ROMY SCHNEIDER & CLAUDE SAUTET

Am

FILMREIHE 01. bis 28.12.

„Sautet hat mich die Dinge des Lebens gelehrt, er hat mir etwas über mich selbst beigebracht.“ Romy Schneider

Sie ist auf eine Weise schön, die sie sich selbst geschaffen hat. Eine Mischung aus giftigem Charme und tugendhafter Reinheit. Sie ist stolz wie ein Mozart-Allegro und sich der Macht ihres Körpers und ihrer Sinnlichkeit bewusst. Ich bin ihr zum ersten Mal in einem dunklen Korridor in den Billancourt Studios begegnet. Ich habe nicht mit ihr gesprochen. Ich hatte einfach nur den vagen Gedanken, dass sie klug sei, und etwas mehr ... Ich kannte sie nicht, ich hatte sie nie auf der Leinwand gesehen – nicht mal in SISSI. Gleich zu Beginn der Dreharbeiten von DIE DINGE DES LEBENS begriff ich, dass ich das Glück hatte, hier auf eine Schauspielerin und eine Frau in einem magischen Moment zu treffen. Denn Romy ist gleichermaßen eine strahlende und verletzte Frau, eine Schauspielerin, die schon alles wusste, dies aber nie ausdrücken konnte. Romy ist die Lebendigkeit selbst, eine animalische Lebendigkeit, mit plötzlichen Ausdruckswechseln, die von der männlichsten Aggressivität bis zur subtilsten Sanftheit reichen. Romy ist eine Schauspielerin, die über das Alltägliche hinausgeht und eine leuchtende Dimension annimmt. Sie besitzt die Ambiguität, die das Privileg großer Stars ist. Ich habe sie hinter der Kamera gesehen, konzentriert, ängstlich, mit einer Noblesse, einer Impulsivität, einer moralischen Haltung, die Männer bedrängt und verstört. In CESAR UND ROSALIE wie im Leben. Romy, die eine französische Schauspielerin wurde, symbolisiert die kämpferische, unabhängige Frau, die mit Männern Machtbeziehungen eingeht. Sie erträgt weder Mittelmäßigkeit noch das Erlöschen der Gefühle. Sie kann noch viel geben. Sie wird immer spielen ... denn Romy hat ein Gesicht, das die Zeit nicht zerstören kann. Sie kann es nur erblühen lassen. – Claude Sautet über Romy Schneider.

Filmreihe in Kooperation mit dem Alexander Verlag, Berlin anlässlich des Erscheinen des Buches Claude Sautet – Regisseur der Zwischentöne, in dem der Regisseur ungewöhnlich offen mit Michel Boujut über seinen Werdegang, die Entstehungsgeschichte seiner Filme und über die Kunst des Filmemachens spricht.

Am 7.12. wird Marcus Seibert (Drehbuchautor, Schriftsteller und Übersetzer des Buches Claude Sautet – Regisseur der Zwischentöne) vor Filmbeginn eine Einführung in das Werk von Claude Sautet und seine Zusammenarbeit mit Romy Schneider halten.

Die Programmtexte sind dem Buch entnommen.

Alle Filme werden in restaurierter Fassung und im Original mit deutschen (OmU) oder englischen (OmeU) Untertiteln gezeigt.