Preisträger und Jury
Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf - Melanie Zanin

Verleihung des Düsseldorfer Integrationspreises 2016

Der Lions-Club Düsseldorf-Karlstadt und die Landeshauptstadt Düsseldorf haben am 22. November 2016 zum vierten Mal einen Preis für herausragende Leistungen in der Integrationsarbeit vergeben. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche und Thomas Funcke, Präsident des Lions Clubs, nahmen im Rathaus die Preisverleihung vor. Das Projekt wurde durch die Kommunalstellte für Integration und Bildung in 2010 initiiert und in 2016 in Kooperation mit dem Büro der Flüchtlingsbeauftragten durchgeführt.

Die Jury orientierte sich an folgenden Kriterien:

  • Das laufende Projekt fördert Begegnung zwischen Flüchtlingen und länger hier lebenden Düsseldorferinnen und Düsseldorfern, basierend auf einer Haltung gegenseitiger Wertschätzung.
  • Die Nachhaltigkeit des Projektes ist gegeben; das Projekt ist längerfristig angelegt und baut hierzu entsprechende Strukturen aus.
  • Originalität des Projektes
  • Das Projekt ist partizipativ angelegt, es bietet den Flüchtlingen Spielräume für Eigeninitiative und Zusammenarbeit und stärkt ihre Selbstwirksamkeit.
  • Die Projektarbeit fußt auf einer guten Vernetzung und ist in entsprechende Kooperations-strukturen u.a. auch mit hauptamtlichen Stellen eingebettet.

Das umgesetzte Projekt leistet einen überdurchschnittlichen Beitrag in mindestens zwei der folgenden Themenbereiche:

  • Willkommens- und Anerkennungskultur
  • Sprachförderung bzw. die Stärkung weiterer Potenziale
  • Gemeinschaftliches Erleben grundgesetzlich verankerter Werte
  • Niedrigschwellige Vorbereitung auf eine Teilhabe am Arbeitsmarkt
  • Entwicklung neuer Lebensperspektiven und –modelle
  • Zivilgesellschaftliche Teilhabe und Erleben von Gemeinschaft

 

Junges Schauspielhaus für das Projekt "Garten Eden".
Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf - Melanie Zanin

Den ersten Preis in Höhe von 3.000 Euro erhält das Junge Schauspielhaus für das Projekt "Garten Eden". Die Choreographie dieses Theaterstückes wird mit Laienschauspielerinnen und -schauspielern einstudiert und aufgeführt. Es setzt den Gedanken des größtmöglichen Abbaus sprachlicher Barrieren mit unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen um. Die natürliche Mehrsprachigkeit der Flüchtlinge erfährt eine besondere Wertschätzung. Gemeinsame Aktionen, wie das Anlegen einer Hochbeetbepflanzung vor dem Jungen Schauspielhaus, runden das Projekt ab. Das Projekt lebt glaubwürdig die Willkommens- und Anerkennungskultur in Düsseldorf. Mit dem Preisgeld soll unter anderem der weitere Aufbau des Café Eden gefördert werden, welches im September eröffnet wurde.

Die "Arrive and Join-Gruppen"
Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf - Melanie Zanin

Der zweite Preis wurde zweimal mit jeweils 2.000 Euro vergeben. Das Projekt "Arrive and Join" der Initiative zur Integration von Flüchtlings- und Migrantenkindern an Schulen wurde für sein überragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die "Arrive and Join-Gruppen" führen Eltern und Kinder mit und ohne Migrationshintergrund zusammen. Durch das Projekt lernen neuzugewanderte Familien ihre Schule als Begegnungsort kennen und planen gemeinsame Aktivitäten.

"Al ailatu - Familie" des Vereins Kabawil e. V.
Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf - Melanie Zanin

Außerdem wurde das Tanztheaterprojekt "Al ailatu - Familie" des Vereins Kabawil e. V. ebenfalls mit einem zweiten Preis ausgezeichnet. Durch den Einsatz von mehrsprachigen Juniortrainerinnen und -trainern bietet das Projekt sehr gute Möglichkeiten des begleiteten ehrenamtlichen Engagements. Es greift die Ideen und Impulse der beteiligten Flüchtlinge in seiner Inszenierung auf. Durch die Aufführung teilen die Flüchtlinge die "Reise ihres Lebens", ihre Suche, ihre Träume und ihre Hoffnung auf eine sichere, menschenwürdige Existenz mit dem Publikum. Mit Aufführungen in Flüchtlingsunterkünften wird aktiv der Dialog mit der Zielgruppe gesucht. Besonderer Wert wird darauf gelegt, Personen mit Fluchtbiographie ein Gefühl des Ankommens zu vermitteln.

Jugendzentrum PULS
Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf - Melanie Zanin

Auch der dritte Preis wurde mit jeweils 1.000 Euro doppelt vergeben. Das Jugendzentrum PULS wurde für seine Arbeit mit lesbischen und schwulen Jugendlichen, die geflüchtet sind, prämiert. Das Thema wurde einerseits als Querschnittsthema in die Einrichtung aufgenommen, andererseits hat die Einrichtung auf die besonderen Bedürfnisse und Wünsche der Jugendlichen mit eigenen Angeboten reagiert. Die ehrenamtlichen Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter der Einrichtung verfügen vielfach über einen Migrationshintergrund und vermitteln eine Anerkennungskultur. Für eine Schulung zur Jugendgruppenleitung konnten weitere Personen gewonnen werden.

"Bunt geht’s rund" des Sportvereins Borussia Düsseldorf
Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf - Melanie Zanin

Außerdem wurde das Projekt "No border – refugees welcome" des Zentrums für Aktion, Kommunikation und Kultur (zakk) ausgezeichnet. Das Projekt bringt geflüchtete Jugendliche mit der Düsseldorfer Jugendgruppe "Die Falken" zusammen. Die gemeinsam gegründete "no border Band" sowie ein Buch mit kritischen Texten über die Lebenswelt der Jugendlichen geben ihnen eine Stimme.

 

Mit einem Sonderpreis in Höhe von 3.000 Euro prämierte die Jury das Projekt "Bunt geht’s rund" des Sportvereins Borussia Düsseldorf. Der Verein hat sein Angebot bewusst für Flüchtlinge geöffnet und bietet in den Unterkünften die Möglichkeit, Tischtennis zu spielen. Das hiermit verbundene ehrenamtliche Engagement sowie die überdurchschnittlich große Reichweite des Projektes von ca. 2.000 Flüchtlingen sollen mit dem Preis gewürdigt werden.