Der Helmut-Käutner-Preis ist zurzeit mit 10.000 Euro dotiert und gilt als einer der wichtigsten deutschen Filmpreise.

Die Auszeichnung wurde vom damaligen Leiter des Filmforums und Begründer des Filmmuseums Düsseldorf, Klaus G. Jaeger, zur Erinnerung an den in Düsseldorf geborenen Regisseur Helmut Käutner, 1982 ins Leben gerufen. Käutner war ein vielseitig talentierter Künstler und im hohen Maße am Wiederaufbau der deutschen Filmlandschaft der Nachkriegszeit beteiligt. Weiterhin gelten Käutners Engagement und geistige Unabhängigkeit in einer Zeit der Unterdrückung als beispielhaft. Als einige seiner bedeutendsten
Filme können Des Teufels General (1954/55), Himmel ohne Sterne (1955) oder
Der Hauptmann von Köpenick (1956) genannt werden.

Aufgrund der Entscheidung eines Preisgerichts, bestehend aus Filmwissenschaftlern, Kritikern, einem Regisseur, einem Produzenten, dem Direktor des Filmmuseums, dem Leiter der Filmstiftung und Vertretern der Kulturpolitik, wird der Preis vom Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf - zeitnah zu Käutners Geburtstag am 25. März - alle zwei Jahre verliehen an

„Persönlichkeiten, die durch ihr Schaffen die Entwicklung der deutschen Filmkultur nachdrücklich unterstützen und beeinflussen, ihr Verständnis gefördert und zu ihrer Anerkennung beigetragen haben, ein Preis zur Förderung der Filmkultur”. (aus der Satzung)

Aktuelle Preisträgerin des Helmut-Käutner-Preises 2017

Die Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Margarethe von Trotta wird mit dem Helmut-Käutner-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung des Helmut-Käutner-Preises durch Oberbürgermeister Thomas Geisel findet am 12. Mai um 11 Uhr im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses, Marktplatz 2, statt. Die Laudatio hält der Regisseur Volker Schlöndorff. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird zum 15. Mal vergeben.

Die Entscheidung der Jury des Helmut-Käutner-Preises Margarethe von Trotta als Preisträgerin zu küren, fiel am 26. November 2016. Margarethe von Trottas Reaktion: "Ich freue mich wirklich sehr über den Preis. Damit habe nicht gerechnet. Umso größer ist jetzt die Überraschung. Ich gehöre der Generation an, die den deutschen Film vor uns als 'Opas Kino' abgetan hat. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das ein Fehler war. Gerade Helmut Käutner hat beeindruckende Filmwerke geschaffen. Über die Auszeichnung aus Düsseldorf freue ich mich auch deshalb sehr, weil ich hier aufgewachsen bin und sowohl die Stadt als auch Nordrhein-Westfalen Heimat für mich sind."

In der Begründung der Jury heißt es: "Margarethe von Trotta ist eine der wichtigsten Regisseurinnen des deutschen Kinos. Mit ihren Biografien widerständiger Frauen in Filmen wie ROSA LUXEMBURG oder ROSENSTRASSE hat sie den deutschen Film seit den siebziger Jahren geprägt und eine nachfolgende Generation von Regisseuren und Regisseurinnen inspiriert. Sie hat mit ihren Filmen immer wieder Bruchstellen der Historie aufgesucht. In Werken wie DIE BLEIERNE ZEIT, HILDEGARD VON BINGEN oder HANNAH ARENDT zeigte sie sich zugleich als profunde Chronistin deutscher Geschichte und als Persönlichkeit, die den gesellschaftspolitischen Diskurs nachhaltig beeinflusst."

Chronik der Helmut-Käutner-Preisträger

2017
Margarethe von Trotta, Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin

2015

Ulrich Tukur, Schauspieler

2013
Christian Petzold, Regisseur

2010

Christoph Schlingensief, Film-, Theater,- Opern- und Fernsehregisseur, Aktionskünstler

2007

Dieter Kosslick, Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin

2004

Wim Wenders, Filmregisseur

2001

Hannelore Hoger, Schauspielerin

1999

Rudolf Arnheim, Kultur- und Medienkritiker

1995

Hanns Eckelkamp, Filmproduzent und Verleiher Enno Patalas, Filmkritiker und -kurator Wolf Donner, Filmpublizist

1993

Hildegard Knef, Schauspielerin und Autorin

1990

Wolfgang Kohlhaase, Drehbuchautor und Schriftsteller

1988

Ulrich Gregor, Co-Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin
Hilmar Hoffmann, Gründer der westdeutschen Kurzfilmtage, Oberhausen Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, Präsident der Goethe-Institute

1986

Bernhard Wicki, Film- und Fernsehregisseur, Schauspieler

1984

Wolfgang Staudte, Film- und Fernsehregisseur

1982

Lotte Eisner, Filmhistorikerin und -publizistin

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