Eva Stricker-Zeisel, Karaffe mit Tablett, 1929, © Museum Kurhaus Kleve – Sammlung Steinecke, Kleve (Foto: Annegret Gossens, Kleve)

Wechselwirkungen – Meister und Gesellen des Bauhauses zwischen Werkstatt und Industrie

17. Februar bis 12. Mai 2019

- verlängert bis 30. Juni 2019

Eröffnung am Samstag, 16. Februar 2019, 15 Uhr

Unweit von Weimar richtete der Bildhauer Gerhard Marcks in Dornburg a. d. Saale mit Hilfe des Thüringer Töpfermeisters Max Krehan 1920 die Keramikwerkstatt des Staatlichen Bauhauses ein. Hier entstanden ganz im Sinne von Walter Gropius Entwürfe für die Industrie in einem seriellen Gieß- und Modulverfahren. Das Keramikdesign des 20. Jahrhunderts wurde maßgeblich durch die am Bauhaus entwickelten ästhetischen wie funktionalen Gefäße geprägt.
Zahlreiche Keramikkünstler, wie beispielsweise Eva Stricker-Zeisel, ließen sich von Theodor Bogler, Otto Lindig oder Werner Burri inspirieren. Die gewagten Farbkombinationen der Objekte aus den 1920er Jahren wirken bis heute überaus modern und spiegeln die Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation nach dem ersten Weltkrieg wider, als alles verloren und gerade deswegen nichts unmöglich schien.

Monochrome Porzellane, Qing-Dynastie, teils Privatbesitz (Foto: Horst Kolberg, Neuss)

Alle Farben Chinas! – Glasurenvielfalt aus über 1000 Jahren

20. September 2018 bis 31. März 2019

- verlängert bis 30. April 2019

In der Gedankenwelt des Alten Chinas besaßen Farben symbolische Bedeutungen, die den drei großen Lehren Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus entsprangen. Sie konnten Elemente, Energien, kosmische Zyklen, Dynastien, Gottheiten oder Planeten repräsentieren. Aus diesem Grund besitzen auch Farbglasuren und Schmelzfarbendekore auf alter chinesischer Keramik oft tiefere Bedeutungsinhalte, die sich nur den Eingeweihten erschließen.
Die Ausstellung „Alle Farben Chinas!“ zeigt ein Potpourri aus Glasurtypen und mehrfarbigen Dekorschemen aus über 1.000 Jahren chinesischer Keramikgeschichte. Sie wirft ein Licht auf die philosophischen Konzepte, die sich hinter den Glasurfarben verbergen und zeigt auf, dass die Farbwahl, insbesondere auf kaiserlicher Keramik, selten willkürlich oder nach rein ästhetischen Gesichtspunkten erfolgte, sondern meist den Kodexen klassischer Texte oder Regularien der herrschenden Dynastie folgte. Schwerpunkt der Ausstellung ist die monochrome Keramik, die in China vor der Verbreitung des Blauweißporzellans am beliebtesten war und es in elitären Kreisen noch bis zum Ende der Kaiserzeit blieb.
Es werden Stücke aus fünf Kaiserdynastien und verschiedenen regionalen Produktionszentren vorgestellt, von denen viele einen derart hohen Grad an technischer Perfektion und modern wirkender, puristischer Ästhetik besitzen, dass kaum zu glauben ist, dass es sich um Jahrhunderte alte Handwerkskunst handelt. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sind bichrome und polychrome Porzellane der Ming- und Qing-Dynastien, die am kaiserlichen Hof für Staatsrituale und als Bankettgeschirre verwendet wurden.
Unsere Exponate stammen zum Teil aus dem Bestand des Hetjens, außerdem aus bedeutenden deutschen Privatsammlungen. Die Sonderausstellung „Alle Farben Chinas!“ wird temporär in die neu konzipierte Dauerausstellung in- tegriert, die gleichzeitig eröffnet wird und ab sofort langfristig durch Leihgaben der Stiftung Hauk ergänzt wird.