Fachtagung Depression gezielt behandeln am 20. November 2019

Genderspezifische Aspekte der Depression

Mehr als 150 interessierte Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen, aber auch interessierte Bürger*innen sowie an Depression erkrankte Betroffene nahmen an der Informationsveranstaltung "männlich, weiblich, divers – genderspezifische Aspekte der Depression" der Landeshauptstadt Düsseldorf am Mittwoch, 20. November, teil. Dr. Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes, eröffnete mit einem Grußwort die Veranstaltung, Elisabeth Wilfart, Leiterin des Gleichstellungbüros, moderierte und führte in die genderspezifischen Themen ein.

Die Referent*innen betonten in ihren Vorträgen, dass Depressionen aufgrund ihrer Häufigkeit, Komplikationen und Folgen zu den bedeutsamsten psychischen Erkrankungen gehören. "Depressivität, emotionale Belastungen und Krisen werden jedoch von Frauen und Männern ganz unterschiedlich wahrgenommen, kommuniziert und verarbeitet", erläuterte Prof. Dr. Marc Ziegenbein vom Klinikum Wahrendorff. Männer reagieren beispielsweise vermehrt mit Gereiztheit, Aggressivität sowie Risiko- und Suchtverhalten. Frauen hingegen eher mit tiefer Traurigkeit, Schuldgefühlen und vermindertem Selbstwert. Über spezifische Formen und deren genderspezifischen Aspekte von Depressionen wie die postpartale Depression, die ebenfalls mit vielen Schamgefühlen und Ängsten besetzt ist, informierte Prof. Dr. Eva Meisenzahl, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ergänzt durch Berichte einer betroffenen Mutter. Zu möglichen depressiven Erkrankungen bei Transidentität stellte Balian Buschbaum, ehemaliger Leistungssportler, unterschiedliche Aspekte dar. "Viele beklagen gerade, wenn Sie den Weg vom Mann zu Frau gehen, dass sie in Depressionen verfallen", sagte Balian Buschbaum.

Das Gleichstellungsbüro und das Gesundheitsamt hatten in Kooperation mit dem Düsseldorfer Bündnis gegen Depression und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zu dieser Veranstaltung eingeladen, um über genderspezifische Aspekte der Depression zu informieren, Stigmatisierungen abzubauen und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Insbesondere die hausärztliche Versorgung hat bei der Erkennung und Erstbehandlung eine besondere Bedeutung. "Zu häufig kommt es noch zu unzureichenden Behandlungen", betonten Dr. Carsten König, Hausarzt und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung, und Andrea Melville-Drewes, vom Gesundheitsamt Düsseldorf.

Die Veranstaltung war Teil des Engagements der Stadt Düsseldorf als Healthy City und der Initiativen des Gesundheitsamtes zur Suizidprävention. Oberbürgermeister Thomas Geisel als Schirmherr des Düsseldorfer Bündnisses gegen Depression unterstützt regelmäßig Initiativen wie diese zur Aufklärung über Depression sowie zur Suizidprävention.

Hier bekommen Sie als Betroffene und Angehörige bei Depressionen Hilfe und Informationen:
• Sozialpsychiatrischer Dienst der Landeshauptstadt Düsseldorf: 0211.8995391,
www.duesseldorf.de/gesundheitsamt/psychische-erkrankungen/spdi.html
• Telefon-Seelsorge Düsseldorf: 0800.1110111 – 0800.1110222
• Wegweiser in Krisen- und Notsituationen der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft
www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt53/gesundheitsamt/netzwerke_kooperationen/psag/pdf/Krisenwegweiser.pdf
• Bündnis gegen Depression: 0211.9222766, www.depression-duesseldorf.de.