Dreifachtabatiere mit Porträts des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz und seiner Gemahlin Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach; Meissen, um 1750; Privatsammlung

Luxus, Liebe, Blaue Schwerter – Faszination Rokoko


21. September 2019 bis 19. Januar 2020

Keine Epoche wird derart mit Luxus und Raffinesse verbunden wie das 18. Jahrhundert. Im Rokoko wird das Interieur als Gesamtkunstwerk angesehen. Dessen einzelne Elemente sollen sich in ihrer Wirkung gegenseitig steigern, um auf diese Weise einen Gesamteindruck von größter Eleganz zu erzielen.
Frankreich mit dem Hof in Versailles war zu dieser Zeit für ganz Europa stilbildend. In der Hauptstadt Paris offerierten die »marchands merciers«, die Luxuswarenhändler, Kunstwerke, die weit über die Landesgrenzen hinaus Begehrlichkeiten weckten. Ganz besonders im Werkstoff Porzellan haben diese Kleinode Ausdruck gefunden.
In einer Inszenierung mit historischen Möbeln und Gemälden werden im Großen Saal des Palais Nesselrode die schönsten Kostbarkeiten dieser Epoche aus Privatsammlungen präsentiert.

Enghalskanne mit biblischer Szene, Schmelzfarben und Schwarzlot, Abraham Helmhack, Nürnberg, um 1700. Foto: Horst Kolberg, Neuss

Aufbruch zu neuen Malgründen

Malerei des fränkischen Barock auf Glas und Glasur

4. Juli bis 27. Oktober 2019

Im deutschen Sprachraum erblühte im 17. und 18. Jahrhundert eine erstaunliche Vielfalt der Malerei auf Glas und Keramik. Beginnend mit der Glaskunst ermöglichten vor allem die Schmelzfarbendekore aus Email eine reiche Palette zur farblichen, figürlichen und szenischen Gestaltung, die bald auch auf Steinzeuge und Fayencen übertragen wurde. Letztere boten mit ihrem weißen Fond einen idealen Malgrund, der insbesondere von freischaffenden Künstlern, sogenannten Hausmalern, erfindungsreich gestaltet wurde. Darunter gab es viele, wie etwa Johann Schaper und Abraham Helmhack aus Nürnberg, die ursprünglich selbst als Glasmaler tätig waren.

Der „Aufbruch zu neuen Malgründen“ erfolgt in den Hütten, Werkstätten und schließlich Manufakturen nicht ohne gegenseitige Inspiration der Glasmacher, Hafner, Glasierer und Maler. Durch deren Wandertätigkeit, wie auch die Exporte der Waren selbst, verbreiteten sich entsprechende Motive und Techniken im ganzen deutschsprachigen Raum. Eine qualitätvolle Auswahl, insbesondere der Apostel- und Kurfürstendarstellungen illustriert sowohl die Inspiration durch bekannte Glasdekore aus Böhmen oder dem bayrischen Wald, wie auch die deutliche wechselseitige Beeinflussung zwischen fränkischen Emailgläsern und Creußener Steinzeugen.

Chado! Führung + Matcha-Zeremonie

Samstag, 26. Oktober, 13-15 Uhr          Jetzt anmelden!

Führung zur Teekeramik Japans und Zubereitung von Matcha unter Anleitung von Satomi Edo und Dr. Christina Kallieris
„Ein heißes Bad erfrischt den Körper, ein heißer Tee den Geist.“ lautet ein japanisches Sprichwort. Die Teezeremonie ist ein Gesamtkunstwerk, das Keramikkunst, Kalligrafie und Ikebana miteinander verbindet. Anhand der Sammlung des Hetjens wird die Bedeutung der Teekeramiken innerhalb der Zeremonie veranschaulicht. Die fachgerechte Zubereitung des Matcha-Tees, der in schnellen Bewegungen mit dem Bambusbesen aufgeschlagen werden muss, wird den Teilnehmern durch Satomi Edo erläutert und vorgeführt.

Max. 10 Teilnehmer, 20 Euro pro Person (inkl. Eintritt). Verbindliche Anmeldung unter Telefon 0211-899 42 10

Foto: Hetjens

Schatz oder Schätzchen

Sonntag, 10. November 2019, 12 bis 16 Uhr              Letzter Termin 2019!

Jedes Quartal bietet sich die Möglichkeit im Palais Nesselrode unter dem Kennerblick der international tätigen Experten Marcus Oertel und Daniel Suebsman private Schätzchen aus der Keramikkunst oder andere Antiquitäten begutachten zu lassen. Lediglich Schmuck und Uhren sind ausgeschlossen.
Dies ist eine kleine Hommage an die frühesten Sammlungen unseres Museum, die kurz nach der Gründung aus dem Nachlass des Laurenz Heinrich Hetjens im Jahre 1909 neben Medaillen, Teppichen, Gemälden und Grafiken auch noch eine bedeutende Sammlung zum Kunsthandwerk der Renaissancezeit einschließlich einiger Möbel umfassten. Zuschauer sind willkommen.
Zwei Objekte oder ein Set/Service pro Person, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Verbindliche Anmeldung an der Museumskasse unter 0211-8994210 erforderlich.
Gebühr: 5 Euro

Familien-Aktion der Düsseldorfer Museen:

Ab durch Raum und Zeit!

Angebot im Hetjens sonntags, 15 bis 16 Uhr, vom 13. Oktober bis 24. November 2019
Teilnahme kostenfrei, v. a. für Familien mit Kindern von 5-12 Jahren (aber auch ältere Kinder)

13. Oktober  „Ab durch Raum und Zeit“ - und genießt den Blütenzauber des Rokoko
20. Oktober   „Ab durch Raum und Zeit“ – und wandelt auf den Spuren der Schamanen
27. Oktober  „Ab durch Raum und Zeit“ – und lernt  Helden des alten Griechenlands kennen
03. November „Ab durch Raum und Zeit“ – und fliegt mit den Kranichen nach Kyoto
10. November  „Ab durch Raum und Zeit“ – und schenkt dem chinesischen Drachen ein Lächeln
17. November  „Ab durch Raum und Zeit“ – und brüllt mit den Löwen des Königs
24. November   Letztes Mal! „Ab durch Raum und Zeit“ – und bewundert Tulpen im Garten des Sultans

Vase "1001 Nacht ", Form: Ludwig Zepner, 1960; Plastik: Peter Strang, 1974; Dekor: Heinz Werner, 1974; Meissen. Meissen Porzellan-Stiftung

Vorschau

Märchenhaftes Meissen – Traumwelten der DDR

28. November 2019 bis 1. März 2020

In den 1960er und 70er Jahren entwickelt das Künstlerkollektiv – Peter Strang (* 1936), Heinz Werner (* 1928) und Ludwig Zepner (1931–2010) – gänzlich neue Formen und Malereien für das Meissener Porzellan in der DDR. Auffallend viele Dekore und Malereien basieren thematisch auf Märchen und Erzählungen – also Sujets, die bewusst oder unbewusst unpolitisch angelegt sind. Hier begegnet der Betrachter den Helden aus 1001 Nacht, den Feen und Trollen aus Shakespeares »Sommernachtstraum«, dem Lügenbaron Münchhausen sowie Waldnymphen und lüsternen Jägern, die ihnen nachstellen. Hinzu kommen phantastisch wirkende Blumen und Bäume, die anmuten als kämen sie aus einer anderen Welt.

Eröffnung: Mittwoch, 27. November 2019, 18 Uhr