Apostelkrug, Steinzeug, Schmelzfarben, Zinndeckel, Creußen, datiert 1655. Foto: Thomas Belz

Fränkischer Abend

In der aktuellen Kabinettausstellung »Aufbruch zu neuen Malgründen. Fränkische Barockmalerei auf Glas und Glasur« können Sie insbesondere eine große Vielfalt historischer Trinkgefäße bewundern. Die teils überaus wertvoll und farbenprächtig gefertigten gläsernen Humpen und glasierten Krüge demonstrieren auch wie repräsentabel und kostspielig die fränkische Gastlichkeit praktiziert wurde. Man denke an den berühmten Meistertrunk von Rothenburg ob der Tauber, der noch heute jährlich gefeiert wird.
In diesem Sinne lädt das Hetjens am Abend des 4. September zu einem geselligen Abend im Kastanienhof. Wir bewirten Sie mit Fränkischer Hausmannskost sowie Bier und Wein. Dazu dürfen Sie sich auf stimmungsvolle Musik und Kurzführungen durch die Ausstellung freuen. Bei gutem Wetter findet die Veranstaltung im Kastanienhof statt.
Bis zum 28. August ist eine verbindliche Anmeldung an der Museumskasse unter 0211–8994210 erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, der Kostenbeitrag beträgt 38 Euro pro Person.
Mittwoch, 4. September, 18 Uhr

Enghalskanne mit biblischer Szene, Schmelzfarben und Schwarzlot, Abraham Helmhack, Nürnberg, um 1700. Foto: Horst Kolberg, Neuss

Aufbruch zu neuen Malgründen

Malerei des fränkischen Barock auf Glas und Glasur

4. Juli bis 27. Oktober 2019

Im deutschen Sprachraum erblühte im 17. und 18. Jahrhundert eine erstaunliche Vielfalt der Malerei auf Glas und Keramik. Beginnend mit der Glaskunst ermöglichten vor allem die Schmelzfarbendekore aus Email eine reiche Palette zur farblichen, figürlichen und szenischen Gestaltung, die bald auch auf Steinzeuge und Fayencen übertragen wurde. Letztere boten mit ihrem weißen Fond einen idealen Malgrund, der insbesondere von freischaffenden Künstlern, sogenannten Hausmalern, erfindungsreich gestaltet wurde. Darunter gab es viele, wie etwa Johann Schaper und Abraham Helmhack aus Nürnberg, die ursprünglich selbst als Glasmaler tätig waren.

Der „Aufbruch zu neuen Malgründen“ erfolgt in den Hütten, Werkstätten und schließlich Manufakturen nicht ohne gegenseitige Inspiration der Glasmacher, Hafner, Glasierer und Maler. Durch deren Wandertätigkeit, wie auch die Exporte der Waren selbst, verbreiteten sich entsprechende Motive und Techniken im ganzen deutschsprachigen Raum. Eine qualitätvolle Auswahl, insbesondere der Apostel- und Kurfürstendarstellungen illustriert sowohl die Inspiration durch bekannte Glasdekore aus Böhmen oder dem bayrischen Wald, wie auch die deutliche wechselseitige Beeinflussung zwischen fränkischen Emailgläsern und Creußener Steinzeugen.