Foto: Hetjens, L. Lidzbarski

Tisch des Monats

Dolce Vita am Rhein

ab 18. Juni 2021

Ob Dürer, Goethe oder Rudi Schuricke: die Italiensehnsucht scheint bei den Deutschen genetisch zu sein. Gondelfahrt im Mondschein, Sonnenuntergang bei Capri und Goldorangen, die im dunklen Laub glüh’n, sind feste Bestandteile der ewigen Sehnsucht nach dem Süden. Bereits im 15. Jahrhundert entwickelte sich in Italien eine eigene Art von glasierter Keramik, die als Majolika bezeichnet wird. Der Name leitet sich von der Insel Mallorca ab, von wo aus die spanischen Keramiken damals nach Italien importiert wurden.

Das Service auf dem sommerlichen Tisch des Monats wurde im Familienbetrieb Ubaldo Grazia in Deruta gefertigt. Deruta ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens). In Deruta wird seit dem Mittelalter bis in unsere Zeit Keramik produziert, die noch immer größtenteils handbemalt ist. Die Familie Grazia stellt seit 1500 qualitätvolle Majoliken her. Auf der sahnig weißen Glasur kommen die intensiven Farben der Dekore besonders strahlend zur Geltung.

Das ausgestellte Service stammt aus den 1950er Jahren, als das Reisefieber in den Süden ausbrach und die Sehnsucht nach dem italienischen Dolce Vita für die Deutschen besonders groß war.

Stimmen Sie sich mit dem Tisch des Monats auf einen Sommer voller Dolce Vita ein. Wir freuen uns auf Sie!

Äffchen auf einem Hund reitend, Porzellan, Zürich, um 1775-1780, Sammlung Dr. E. S. Kern, Agentenhaus Horgen

Ausstellung

Schweizer Schoki, Weißes Gold –
Süßes und Zerbrechliches vom Zürichsee

5.11.2020 bis 21.2.2021 - verlängert bis Sommer 2021
Schweizer Schokolade ist weltberühmt – die Zürcher Porzellanmanufaktur hingegen ist nur wenigen Connaisseurs bekannt. Die Manufaktur produzierte während eines sehr kurzen Zeitraumes von 1763 bis 1790, wodurch ihre Erzeugnisse heute entsprechend rar und bei Sammlern äußerst begehrt sind. In der Schweiz sind vor allem zwei herausragende Privatsammlungen Zürcher Porzellans zu nennen, die einen Überblick über die Erzeugnisse der Manufaktur vermitteln. Zum einen handelt es sich um die Sammlung Dr. E. S. Kern in Horgen am Zürichsee sowie um die Sammlung des Chocolatiers Dr. Rudolph R. Sprüngli. Der Firmentradition entsprechend nehmen Schokoladenkannen und -tassen in der Sammlung Sprüngli einen besonderen Platz ein.

Hinweis: Die Ausstellung wird für das Publikum eröffnet, sobald es die Bestimmungen wieder zulassen.

Ernst Barlach, Schwebender Gottvater, Böttgersteinzeug, Porzellanmanufaktur Meissen, 1922. Foto: Horst Kolberg, Neuss

Ausstellung

Göttliche Welten –
Glaubensbilder aus 4000 Jahren

08. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 - verlängert bis 1. August 2021

Religiöse Symbolik verleiht Gegenständen eine besondere Bedeutung, die oft nur Eingeweihte lesen können. Den Osmanen galt die Tulpe als Heiligste der Blumen, da sie direkt mit dem Namen Allahs verbunden ist. Bei den Zuni in New Mexico wird hingegen jeder Familie bis heute ein Tier zugeordnet, das seine positiven Eigenschaften auf die Mitglieder überträgt und sie mit den Ahnen verbindet. Im Daoimus waren Fledermäuse als Glückssymbole gerne gesehen, während Pfirsiche für ein langes Leben standen. In Kooperation mit den Düsseldorfer Dominikanern zeigt das Hetjens anhand von Keramikobjekten eine kultische und religiöse Menschheitsgeschichte von den Artefakten Mesopotamiens bis in die Gegenwart.