Meissener Service mit Zwiebelmuster, Foto: Horst Kolberg

Vorschau

Zum Heulen schön! Meissener Zwiebelmuster in seiner ganzen Vielfalt (1730 bis 1888)

25. Oktober 2018 bis 17. März 2019

Das Hetjens wird die Chance haben, die wohl weltweit größte Privatsammlung Meissener Zwiebelmuster erstmalig in einer Sonderausstellung zu präsentieren. Die einmalige Sammlung umfasst rund 2.500 Objekte und gibt einen vollständigen Überblick zur Geschichte des berühmten Dekors. Der unglaubliche Reichtum der Stücke lässt vermuten, dass in Meissen nahezu alle Formen – von der Untertasse bis zum Kronleuchter – mit dem beliebten Zwiebelmuster dekoriert worden sind.
Schon August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, liebte die unterglasurblaue Malerei, die er als Königsfarbe schlechthin, als Bleu Royal ansah. Er bezeichnete die königliche Farbe in schönstem Sächsisch als »Rohadabläh«. Bis heute gehört das Zwiebelmuster zu den bekanntesten und erfolgreichsten Porzellandekoren überhaupt.

Eröffnung: Mittwoch, 24. Oktober, 18 Uhr

Monochrome Porzellane, Qing-Dynastie, teils Privatbesitz (Foto: Horst Kolberg, Neuss)

Alle Farben Chinas! – Glasurenvielfalt aus über 1000 Jahren

bis 31. März 2019

In der Gedankenwelt des Alten Chinas besaßen Farben eine wichtige Symbolfunktion. Sie wurden Elementen, Energien, kosmischen Zyklen und Dynastien zugeordnet, was in der Keramikkunst Glasuren und Schmelzfarbendekore beeinflusste.
Es werden Stücke aus fünf Kaiserdynastien und verschiedenen regionalen Produktionszentren vorgestellt, von denen viele einen derart hohen Grad an technischer Perfektion und modern wirkender, puristischer Ästhetik besitzen, dass kaum zu glauben ist, dass es sich um Jahrhunderte alte Handwerkskunst handelt. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sind bichrome und polychrome Porzellane der Ming- und Qing-Dynastien, die am kaiserlichen Hof für Staatsrituale und als Bankettgeschirre verwendet wurden.
Unsere Exponate stammen zum Teil aus dem Bestand des Hetjens, außerdem aus bedeutenden deutschen Privatsammlungen. Die Sonderausstellung „Alle Farben Chinas!“ wird temporär in die neu konzipierte Dauerausstellung integriert, die gleichzeitig eröffnet wird und ab sofort langfristig durch Leihgaben der Stiftung Hauk ergänzt wird.

Detail der Tischinstallation (Foto: Thomas Belz, Düsseldorf)

Tisch des Monats

Halali und Waidmannsheil! – Das Wächtersbacher „Jagdservice“
bis 25. November 2018


Kaninchen, Rehe, Wildschweine und Hirsche tummeln sich auf den Tellern des Wächtersbacher „Jagdservices“, das um 1910 entstanden ist. Im Jahr 1832 im hessischen Brachttal-Schlierbach von den Fürsten zu Ysenburg und Büdingen gegründet, erreichte die Steingutfabrik Wächtersbach ihren künstlerischen Höhepunkt im Historismus und Jugendstil. Die Gründung einer Kunstkeramischen Abteilung unter Christian Neureuther 1903 schuf hierfür die Voraussetzungen, und die Firma nahm erfolgreich an den Ausstellungen der nahegelegenen Darmstädter Künstlerkolonie teil. Neureuther konnte namhafte Künstler und Künstlerinnen gewinnen, darunter auch Carl Bull, akademischer Bildhauer, Fotograf und Modelleur. Der wachsende Wohlstand der Haushalte erlaubte es Anfang des 20. Jhs. zunehmend Wert auf eine elegante Tischkultur für spezielle Anlässe und Speisen, wie beispielsweise Wildgerichte, zu legen. Carl Bull spezialisierte sich in Wächtersbach auf Tierfiguren und entwarf das Jagdservice, um diese nicht alltäglichen Gerichte stilvoll „auf den Tisch“ zu bringen.

Seelengefäß, Grenzgebiet Nigeria/Kamerun, Anfang 20. Jh. (Foto: Horst Kolberg)

In Frauenhand – Keramik aus Westafrika

bis 21. Oktober 2018

Das westliche Afrika blickt auf eine lange Geschichte der Menschheit sowie deren Kultur zurück und ist bis heute ein Schmelztiegel verschiedener Ethnien. Gemeinsam ist allen die Ausübung des Töpferhandwerks, das von Generation zu Generation fast ausnahmslos von Frauen weitergegeben wird. Die Keramik begleitet sie ihr ganzes Leben lang und über den Tod hinaus: In der Region Ashanti beispielsweise werden Seelengefäße für die Verstorbenen königlicher Familien angefertigt und bei den Dakakari wachen Tonplastiken in Form von Mischwesen aus Elefant und Fledermaus an den Gräbern. Die Ausstellung zeigt sowohl Objekte des traditionellen Ahnenkultes als auch Keramiken für den täglichen Gebrauch, wie Gefäße für Palmwein, selbstgebrautes Bier oder Honig.

Mittwoch, 17. Oktober, 18 Uhr
Foutura. Eine Lobi-Töpferin erzählt
Vortrag mit Film von Prof. Dr. Klaus Schneider
Direktor Rautenstrauch-Joest-Museum_ Kulturen der Welt, Köln
Präsident der Heinrich-Barth-Gesellschaft e. V., Köln
Kostenbeitrag 10,- Euro

 

 

Kaffeezeremonie, Foto: Yatana

Letzte Führung mit Kaffeezeremonie

Sonntag, 21. Oktober, 15 Uhr - jetzt noch anmelden!

Frisch geröstete Bohnen und Popcorn mit Datteln - genießen Sie als Abschluss der Ausstellung eine traditionelle äthiopisch-eritreische Kaffeezeremonie und nutzen Sie die letzte Gelegenheit zu einer Führung.
Kostenbeitrag: 12,- Euro pro Person, Anmeldung bis Freitag 19.10.2018 erforderlich

Das Hetjens im Palais Nesselrode.

DIE KUNST DER KERAMIK entdecken Sie im Hetjens – Deutsches Keramikmuseum

Das Hetjens – Deutsches Keramikmuseum befindet sich in einem der schönsten historischen Gebäude der Düsseldorfer Altstadt, dem Palais Nesselrode – nur wenige Gehminuten von Rheinufer und Burgplatz entfernt. Hier wird Keramik höchster Qualität aus 8000 Jahren und der ganzen Welt präsentiert. Es ist ein Spezialmuseum von internationalem Rang.