Deutsches Fotoinstitut - Landeshauptstadt Düsseldorf

Deutsches Fotoinstitut

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Beratende Gründungskommission legt Empfehlungen für Deutsches Fotoinstitut vor

Beratende Gründungskommission legt Empfehlungen für Deutsches Fotoinstitut vor

  • v.l.n.r.: Prof. Peter Gorschlüter (Direktor des Museum Folkwang), Prof. Dr. Susanne Gaensheimer (Direktorin der Kunstsammlung NRW), Ina Brandes (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Stephan Keller (Oberbürgermeister Düsseldorf), Moritz Wegwerth (Künstler und Fotograf, Vorsitzender DFI e. V.), Inka Schube (Kuratorin, Sprengel Museum), Foto: © MKW I Meike Schrömbgens, 2025

Neue Anlaufstelle soll dezentrales Forschungszentrum, Arbeitsplattform und Schnittstelle für das Fotografie-Erbe werden

Fotografie in Deutschland hat eine lange und große Tradition – sowohl künstlerisch als auch technologisch. Einige der international renommiertesten Fotografinnen und Fotografen kommen aus Deutschland – ebenso weltweit führende Film- und Kameratechnik. Dieses reiche Erbe soll bewahrt und in die Zukunft geführt werden. Das Deutsche Fotoinstitut (DFI) am Standort Düsseldorf soll künftig ein Kompetenzzentrum und aktiver Partner für die Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des fotografischen Erbes sein. Die hochkarätig besetzte beratende Gründungskommission für das Deutsche Fotoinstitut hat nun ihr Konzept für die Aufgaben des Instituts erarbeitet. Die Kommissionsmitglieder um Sprecherin Prof. Dr. Susanne Gaensheimer legten am Montag, 21. Juli 2025, offiziell den Bericht Staatsminister Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, und Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, vor.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: "Deutsche Fotografinnen und Fotografen haben die Kunstform Fotografie wesentlich mitgeprägt. Beim Deutschen Fotoinstitut geht es darum, dieses wertvolle Kulturerbe zu sichern. Zugleich brauchen wir angesichts von Künstlicher Intelligenz und zunehmender Digitalisierung eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie – auch dafür muss ein Deutsches Fotoinstitut als Haus der visuellen Zukunft stehen. Die Empfehlungen der Gründungskommission sind ein wichtiger Ausgangspunkt für die nächsten Schritte bei der Entwicklung des Deutschen Fotoinstituts. Der Bund wird weiterhin als Partner an der Seite des Landes NRW und der Stadt Düsseldorf stehen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat die Mitfinanzierung des Baus in Düsseldorf zuletzt 2023 bekräftigt. Diesen Entschluss wird die Bundesregierung jetzt umsetzen."

Ina Brandes, Kulturministerin des Landes Nordrhein-Westfalen: "Mit dem Abschlussbericht hat die beratende Kommission um Frau Professorin Gaensheimer ein starkes Fundament für die weitere Ausgestaltung des Deutschen Fotoinstituts gelegt. Das Konzept ist detailreich und durchdacht. Damit haben wir eine hervorragende Basis für die weitere gemeinsame Planung mit dem Bund und der Stadt Düsseldorf. Mein großer Dank gilt den Mitgliedern der Gründungskommission, die sich mit ihrem großen Engagement und ihrer umfassenden Expertise schon jetzt große Verdienste um das Deutsche Fotoinstitut erworben haben."

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Mit dem heute vorgelegten Abschlussbericht der Gründungskommission haben wir ein inhaltliches Fundament, auf dem die nächsten konkreten Schritte zum Aufbau des Deutschen Fotoinstituts in Düsseldorf entwickelt werden können. Ich danke der Kommission unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Gaensheimer ganz herzlich für ihre sorgfältige Arbeit, ihr breites Netzwerk und ihre Empfehlungen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf steht voller Überzeugung hinter diesem Projekt. Denn es ist nicht nur ein Gewinn für den Erhalt und die Zukunft des fotografischen Erbes in Deutschland, sondern auch ein großer Impuls für Düsseldorf als Ort der Kunst, Wissenschaft und Innovation."

Die beratende Gründungskommission war von einem Lenkungsausschuss aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Landeshauptstadt Düsseldorf eingesetzt worden. Der Kommission gehören an: Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung NRW, Prof. Peter Gorschlüter, Direktor des Museum Folkwang (Essen), Felix Krämer, Generaldirektor, Mitglied des Vorstandes des Kunstpalastes (Düsseldorf), Katrin Pietsch, Fotografie-Restauratorin, (Amsterdam), Christian Scheidemann, Restaurator (New York), Inka Schube, Kuratorin, Sprengel Museum (Hannover), Moritz Wegwerth, Künstler und Fotograf, Vorsitzender DFI e. V., (Düsseldorf).

Das siebenköpfige Team hat mit seinem breiten Fachwissen und im engen Austausch mit anderen Expertinnen und Experten aus Museen, Archiven, Hochschulen, fotografischen Verbänden sowie Künstlerinnen und Künstlern zahlreiche konkrete Vorschläge zur Konzeption des Deutschen Fotoinstituts erarbeitet. Zentrale Aufgaben des DFI – so die Empfehlungen – sind Archivierung und Sicherung, Forschung, Digitalisierung und Vermittlung in nationalem Verbund und internationalem Austausch.

Laut beratender Kommission sind dies die Leitprinzipien des Deutschen Fotoinstituts:

  • Das DFI versteht sich als begleitend und partnerschaftlich: Es ist Prozessbegleiter, Moderator und Vermittler zur Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des nationalen Kulturerbes der Fotografie in einem föderalen Netzwerk.
  • Das DFI agiert dezentral und föderal: Es ist Forschungszentrum, Arbeitsplattform und Aggregator und bündelt Kompetenzen und Expertise, um sie dezentral wirksam zu machen. Ziel ist die Stärkung bestehender Infrastrukturen – durch zu entwickelnde Standards, Wissenstransfer und projektbezogene Zusammenarbeit.
  • Das DFI ist transparent und vielfältig: ein Ort der Begegnung mit dem Fotografischen in der ganzen Vielfalt seiner Erscheinungsformen. Es verbindet die Verantwortung für das nationale fotografische Erbe mit der Diskussion der Zukunftsfragen des Fotografischen.
  • Das DFI ist offen und zugänglich: es bietet frei verfügbare und nutzbare digitale und methodische Werkzeuge, Standards und Wissensbestände für Forschung, Vermittlung und Praxis.
  • Das DFI ist serviceorientiert: Seine Angebote richten sich an die Bedarfe der bestehenden Archive, Vor- und Nachlässe, Kunstschaffenden, Fotografierenden, Museen, Sammlungen, Hochschulen und so weiter und werden auf Grundlage fachlicher Expertise kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Das DFI soll fördern und stärken: Teil des DFI ist ein "Nationaler Förderfonds Fotografie", der die fotografische Landschaft insgesamt stützt, stärkt und fördert.
  • Das DFI ist international vernetzt und orientiert sich an internationalen Standards. Es pflegt den kontinuierlichen Austausch mit Institutionen im In- und Ausland.
  • Das DFI ist nachhaltig und gemeinwohlorientiert: Als übergreifendes Prinzip orientiert sich das DFI an Nachhaltigkeit im Sinne gemeinwohlorientierten, langfristigen und ressourcenbewussten Handelns.

Den Bericht der beratenden Gründungskommission finden Sie hier: www.mkw.nrw/bericht-dfi

Der Lenkungsausschuss von Bund, Land und Stadt wird den jetzt vorgelegten Abschlussbericht zügig prüfen, bewerten und darauf aufbauend den weiteren Umsetzungsplan entwickeln. Im Anschluss wird der Lenkungsausschuss eine Findungskommission für die Gründungsdirektion einsetzen. Aufgabe der Gründungsdirektion wird es sein, den Aufbau des DFI voranzutreiben.

Hintergrund
Im Jahr 2019 hat der Deutsche Bundestag auf Grundlage eines Vorschlags der Stadt Düsseldorf Mittel für das Fotoinstitut in Höhe von 41,5 Millionen Euro für den Standort Düsseldorf bereitgestellt. Im Landeshaushalt wurde der gleiche Betrag für die notwendige Kofinanzierung eingestellt, so dass insgesamt zunächst 83 Millionen Euro zur Verfügung standen. In der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses im Jahr 2022 wurden im Bundeshaushalt Barmittel und Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 42,9 Millionen Euro etatisiert. Damit wurden die Mittel noch einmal um rund 1,5 Millionen Euro auf insgesamt 86 Millionen Euro erhöht.

(Redaktion: Velten, Falk - Erstellt: 21.07.2025)

Zur Pressemeldung vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Zur Pressemeldung der Landeshauptstadt Düsseldorf

Die Gründungskommission für das Deutsche Fotoinstitut steht fest

Die Gründungskommission für das Deutsche Fotoinstitut steht fest

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (4. v.r.), die NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft Ina Brandes (4. v.l.) und OB Dr. Stephan Keller (3. v.r.) zusammen mit Mitgliedern der Gründungskommission © Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Kulturstaatsministerin Claudia Roth, die nordrhein-westfälische Ministerin für Kultur und Wissenschaft Ina Brandes und der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller am Montag, 18. September 2023, die Gründungskommission für das Deutsche Fotoinstitut vorgestellt.

Das siebenköpfige Team versammelt eine breite fotografische Expertise. Die Gründungskommission wird zunächst die Aufgabenschwerpunkte des zukünftigen Fotoinstituts festlegen. Auf dieser Grundlage sollen zu einem späteren Zeitpunkt auch Fragen der baulichen Realisierung und der Organisationsform erörtert werden. Der Gründungskommission gehören an:

  • Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
  • Prof. Peter Gorschlüter, Direktor des Museum Folkwang, Essen
  • Felix Krämer, Generaldirektor, Mitglied des Vorstandes des Kunstpalastes, Düsseldorf
  • Katrin Pietsch, Fotografie-Restauratorin, University of Amsterdam
  • Christian Scheidemann, Restaurator, New York
  • Inka Schube, Kuratorin, Sprengel Museum, Hannover
  • Moritz Wegwerth, Fotograf, Düsseldorf

Kulturstaatsministerin Claudia Roth: „Mit dem Fotoinstitut geben wir der Kunst der Fotografie einen Standort in Deutschland und eine zentrale Anlaufstelle. Dabei kann es in Nordrhein-Westfalen von einer reichen fotografischen Tradition an Rhein und Ruhr profitieren.  Unser Ziel ist ein lebendiges Institut, das Fotografie von höchster Qualität mit wissenschaftlicher Exzellenz und Nachhaltigkeit in Einklang bringt – und damit international neue Maßstäbe setzt. Wichtig ist dabei, dass die Perspektiven der Fotografinnen und Fotografen in all ihrer Vielfalt angemessen berücksichtigt werden. Die Gründungskommission wird deshalb den Dialog mit der Foto-Szene suchen. Als zeitgemäße Kultureinrichtung des 21. Jahrhunderts soll das Fotoinstitut darüber hinaus auch Vorbild für Nachhaltigkeit sein. Das Thema Klimaschutz muss deshalb bei Bau und Betrieb von Anfang an mitgedacht werden.“

Ministerin Ina Brandes: „Für das Deutsche Fotoinstitut hätte es keinen besseren Ort als Nordrhein-Westfalen geben können. Hier hat die berühmte Becher-Schule neue Maßstäbe für die künstlerische Fotografie gesetzt. Hier ist die Folkwang-Universität der Künste zu Hause – eine der größten Ausbildungsstätten für Praxis, Geschichte und Theorie der Fotografie Deutschlands. Mit der Gründungskommission haben wir Expertinnen und Experten gefunden, die die Fotoszene in all ihren Facetten abbilden. Ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft und Ihr Engagement, das Fotoinstitut mit Ihrer Expertise zu prägen und mitzugestalten.“

Oberbürgermeister Stephan Keller: „Wir freuen uns, künftig das Deutsche Fotoinstitut in Düsseldorf beheimaten zu dürfen. In der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens hat sich eine historisch gewachsene und äußerst dichte Infrastruktur um die Fotografie entwickelt. Die reichhaltige Kulturlandschaft aus städtischen Instituten und Landesinstitutionen wird von zahlreichen Galerien und unabhängigen Kulturinitiativen ergänzt. Ein Fotoinstitut kann von der unmittelbaren Nähe zu fotografischen Sammlungen, Ausstellungshäusern, Produktionsstätten und Hochschulen sowie von der wirtschaftlichen Präsenz rund um die Fotografie profitieren.“