Young-Jae Lee, Kannen, Steinzeug, Feldspatglasur, Keramische Werkstatt Margaretenhöhe, 2007. Manufakturprogramm KWM: Haydar Koyupina

Ausstellung
100 Jahre Keramische Werkstatt Margaretenhöhe -
Young-Jae Lee im Hetjens

16. Mai bis 1. September 2024

Zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Keramischen Werkstatt Margaretenhöhe in Essen präsentiert das Hetjens in seiner Sonderausstellung die getöpferten Meisterwerke von Young-Jae Lee.
Die international hochgeschätzte Keramikerin leitet seit 1986 die Manufaktur auf dem geschichtsträchtigen Gelände des Weltkulturerbes Zeche Zollverein. Mit ihren Arbeiten ist die gebürtige Koreanerin heute weltweit in Ausstellungshäusern in Europa, Amerika, Korea und Japan vertreten. In ihrer reduzierten Formensprache verbinden Lees zeitlose Entwürfe koreanische Einflüsse mit den funktionalen Gestaltungsideen der Bauhaus-Tradition.
Das Oeuvre umfasst unter anderem bauchige Kummen, die an traditionelle japanische Teeschalen erinnern, leichtfüßige Spindelvasen, hohe zylindrische Gefäße und konische Töpfe. Formensprache und Proportionen knüpfen an ursprüngliche geometrische Prinzipien an.
Fast meditativ wirken die sanften Farbverläufe der aufeinander abgestimmten mineralischen Glasuren.
In einer raumgreifenden Inszenierung vermittelt die Sonderschau einen Einblick in das umfangreiche Werk. Darüber hinaus bietet die Ausstellung einen historischen Überblick zur langjährigen Keramiktradition der Margaretenhöhe, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht. Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm begleitet.

Tisch des Monats

Royal Copenhagen Picknick


21. März bis 30. Juni 2024

Kopenhagen – Dänemarks malerische Hauptstadt an der Ostsee – ist ein Sehnsuchtsort. Seit 1775 wird dort in der Königlichen Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen Weißes Gold hergestellt. Seit Beginn stand die Manufaktur unter dem Patronat der Königinwitwe Juliane Marie (1729–1796). Royal Copenhagen produziert bis heute und zählt damit zu den ältesten Porzellanmanufakturen Europas.
Zu den bekanntesten Dekoren zählen Flora Danica und Musselmalet (Strohblume). Das Service Henriette wurde 1835 von dem deutsch-dänischen Architekten Gustav Friedrich von Hentsch (1788–1864) entworfen. Mit der polygonalen Gefäßform macht Hentsch Anleihen bei der klassizistischen Architektur und entwickelt einen späten Empire-Stil, der die Porzellane von Royal Copenhagen bis in die späten 1840er Jahre dominiert.

Der strengen Form werden farbenfrohe Streublumen und kleine Bouquets entgegengesetzt, durch die sich das Service Henriette ideal für einen Frühlingstisch eignet.
Der Tisch des Monats im Hetjens wird diesmal nicht als klassische Tafel, sondern als ländliches Picknick inszeniert. Das Picknick erfreute sich im 19. Jahrhundert besonderer Beliebtheit, sicher nicht zuletzt begründet durch die englische Königin Victoria (1819–1901), die es liebte, einen Imbiss im Freien einzunehmen. In dieser Zeit wurden auch der klassische Picknickkorb und die Thermoskanne entwickelt, da der Tee bei einem englischen Picknick nicht fehlen darf.
Auch das Silber kommt aus Kopenhagen: das Besteck Maiglöckchen (Liljekonval) und ein Tee-Service vom berühmten dänischen Silberschmied Georg Jensen (1866–1935) verleihen dem Picknick edlen Glanz.

Serviceteile mit Dekor „Münchhausen“, Form: Erhard Großer, Alexander Struck und Ludwig Zepner, 1961, Dekor: Prof. Heinz Werner und Rudi Stolle, 1964, Ausformung: Meissen, 1967–1973. Foto: Horst Kolberg, Neuss.

Tisch des Monats

Übertreiben ausdrücklich erlaubt!
– Das Meissener Kollektivservice „Münchhausen“


Die Malerei mit den Abenteuern des Baron Münchhausen ist der erste hervorzuhebende Dekor für das sogenannte „Kollektivservice“ der Modelleure Erhard Großer, Alexander Struck und Ludwig Zepner. Bei seiner Vorstellung 1964 hatte der Dekor einen enormen Erfolg. Die Motive beruhen auf der literarischen Vorlage „Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen“ (1786) von Gottfried August Bürger (1747–1794).
Der Einfuss für die Art der Dekorgestaltung geht auf die Entwürfe des Malers Johann Gregorius Höroldt (1696–1775) zurück. Das gesamte Service erweckt den Eindruck eines prachtvoll illustrierten Märchenbuches mit goldgerahmten Bildern. Die Abenteuer des Lügenbarons zählen zu den seltensten Dekoren aus der Zeit des Meissener Künstlerkollektivs. Das Service konnte mit Mitteln der Dr. Günter Lontzen-Stiftung angekauft werden und wird nun erstmals präsentiert.