Die Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke ist in Düsseldorf bislang nicht nachgewiesen. Da es jedoch im Süden Nordrhein-Westfalens bereits Funde dieser invasiven Mückenart gab, informieren wir frühzeitig über Erkennung, Risiken und einfache Maßnahmen zur Vorbeugung.

Über die Mückenart

Was ist die Asiatische Tigermücke?

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) oder kurz Tigermücke ist eine schwarz-weiß gemusterte Stechmückenart. Sie ist tagaktiv, 4 bis 10 Millimeter groß und legt nur kurze Flugdistanzen zurück. Wie bei allen Stechmückenarten saugen ausschließlich die Weibchen Blut – im Fall der Tigermücke vor allem an Säugetieren, aber auch an Vögeln. Zur Fortpflanzung nutzt die Tigermücke kleine Wasseransammlungen  zur Eiablage.

Typische Brutstätten:

  • Blumenvasen und Untersetzer
  • Tiertränken
  • verstopfte Abflüsse und Regenrinnen
  • offene Behälter im Außenbereich

Deshalb kommt die Mücke besonders häufig in Städten vor.

Weibliche (oben) und männliche (unten) Tigermücke. Foto: Anders Lindström, Nationales Veterinärinstitut (SVA)

Infektionsrisiko

Wie gefährlich ist die Tigermücke?

Die Tigermücke ist im Gegensatz zu vielen heimischen Stechmücken vor allem tagsüber aktiv. Mit ihrem aggressiven Stechverhalten kann sie sehr lästig sein. Die Stiche unterscheiden sich allerdings nicht wesentlich von denen heimischer Mückenarten.

Die Tigermücke kann verschiedene Viren wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen.

Für Deutschland gilt:

  • Das Risiko einer Übertragung ist derzeit gering.
  • Bisher gab es keine lokal erworbenen Infektionen.
  • Eine Ausbreitung der Mücke würde das Risiko erhöhen.
Tigermücke © iStock/Pawich Sattalerd
Tigermücke © iStock/Pawich Sattalerd

Herkunft und Ausbreitung

Woher kommt die Tigermücke und wie breitet sie sich aus?

Die Asiatische Tigermücke kommt ursprünglich aus Südostasien. Sie konnte sich mit dem internationalen Waren- und Reiseverkehr in den letzten 30 Jahren aber rasant global ausbreiten. Auch in Teilen Deutschlands ist die Asiatische Tigermücke mittlerweile heimisch geworden. Sie breitet sich schrittweise von Süden nach Norden aus. Auch in Düsseldorf könnten die klimatischen Bedingungen eine Ansiedlung ermöglichen. Bisher sind im Rahmen des von der Landeshauptstadt Düsseldorf durchgeführten Klimafolgemonitorings noch keine Asiatischen Tigermücken gefunden worden. Vor dem Hintergrund der deutschlandweiten Entwicklung scheint es aber nicht die Frage zu sein ob, sondern wann in Zukunft Asiatische Tigermücken auch hier gefunden werden.

Merkmale

Wie erkenne ich eine Tigermücke?

Vor allem anhand ihrer Färbung lassen sich Asiatische Tigermücken gut von der allgemein bekannten Gemeinen Stechmücke unterscheiden.

Typische Merkmale:

  • dunkler Körper mit weißen Streifen
  • „weiße Schuhe“ an den Hinterbeinen
  • helle Linie vom Kopf bis zum Rücken

Doch nicht jede dunkle Mücke mit Streifen ist eine Tigermücke! Die Unterscheidung von der ebenfalls einheimischen, aber weniger bekannten Ringelmücke ist etwas schwieriger. Diese ist meist bräunlicher und weniger kontrastreich gefärbt.

Asiatische Tigermücke auf 1-Cent-Münze. © Fotograf: A. Jöst, KABS e.V.

Bekämpfung

Wie kann ich selbst zur Bekämpfung der Tigermücke beitragen?

Aufgrund der nahezu unendlichen Möglichkeiten zur Ablage der Eier im städtischen Raum ist das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf auf die aktive Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Jede*r kann durch einfache Maßnahmen dabei helfen, die Ansiedlung der Asiatischen Tigermücke in Düsseldorf zu verlangsamen.

Der wichtigste Schritt ist: Kein stehendes Wasser entstehen lassen.

Praktische Maßnahmen:

  • Behälter umdrehen, abdecken oder entsorgen
  • Untersetzer mit Sand oder Kies füllen
  • Regenrinnen regelmäßig reinigen
  • Regentonnen mit einem engmaschigen Netz abdecken
  • offene Wasserstellen vermeiden

BTI zur Bekämpfung

BTI ist ein biologisches Mittel gegen Mückenlarven. Der Wirkstoff, ein Eiweißkristall, stammt aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis. Dieser tötet Tigermückenlarven ab.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf empfiehlt den Einsatz von BTI nur nach fachlicher Beratung und nachgewiesenem Befall mit Tigermücken, da BTI auch tödlich gegen andere Zweiflüglerarten wirkt und somit zum allgemeinen Insektensterben beiträgt. So könnten beispielsweise alle Larven der nichtstechenden Zuckmücken (circa 700 Arten in Deutschland) sterben, die für den Menschen keine Störung darstellen, aber eine Hauptnahrungsquelle für viele Tierarten wie Fledermäuse, Mauersegler und Schwalben sind.

Tigermücke gefangen?

Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, eine Tigermücke gefangen zu haben?

Wenn Sie eine auffällige Mücke entdeckt haben,  können Sie diese durch den Mückenatlas prüfen lassen. Das Internetangebot wird herausgegeben vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und vom Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

  • Stechmücke einfangen, ohne sie zu zerquetschen
  • die Mücke in einen kleinen, stabilen Behälter stecken (beispielsweise Streichholzschachtel)
  • am besten über Nacht einfrieren – dadurch stirbt die Mücke ab
  • das Einsendeformular ausfüllen, abtrennen und unterschreiben
  • postalisch einsenden

Wichtig: Keine Flüssigkeiten verwenden, sondern die Stechmücken trocken lagern und versenden.

Falls es Ihnen möglich ist, können Sie gern vor Versand an den Mückenatlas ein Foto der Mücke an tigermuecke@duesseldorf.de senden.

Wo bekomme ich zusätzliche Informationen und Hilfe?

Das Gesundheitsamt steht in Kooperation mit dem Amt für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Stadtentwässerungsbetrieb gerne für Ihre Rückfragen zu den genannten Bekämpfungsmaßnahmen und Verhaltensempfehlungen zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich hierzu an die folgende E-Mail-Adresse: tigermuecke@duesseldorf.de