der Frage, wie er seiner Verlobten ein Lächeln entlocken kann, und der Begegnung mit der Mutter, die mit einem „Performance“-Künstler ihren neuen Frühling lebt. Und da ist immer wieder dieser Luigi, an den er sich beim besten Willen nicht erinnern kann.

Das Schaffen von Alessandro Aronadio umfasst unterschiedliche Aspekte: Die Verdoppelung im Filmwerk von Cronenberg war das Abschlussthema im Psychologiestudium des 1975 in Rom geborenen Filmkünstlers. Seitdem arbeitet er als Fotograf und als mit Preisen ausgezeichneter Schriftsteller, hauptsächlich aber als Regieassistent für zahlreiche Spiel-, Dokumentar- und Fernsehfilme. Seine eigenen Kurzfilme und Videoclips wurden mehrfach ausgezeichnet. In Aronadios bisherigen drei Spielfilmen tritt seine Virtuosität zu Tage: DUE VITE PER CASO (2010) erweitert auf den Spuren Kieslowskis und Tykwers die Auseinandersetzung mit dem Thema Zufall und in ORECCHIE erfindet er eine neue schwarzweiße Bildsprache für das Genre der Komödie. Sein dritter Film DIO C’È verpackt die intellektuelle Auseinandersetzung mit den Weltreligionen in eine „Comedia all’Italiana“. Alle Filme behandeln Fragen der menschlichen Existenz, die mit visueller Fantasie, Tiefgang und Leichtigkeit erzählt werden.

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur Alessandro Aronadio statt. Gefördert von Manzin. Italienische Übersetzungen und mit freundlicher Unterstützung durch das Hotel Orangerie.
In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Köln