Die Fotokünstlerinnen Carrie Mae Weems und Hannah Darabi werden mit dem Bernd und Hilla Becher-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Der Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Der international ausgerichtete Fotokunstpreis besteht aus einem Haupt- (2022: Carrie Mae Weems) und einem Förderpreis (2022: Hannah Darabi). Der genaue Termin der Verleihung wird noch bekannt gegeben. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Ich gratuliere Carrie Mae Weems und Hannah Darabi herzlich zur Auszeichnung mit dem Bernd-und-Hilla-Becher-Preis. Durch ihre Arbeit haben sich beide Preisträgerinnen besonders um die Fotografie verdient gemacht. Neben der Förderung der Künstlerinnen verdeutlicht die Vergabe des Preises zudem den hohen Stellenwert, den die Fotokunst in Düsseldorf seit Jahrzehnten innehat."

Der Bernd-und-Hilla-Becher-Preis

In Andenken an das international renommierte Düsseldorfer Fotografen-Ehepaar Bernd und Hilla Becher wird der Fotokunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf an Persönlichkeiten verliehen, die sich in der Fotografie besonders hervorgetan haben. Bernd und Hilla Becher (geboren 20. August 1931, verstorben 22. Juni 2007/geboren 2. September 1934, verstorben 10. Oktober 2015) haben die deutschlandweit erste Klasse für künstlerische Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf im Jahr 1976 gegründet und in mehr als 60 Jahren ein einzigartiges künstlerischfotografisches Werk entwickelt. Der Haupt- und Förderpreis werden alle zwei Jahre von der Landeshauptstadt Düsseldorf auf Vorschlag einer unabhängigen international besetzten Fachjury durch den Oberbürgermeister verliehen. Der Hauptpreis ist mit 15.000 Euro dotiert und richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, Theoretikerinnen und Theoretiker, Kuratorinnen und Kuratoren, die sich um die Fotografie sowie angrenzende Bereiche wie Film, Video und andere bildgenerierende Medien im Bereich der Kunst verdient gemacht haben. Der Förderpreis ist dotiert mit 5.000 Euro und richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die sich schwerpunktmäßig mit Fotografie, Bildmedien und Medienkunst auseinandersetzen. Der Bernd und Hilla Becher-Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Den Hauptpreis erhielt im Jahr 2020 die Fotokünstlerin Evelyn Richter und den Förderpreis Fotokünstler Theo Simpson.

Die Preisträgerinnen: Carrie Mae Weems und Hannah Darabi

Carrie Mae Weems wurde 1953 in Portland/USA geboren. Die Künstlerin zählt in den USA zu den wichtigsten und einflussreichsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Soziale Gerechtigkeit, Identität, Geschichte und Politik sind zentrale Themen ihrer Arbeit, die sich über vier Jahrzehnte erstrecken. Carrie Mae Weems hinterfragt seit ihrem frühen Werk "Kitchen Table" (1990) dominante Narrative, die von Institutionen, Wissenschaft, Kunst, Architektur, Fotografie und Massenmedien erschaffen und verbreitet werden. In der Jurybegründung heißt es unter anderem: (Auszug) "Die Jury war überzeugt von Carrie Mae Weems langjährigem Werk, das über Fotografie, Film, Performance und Installation Fragestellungen an gesellschaftliche Konstrukte von Race, Gender und Klasse unter Einbeziehung von zeitgenössischer Musik und Mode verhandelt."

Hannah Darabi wurde 1981 in Teheran/Iran geboren. Die Künstlerin studierte an der Hochschule der Schönen Künste in Teheran und anschließend an der Universität Paris VIII-Saint-Denis. Obwohl sie heute in Paris lebt, bleibt ihr Herkunftsland das Hauptthema der meisten ihrer Fotoserien, in denen ihre Fotografien mit anderen Materialien wie Texten, Archivbildern und Objekten interagieren, um die spezifische politische Situation und die wirtschaftlichen Bedingungen in ihrem Land zu zeigen. Unter den verschiedenen Ausdrucksformen, die sie erforscht, nehmen die Künstlerbücher einen besonderen Platz ein. In der Jurybegründung heißt es unter anderem: (Auszug) "Die Jury möchte mit dieser Auszeichnung eine künstlerische Haltung fördern, die mit den Mitteln der Fotografie die kulturellen Grenzgänge zwischen dem Orient und dem Okzident beleuchtet. Hannah Darabis Arbeiten zu den Fotobüchern der iranischen Revolution (1979-1983) und der persischen Diaspora in Los Angeles setzen wichtige Impulse für dokumentarische Arbeiten der Zukunft."

Fachjury für die Preisverleihung 2022

Der Jury 2022 gehören neben dem Oberbürgermeister, der Beigeordneten für Kultur und Integration und Vertretern der Politik und Verwaltung folgende Fachjuroren an: Dr. Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast, Alona Pardo, Kuratorin Barbican Centre London, Florian Ebner, Kurator Centre Georges Pompidou Paris, und Prof. Ricarda Roggan, Künstlerin und Prof. für Fotografie ABK Stuttgart.