Roland Klicks Kurzfilme (1963-1966)

Am

Im Rahmen der Werkschau "Roland Klick zum 80. Geburtstag" zeigt das Filmmuseum neben sämtlichen Langfilmen auch seine frühen Kurzfilme. Roland Klick wird am 15. September anwesend sein und durch das Kurzfilm-Programm führen.

 

WEIHNACHT
BRD 1963 · 10 min · DF · 16mm · FSK 0 · Regie/Drehbuch: Roland Klick · Kamera: Jochen Cerhak, Roland Klick

Ein Junge spaziert zur Weihnachtszeit durch eine Stadt und bewundert den festlichen Krimskrams. „Roland Klicks gefeierter erster Kurzfilm WEIHNACHT (1963) zeigt einen Schuljungen, der einen Tag lang durch eine vorweihnachtliche Großstadt stromert und staunend die Warenwelt des wirtschaftswunderlichen Gabenfests zur Kenntnis nimmt. Seine Blicke sind programmatisch für die Arbeitsweise des Regisseurs: Das Kino des Roland Klick ist ein "Kino der aufgerissenen Augen". Sie entdecken eine kalte Welt. Geld ist in ihr das Mittel, das alle Dinge in Bewegung setzt.“ (Szene Hamburg, 1997, Jörg Schöning)

 

LUDWIG
BRD 1964 · 16 min · DF · digital · FSK 0 · Regie/Drehbuch: Roland Klick · Kamera: Jochen Cerhak, Roland Klick · Darsteller: Otto Sander, Elke van Schoor u.a.

Ein Film über einen jungen Mann (Otto Sanders erste Rolle) in einem armen bayrischen Dorf, der die Rolle des Dorfdeppen spielt. „Für seinen zweiten Kurzfilm LUDWIG (1964) jagte Klick Otto Sander (...) durch die entmythologisierte Tristesse eines kleinen Bauerndorfes. Für diesen Film kehrte er nach Jahren an den Ort seiner unbeschwerten Kindheit zurück. (...) Heute meint Klick, dass ihm mit LUDWIG ganz intuitiv etwas gelungen ist, was er sich in den folgenden Jahren erst wieder hart erarbeiten mußte: das Ineinandergreifen von einer ‚sozialer Wahrheit‘, die man ablichtet, und Kino.“ (Splatting Image, 1999, Andreas Busche)

ZWEI
BRD 1965 · 24 min · DF · digital · FSK 0 · Regie/Drehbuch: Roland Klick · Kamera: Hans-Joachim Herbst · Darsteller: Til Erwig, Peggy Parnass, Rolf Schimpf

Beide wohnen in einem Wohnblock. Er ist ein junger Büroangestellter, sie eine in die Jahre gekommene Stripperin. Ihre Leben überschneiden sich nicht, bis sie sich eines Tages gleich zweimal treffen. „ZWEI (1965) zeigt Momentaufnahmen von Menschen, einer Stadt und ihrem Alltag. Die genaue Beobachtung konzentriert sich auf das Leben zweier Personen, deren Wege sich im Laufe des Films kreuzen. Klick zeichnet seine Personen mit einer mitleidlosen Klarheit, die aber nie den Respekt für die Menschen verliert.“ (Diagonale, 1999)

JIMMY ORPHEUS
BRD 1966 · 52 min · DF · 35mm · FSK 0 · Regie/Drehbuch: Roland Klick · Kamera: Robert von Ackeren · Darsteller: Klaus Schichan, Ortrud Beginnen

Ein Hafenarbeiter muss durch die Straßen Hamburgs ziehen, als er aus seiner Unterkunft ausgesperrt wird. Im ärmeren Teil der Stadt trifft er eine junge Frau. Er will eine Affäre mit ihr beginnen, aber es soll nicht sein.
„Klaus Schichan als moderner Orpheus in der Unterwelt: seine Begierde für die schöne Ortrud Beginnen läßt die beiden eine schlaflose Nacht lang durch Hamburgs Straßen und U-Bahn- Stationen taumeln. Eine wild improvisierte Liebesgeschichte zwischen Nouvelle Vague, deutschem Beat und totaler filmischer Verrücktheit.“ (Diagonale, 1999)