Schaugericht, Terrine in Form einer Ente mit Früchten, Chely, Braunschweig, 1745-1756. Foto: Horst Kolberg, Neuss.

Ausstellung

Tafelzauber - Gesellschaftlicher Aufstieg und bürgerliche Esskultur im 18. Jahrhundert

19.10.2023 bis 28.01.2024 - VERLÄNGERT bis 24. März 2024

Welche Speisen und Getränke musste man seinen Gästen vorsetzen, um den bürgerlichen Aufstieg zu untermauern? Wie kamen die exotischen Waren in die einzelnen deutschen Herzog- und Fürstentümer? Die Ausstellung im Hetjens beleuchtet im Hinblick auf neue Forschungsergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojektes "Parvenue – Bürgerlicher Aufstieg im 18. Jahrhundert" die Verbindungen von sozialem Aufstieg und repräsentativer Esskultur.

Anhand von Funden aus der Stadtarchäologie wurden Rekonstruktionen vergangener kolonialer Handels- sowie lokaler Kaufmannsnetzwerke möglich. Den neu gewonnenen Reichtum und ihre gesellschaftliche Stellung zeigten wohlhabende bürgerliche Familien auch über repräsentative Porträts und die Anlage prächtiger Gärten an. Sie dienen als Dokumentation ihrer Bildung und sozialer Umgangsformen. 

Zur Ausstellung erscheint der Begleitkatalog "Tafelzauber. Gesellschaftlicher Aufstieg und bürgerliche Esskultur im 18. Jahrhundert" zu einem Preis von 14 Euro, erhältlich im Museumsshop oder schreiben Sie bitte eine Mail an: hetjensmuseum@duesseldorf.de

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung der Länder, die Anton-Betz-Stiftung der Rheinischen Post und den Freundeskreis des Hetjens-Museums.

Senftöpfchen, Terrnine und Saucière, Stone, Coquerel et Legros, Paris, um 1810. Foto: Horst Kolberg, Neuss.

Tisch des Monats

Dine Divine
- Antike Szenen auf französischer Fayence

26. Oktober 2023 bis 3. März 2024

Der Tisch des Monats wird von den Heldinnen und Helden des Altertums bevölkert.
Das umfangreiche Service Histoire Romaine (Paris, um 1810) der Manufaktur Stone, Coquerel et Legros ist mit Szenen aus der römischen Antike und Mythologie dekoriert. Dargestellt sind verschiedenste Episoden aus der Geschichte Roms wie etwa der Tod des Brutus, die Ankunft Cleopatras oder die Gladiatorenkämpfe.
Die Sujets sowie die Formen im klassizistischen Stil orientieren sich eng an den englischen Keramiken des gefeierten Josiah Wedgwood (1730–1795), die seit den 1780er Jahren auch in Frankreich äußerst beliebt waren.

Serviceteile mit Dekor „Münchhausen“, Form: Erhard Großer, Alexander Struck und Ludwig Zepner, 1961, Dekor: Prof. Heinz Werner und Rudi Stolle, 1964, Ausformung: Meissen, 1967–1973. Foto: Horst Kolberg, Neuss.

Tisch des Monats

Übertreiben ausdrücklich erlaubt!
– Das Meissener Kollektivservice „Münchhausen“


Die Malerei mit den Abenteuern des Baron Münchhausen ist der erste hervorzuhebende Dekor für das sogenannte „Kollektivservice“ der Modelleure Erhard Großer, Alexander Struck und Ludwig Zepner. Bei seiner Vorstellung 1964 hatte der Dekor einen enormen Erfolg. Die Motive beruhen auf der literarischen Vorlage „Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen“ (1786) von Gottfried August Bürger (1747–1794).
Der Einfuss für die Art der Dekorgestaltung geht auf die Entwürfe des Malers Johann Gregorius Höroldt (1696–1775) zurück. Das gesamte Service erweckt den Eindruck eines prachtvoll illustrierten Märchenbuches mit goldgerahmten Bildern. Die Abenteuer des Lügenbarons zählen zu den seltensten Dekoren aus der Zeit des Meissener Künstlerkollektivs. Das Service konnte mit Mitteln der Dr. Günter Lontzen-Stiftung angekauft werden und wird nun erstmals präsentiert.