Dreifachtabatiere mit Porträts des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz und seiner Gemahlin Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach; Meissen, um 1750; Privatsammlung

Eröffnung am 20. September 2019, 18 Uhr


Luxus, Liebe, Blaue Schwerter – Faszination Rokoko

Ab 21. September 2019 bis 19. Januar 2020

Keine Epoche wird derart mit Luxus und Raffinesse verbunden wie das 18. Jahrhundert. Im Rokoko wird das Interieur als Gesamtkunstwerk angesehen. Dessen einzelne Elemente sollen sich in ihrer Wirkung gegenseitig steigern, um auf diese Weise einen Gesamteindruck von größter Eleganz zu erzielen.
Frankreich mit dem Hof in Versailles war zu dieser Zeit für ganz Europa stilbildend. In der Hauptstadt Paris offerierten die »marchands merciers«, die Luxuswarenhändler, Kunstwerke, die weit über die Landesgrenzen hinaus Begehrlichkeiten weckten. Ganz besonders im Werkstoff Porzellan haben diese Kleinode Ausdruck gefunden.
In einer Inszenierung mit historischen Möbeln und Gemälden werden im Großen Saal des Palais Nesselrode die schönsten Kostbarkeiten dieser Epoche aus Privatsammlungen präsentiert.

Naomi Akimoto, Foto: Gundula Friese

Moderne Keramikkunst Japans - Führung und Porzellanmalerei

mit Naomi Akimoto und Dr. Christina Kallieris
Die Keramikkunst hat eine lange Tradition in Japan. Das Naturverständnis und der Zen-Buddhismus spielen dabei eine große Rolle. In einer Führung durch die Moderne Abteilung erleben die Teilnehmer anhand zeitgenössischer japanischer Werke die unterschiedlichen Gestaltungsansätze, die sich oft zwischen Moderne und Tradition bewegen. Unter Anleitung der Künstlerin und Meisterschülerin der Düsseldorfer Kunstakademie, Naomi Akimoto, werden die Teilnehmer in einem Workshop Techniken abstrakter Porzellanmalerei kennenlernen. Japanische Ästhetik wird dabei genauso im Fokus stehen, wie der künstlerische Gedankenprozess bei der Erschaffung eines Werkes. 

Termin: Samstag, 28.09.2019, 13.00-15.00 Uhr, max. Teilnehmer: 10, Preis: 20 € (inkl. Eintritt, Material und Brennen), Anmeldung erforderlich unter: 0211 899 4210

Enghalskanne mit biblischer Szene, Schmelzfarben und Schwarzlot, Abraham Helmhack, Nürnberg, um 1700. Foto: Horst Kolberg, Neuss

Aufbruch zu neuen Malgründen

Malerei des fränkischen Barock auf Glas und Glasur

4. Juli bis 27. Oktober 2019

Im deutschen Sprachraum erblühte im 17. und 18. Jahrhundert eine erstaunliche Vielfalt der Malerei auf Glas und Keramik. Beginnend mit der Glaskunst ermöglichten vor allem die Schmelzfarbendekore aus Email eine reiche Palette zur farblichen, figürlichen und szenischen Gestaltung, die bald auch auf Steinzeuge und Fayencen übertragen wurde. Letztere boten mit ihrem weißen Fond einen idealen Malgrund, der insbesondere von freischaffenden Künstlern, sogenannten Hausmalern, erfindungsreich gestaltet wurde. Darunter gab es viele, wie etwa Johann Schaper und Abraham Helmhack aus Nürnberg, die ursprünglich selbst als Glasmaler tätig waren.

Der „Aufbruch zu neuen Malgründen“ erfolgt in den Hütten, Werkstätten und schließlich Manufakturen nicht ohne gegenseitige Inspiration der Glasmacher, Hafner, Glasierer und Maler. Durch deren Wandertätigkeit, wie auch die Exporte der Waren selbst, verbreiteten sich entsprechende Motive und Techniken im ganzen deutschsprachigen Raum. Eine qualitätvolle Auswahl, insbesondere der Apostel- und Kurfürstendarstellungen illustriert sowohl die Inspiration durch bekannte Glasdekore aus Böhmen oder dem bayrischen Wald, wie auch die deutliche wechselseitige Beeinflussung zwischen fränkischen Emailgläsern und Creußener Steinzeugen.

Vase "1001 Nacht ", Form: Ludwig Zepner, 1960; Plastik: Peter Strang, 1974; Dekor: Heinz Werner, 1974; Meissen. Meissen Porzellan-Stiftung

Vorschau

Märchenhaftes Meissen – Traumwelten der DDR

28. November 2019 bis 1. März 2020

In den 1960er und 70er Jahren entwickelt das Künstlerkollektiv – Peter Strang (* 1936), Heinz Werner (* 1928) und Ludwig Zepner (1931–2010) – gänzlich neue Formen und Malereien für das Meissener Porzellan in der DDR. Auffallend viele Dekore und Malereien basieren thematisch auf Märchen und Erzählungen – also Sujets, die bewusst oder unbewusst unpolitisch angelegt sind. Hier begegnet der Betrachter den Helden aus 1001 Nacht, den Feen und Trollen aus Shakespeares »Sommernachtstraum«, dem Lügenbaron Münchhausen sowie Waldnymphen und lüsternen Jägern, die ihnen nachstellen. Hinzu kommen phantastisch wirkende Blumen und Bäume, die anmuten als kämen sie aus einer anderen Welt.

Eröffnung: Mittwoch, 27. November 2019, 18 Uhr