Preis des 23. Forums Junge Heine Forschung 2020 geht an Anhad Arora

Der junge Wissenschaftler aus Oxford überzeugte mit seinem Vortrag "Heines Blumen in Schumanns Myrthen".

Anhad Arora aus Oxford hat beim 23. Forum Junge Heine Forschung den besten wissenschaftlichen Vortrag gehalten. Das entschied eine Fachjury, nachdem das Forum Junge Heine Forschung auf Einladung des Heinrich-Heine-Instituts, der Heinrich-Heine-Gesellschaft und des Instituts für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität in diesem Jahr erstmals ausschließlich digital stattgefunden hatte.

Das orientalische Blumenmotiv
In seinem Vortrag "Heines Blumen in Schumanns Myrthen" beschäftigte sich der junge Forscher aus einer musikwissenschaftlichen Perspektive mit Werken Heines, die durch Robert Schumann vertont wurden. Lieder wie "Die Lotosblume" oder "Du bist wie eine Blume" waren Teil der Ausführungen Aroras, die er mit Klangbeispielen am Klavier und mit Gesang eindrucksvoll untermalte. Ziel seines Vortrags war es, orientalische Blumenmotive als rhetorische Figuren in der Literatur Heines und der Musik Robert Schumanns nachzuweisen. Eine Begeisterung für die Kunst des Orients und deren Verbindung mit den Traditionen des Okzidents findet sich bei zahlreichen Dichtern und Universalgelehrten des 19. Jahrhunderts, darunter Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe.

Doktorand der Musikwissenschaft
Anhad Arora, Jahrgang 1997, ist Doktorand der Musikwissenschaft im ersten Jahr an der Universität Oxford. Er beschäftigt sich mit Orientalismus im Kunstlied des 19. Jahrhunderts. Nach einem "Bachelor of Music", den er mit Auszeichnung abschloss, beendete er erfolgreich sein Master-Studium. Neben seinem Studium ist Anhad Arora als Cembalist, Continuo-Spieler und Liedbegleiter tätig.

Vier junge Forschende nahmen teil
Zum 23. Mal haben das Heinrich-Heine-Institut, die Heinrich-Heine-Gesellschaft und das Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf jungen Heine-Forschenden die Möglichkeit geboten, einem interessierten und fachkundigen Publikum ihre Forschung zum Werk Heinrich Heines zu präsentieren - dieses Jahr in digitaler Form. Neben Anhad Arora stellten drei weitere Forscherinnen und Forscher ihre aktuellen Arbeiten vor: Ildana Gataullina aus Nischni Nowgorod in Russland beschäftigt sich mit Heine-Übersetzungen. Sie hat verschiedene russische Heine-Übersetzungen aus der Perspektive poetischer Gattungen untersucht. Zu Heines "Almansor" hat Paul Csillag aus Florenz geforscht. Unter dem Titel "Don Gonzalvo oder Ali?" hat er sich mit Identitätskonflikten in dieser Heine-Tragödie auseinandergesetzt. Lena Bauer aus Düsseldorf hat an einem medienwissenschaftlichen Projekt zu Heines Geburtstag mitgewirkt und berichtete in ihrem Vortrag über das Konzept.

Über den diesjährigen besten Vortrag entschied die Jury, bestehend aus Dr. Sabine Brenner-Wilczek (Direktorin Heinrich-Heine-Institut), Prof. Volker Dörr (Lehrstuhlinhaber Germanistik II Heinrich-Heine-Universität), Felix Droste (Vorsitzender Heinrich-Heine-Gesellschaft), Christian Liedtke (Heinrich-Heine-Institut, Redakteur des Heine-Jahrbuchs) und Kyra Gerber, die im vergangenen Jahr den Preis des Forums Junge Heine Forschung gewonnen hatte.

Für sein Referat erhält Anhad Arora von der Heinrich-Heine-Gesellschaft einen Geldpreis. Zusätzlich wird der prämierte Vortrag im Heine-Jahrbuch 2021 publiziert.

Redaktion: Ilgenstein, Valentina