Prüfungsordnung für Beschäftigte im kommunalen Verwaltungsdienst (POA-Gem)

vom 22. März 2018

 
Düsseldorfer Amtsblatt Nummer 3 vom 18. Januar 2020
Redaktioneller Stand: Mai 2020  

Das Studieninstitut für kommunale Verwaltung Düsseldorf als zuständige Stelle gem. § 56 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz vom 23.03.2005 (BGBl. I S. 931) - BBiG i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a) der Verordnung über die Zuständigkeiten nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und die Angele­genheiten der Berufsbildung im Rahmen der Handwerksordnung (HwO) sowie die Zuständigkeiten nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) vom 5. September 2006 (GV.NRW.S. 446), zuletzt geändert durch Verordnung vom 31. Mai 2016 (GV. NRW. S. 305) erlässt nach Beschluss des Berufsbildungsausschusses vom 30.08.2017 die folgende Prüfungsordnung für die Durchführung von Fortbildungsprüfungen: 

 

Erster Abschnitt
Prüfungsausschüsse
 

§ 1 Errichtung.

Die zuständige Stelle errichtet für die Durchfüh­rung der Ersten und Zweiten Verwaltungsprü­fung Prüfungsausschüsse. 

§ 2 Zusammensetzung und Berufung.

(1) Der Prüfungsausschuss besteht aus Beauftragten

    a) der Arbeitgeber, 
    b) der Arbeitnehmer,
    c) der zuständigen Stelle. 

Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens 3 Mitgliedern. Die Zahl der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeauftragten muss gleich sein.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben Stellvertreterinnen oder Stellvertreter. Mitglieder und stellvertretende Mitglieder müssen für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein.

(2) Die Institutsvorsteherin oder der Institutsvor­steher beruft die Mitglieder und stellvertre­tenden Mitglieder des Prüfungsausschusses für die Dauer von vier Jahren. 

(3) Die Beauftragten der Arbeitgeber und deren Stellvertreterinnen oder Stellvertreter wer­den auf Vorschlag der Gebietskörperschaf­ten berufen, die Träger des Studieninstituts sind. Die Beauftragten der Arbeitnehmer und deren Stellvertreterinnen oder Stellver­treter werden auf Vorschlag der im Einzugs­gebiet des Studieninstituts für Angestellte im kommunalen Verwaltungsdienst beste­henden Gewerkschaften und selbständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozi­al- oder berufspolitischer Zielsetzung beru­fen. 

(4) Werden Mitglieder und stellvertretende Mit­glieder nicht oder nicht in ausreichender Zahl innerhalb einer vom Studieninstitut gesetzten angemessenen Frist vorgeschla­gen, so beruft die Institutsvorsteherin oder der Institutsvorsteher insoweit nach pflicht­gemäßem Ermessen. 

(5) Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglie­der der Prüfungsausschüsse können nach Anhören der an ihrer Berufung Beteiligten aus wichtigem Grund abberufen werden. 

(6) Scheidet ein Mitglied oder ein stellvertreten­des Mitglied aus, ist für die verbleibende Amtszeit des Prüfungsausschusses eine Neuberufung vorzunehmen. 

§ 3 Befangenheit.

(1) Bei der Zulassung zur Prüfung und bei der Prüfung dürfen Prüfungsausschussmitglieder nicht mitwirken, die befangen sind. Die §§ 20 und 21 des Verwaltungsverfahrensgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen in der Fas­sung der Bekanntmachung vom 12. Novem­ber 1999 (GV. NRW S. 602/SGV. NRW. 2010) gelten entsprechend. 

(2) Prüfungsausschussmitglieder, die sich befan­gen fühlen, oder Prüflinge, die die Besorgnis der Befangenheit geltend machen wollen, haben dies der Institutsvorsteherin oder dem Institutsvorsteher mitzuteilen, während der Prüfung dem Prüfungsausschuss. 

(3) Die Entscheidung über den Ausschluss von der Mitwirkung trifft die Institutsvorsteherin oder der Institutsvorsteher, während der Prüfung der Prüfungsausschuss. 

(4) Ist infolge Befangenheit eine ordnungsge­mäße Besetzung des Prüfungsausschusses nicht möglich, kann die Institutsvorsteherin oder der Institutsvorsteher die Durchfüh­rung der Prüfung einem anderen Prüfungs­ausschuss übertragen. Das gleiche gilt, wenn eine objektive Durchführung der Prü­fung aus anderen Gründen nicht gewährlei­stet erscheint. 

§ 4 Vorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung.

(1) Der Prüfungsausschuss wählt aus seiner Mitte für die Dauer der Berufungszeit eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden und stellvertretende Vorsitzende. Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende sollen nicht der­selben Mitgliedergruppe angehören. 

(2) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn zwei Drittel der Mitglieder, mindestens drei, mitwirken. Er beschließt mit der Mehr­heit der abgegebenen Stimmen. Stimment­haltung ist unzulässig. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme der Vorsitzenden oder des Vorsitzenden den Ausschlag. 

§ 5 Verschwiegenheit.

Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Prüfungsausschusses haben über alle Prü­fungsvorgänge Dritten gegenüber Verschwie­genheit zu wahren. 

Zweiter Abschnitt
Abschluss mit schriftlicher und praktischer Prüfung

§ 6 Prüfungstermine, Ermittlung der Lehrgangsleistungen.

(1) Die Institutsvorsteherin oder der Institutsvorsteher setzt die Prüfungstermine fest, veran­lasst die Einladung der zur Prüfung zugelas­senen Prüflinge und die Benachrichtigung der Arbeitgeber. Diese Aufgaben können auf die Studienleiterin oder den Studienleiter über­tragen werden. 

(2) Vor der Prüfung ist der Lehrgangspunktwert zu ermitteln. Für die Lehrgangsleistungen gelten die §§ 15, 16 und 19 Absatz 4 sinnge­mäß; die erforderlichen Entscheidungen trifft die Studienleiterin oder der Studienleiter.

(3) In der Nachweisung nach Anlage 1, die die Studienleiterin oder der Studienleiter erstellt, sind die Punktwerte der im Lehrgang nach dem Lehr- und Stoffverteilungsplan erbrach­ten schriftlichen und sonstigen Leistungen (z.B. mündliche Leistungen, Tests, Hausar­beiten) zum Lehrgangspunktwert zusam­menzufassen. § 17 Absatz 3 gilt entspre­chend. Die Punktwerte der schriftlichen und sonstigen Leistungen sind im Verhältnis 3:1 zu gewichten. Der Lehrgangspunktwert ist der oder dem Beschäftigten bekanntzuge­ben. 

§ 7 Ziele, Gegenstand und Bewertung.

(1) Die Prüfung dient der Feststellung, ob der Prüfling 

    a) über die Fachkompetenz und 
    b) über die Handlungs- und Sozialkompe­tenz 

zur Wahrnehmung von Aufgaben verfügt, für die die Erste oder Zweite Prüfung Voraussetzung ist.

(2) Sie hat den aus der kommunalen Verwal­tungspraxis erwachsenden Anforderungen und Aufgabenstellungen mit unterschiedli­chem Verantwortungs- und Schwierigkeits­grad Rechnung zu tragen und umfasst ins­besondere in der Zweiten Prüfung auch das Verständnis komplexer Zusammenhänge sowie die erforderlichen Methodenkenntnis­se. 

(3) Bei der Bewertung der schriftlichen und praktischen Leistungen sind die Richtigkeit des sachlichen Aussage, die praktische Verwendbarkeit, die Art und Folgerichtig­keit der Begründung, die Gliederung, die äußere Form, Rechtschreibung und Zei­chensetzung und die sprachliche Darstel­lung zu berücksichtigen. 

§ 8 Gliederung der Prüfung.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Die schriftliche Prüfung geht der praktischen Prüfung voraus. 

§ 9 Erleichterung für behinderte Prüflinge.

Im Prüfungsverfahren sind für schwerbehinder­te und ihnen gleichgestellte behinderte Men­schen die ihrer Behinderung angemessenen Erleichterungen auf Antrag zu gewähren. Die Erleichterungen dürfen nach Art und Umfang nicht zu einer qualitativen Herabsetzung der Prüfungsanforderungen insgesamt führen. 

§ 10 Aufgaben für die schriftliche Prüfung.

(1) In der Ersten Prüfung sind im schriftlichen Teil vier Arbeiten von jeweils 180 Minuten Dauer aus mindestens drei der in Anlage 2 genannten vier Prüfungsbereiche anzuferti­gen. 

(2) In der Zweiten Prüfung sind im schriftlichen Teil vier Arbeiten von jeweils 240 Minuten Dauer aus mindestens drei der in Anlage 2 genannten vier Prüfungsbereiche anzuferti­gen 

(3) Die Institutsvorsteherin oder der Institutsvor­steher bestimmt die Aufgaben für die schrift­liche Prüfung. Diese Befugnis sowie alle wei­teren ihr oder ihm nach dieser Prüfungsord­nung zustehenden Befugnisse können auf die Studienleiterin oder den Studienleiter übertragen werden. Die Prüfungsaufgaben sollen fächerübergreifende Bezüge aufwei­sen. 

(4) Die Prüfungsfächer sind den Prüflingen spä­testens vier Wochen vor Beginn der schrift­lichen Prüfung bekanntzugeben. 

§ 11 Aufsicht bei der schriftlichen Prüfung.

(1) Die schriftlichen Arbeiten werden unter Auf­sicht angefertigt. Die Studienleiterin oder der Studienleiter bestimmt, wer die Aufsicht führt. 

(2) Die schriftlichen Aufgaben sind getrennt in verschlossenen Umschlägen aufzubewahren. Die Umschläge werden erst an den Prü­fungstagen in Gegenwart der Prüflinge geöffnet. Bei jeder Aufgabe sind die Zeit, in der sie zu lösen ist, und die Hilfsmittel, die benutzt werden können, anzugeben. Die Prüflinge sind auf die Folgen ordnungswidri­gen Verhaltens (§ 15) hinzuweisen. 

(3) Die Lösungen dürfen keinen Hinweis auf den Prüfling enthalten. 

(4) Die oder der Aufsichtführende fertigt eine Niederschrift nach dem Muster der Anlage 3, vermerkt in ihr jede Unregelmäßigkeit und verzeichnet auf jeder Arbeit den Zeitpunkt der Abgabe. Die abgegebenen Arbeiten sind in einem Umschlag zu verschließen und der Geschäftsstelle des Studieninstituts unmit­telbar zu übersenden. 

§ 12 Beurteilung der schriftlichen Prüfungsarbeiten.

(1) Jede Prüfungsarbeit ist von einer Fachlehre­rin oder einem Fachlehrer und von einem Mitglied oder einem stellvertretenden Mit­glied des Prüfungsausschusses zu beurteilen. Die Institutsvorsteherin oder der Institutsvor­steher bestimmt, wer die Erst- und Zweitbe­gutachtung vor nimmt; § 10 Absatz 3 Satz 2 gilt entsprechend. 

(2) Nach Begutachtung stehen die Prüfungsar­beiten allen Mitgliedern des Prüfungsaus­schusses in den Geschäftsräumen des Studi­eninstituts zur Einsichtnahme zur Verfügung. Jedes Mitglied ist berechtigt, eine von dem Urteil des Gutachters oder Mitgutachters abweichende Beurteilung mit Begründung schriftlich zu vermerken.

(3) Bei abweichender Beurteilung bewertet der Prüfungsausschuss die Arbeit endgültig. 

(4) Erst nach endgültiger Bewertung sämtlicher Arbeiten darf die Anonymität aufgehoben werden. 

§ 13 Zulassung zur praktischen Prüfung.

(1) Ein Prüfling ist zur praktischen Prüfung zuge­lassen, wenn 

    a) drei Arbeiten mit mindestens 5 Punkten bewertet sind und 
    b) der Durchschnitt der vier Prüfungsarbei­ten mindestens 5 Punkte ergibt. 

(2) Bei Nichtzulassung ist die Prüfung nicht bestanden. 

§ 14 Praktische Prüfung.

(1) Die praktische Prüfung besteht aus einer handlungs- und praxisorientierten Situation, in welcher der Prüfling vorrangig seine berufspezifischen sozialen und kommunika­tiven Kompetenzen nachweisen soll. Die praktische Prüfung soll in der Ersten Prüfung für den einzelnen Prüfling nicht länger als 20 Minuten, in der Zweiten Prüfung nicht länger als 30 Minuten dauern. Dem Prüfling ist eine angemessene Vorbereitungszeit zu gewähren. 

(2) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsaus­schusses legt auf Vorschlag der Studienleite­rin oder des Studienleiters die Aufgabe für die praktische Prüfung fest und bestimmt die Prüfenden. 

(3) Spätestens am zehnten Tage vor der prakti­schen Prüfung sind den Prüflingen die Zulas­sung zur praktischen Prüfung, die Prüfungs­fächer und auf Antrag die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung bekannt zu geben. Im Falle der Präsentation einer Hausaufgabe wird die Aufgabe frühestens vier Wochen vor der praktischen Prüfung bekannt gege­ben. 

(4) Die Prüfung ist nicht öffentlich. Beauftragte der Bezirksregierung und des Ministeriums für Inneres und Kommunales sowie die Mit­glieder und stellvertretenden Mitglieder des Berufsbildungsausschusses können anwe­send sein. Der Prüfungsausschuss kann andere Personen als Gäste zulassen. Bei der Beratung über das Prüfungsergebnis dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sein. 

(5) Wird die Leistung in der praktischen Prüfung mit „ungenügend“ bewertet, ist die Prüfung insgesamt nicht bestanden. 

§ 15 Täuschungsversuch und Verstöße gegen die Ordnung.

(1) Als Folgen eines ordnungswidrigen Verhaltens, namentlich eines Täuschungsversuchs, des Besitzes oder der Benutzung nicht zuge­lassener Hilfsmittel sowie erheblicher Störun­gen der Ordnung können je nach dem Grad der Verfehlung ausgesprochen werden: 

  1. dem Prüfling kann die Wiederholung ein­zelner oder mehrerer Prüfungsleistungen aufgegeben werden; 
  2. Prüfungsleistungen, auf die sich die Ord­nungswidrigkeit bezieht, können für "ungenügend" (0 Punkte) erklärt werden; 
  3. die Prüfung kann insgesamt für nicht bestanden erklärt werden. 

Die Entscheidung trifft der Prüfungsausschuss.

(2) Einen Prüfling, der sich bei der Anfertigung einer schriftlichen Arbeit ordnungswidrig verhält, kann die Aufsichtsführung von der Fortsetzung dieser Arbeit ausschließen. Die Aufsichtsführung hat dies in der Nieder­schrift (Anlage 3) zu vermerken und die Insti­tutsleitung unverzüglich zu unterrichten. 

(3) Auch nach Aushändigung des Prüfungszeug­nisses kann der Prüfungsausschuss diese für nicht bestanden erklären, jedoch nur inner­halb einer Frist von einem Jahr seit dem Tage der praktischen Prüfung. 

(4) Vor Entscheidungen des Prüfungsausschus­ses nach Absatz 1 und 3 ist der Prüfling zu hören. 

§ 16 Bewertung.

Für die einzelnen Prüfungsleistungen und das Gesamtergebnis der Prüfung werden folgende Noten erteilt:

sehr gut   15 oder 14 Punkte:
eine den Anforderungen in besonderem Maße entsprechende Leistung;

gut    13, 12, 11 Punkte:
eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung;

befriedigend    10, 9, 8 Punkte:
eine im Allgemeinen den Anforderungen entsprechende Leistung;

ausreichend    7, 6, 5 Punkte:
eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, im ganzen aber den Anforderungen noch entspricht;

mangelhaft    4, 3, 2 Punkte:
eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung, die jedoch erkennen läßt, daß die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten;

ungenügend    1 oder 0 Punkte: eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung, bei der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden könnten.

§ 17 Feststellung des Gesamtergebnisses.

(1) Nach der praktischen Prüfung trifft der Prüfungsausschuss die Entscheidung darüber, ob und mit welchem Gesamtergebnis die Prüfung bestanden ist.

(2) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses werden

  1. der Lehrgangspunktwert mit 30 v.H.,
  2. der Punktwert für die Leistungen in der schriftlichen Prüfung mit 50 v.H., wobei die Ergebnisse der Prüfungsarbeiten gleich gewichtet werden, und
  3. der Punktwert für die Leistungen in der praktischen Prüfung mit 20 v.H.

berücksichtigt.

(3) Bruchwerte sind ohne Rundung bis zur zweiten Dezimalstelle zu errechnen.

(4) Die Punktwerte nach Absatz 2 werden entsprechend ihrem jeweiligen Anteilsverhältnis zu einem Punktwert für die Abschlussnote zusammengefasst. Den ermittelten Punktwerten entsprechen folgende Noten:

13,50 bis 15,00   = sehr gut
10,50 bis 13,49   = gut
7,50 bis 10,49    = befriedigend
5,00 bis 7,49   = ausreichend


(5) Die Prüfung ist bestanden, wenn mindestens die Gesamtnote "ausreichend" (5,00 Punkte) erreicht ist. Auf § 14 Absatz 5 wird hingewiesen.

(6) Über den Verlauf der praktischen Prüfung und über die Feststellung des Gesamtergebnisses der Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen, die von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen ist. Die Niederschrift muss Angaben enthalten über

- die Zusammensetzung des Prüfungsausschusses,
- die zur Prüfung zugezogenen Fachlehrerinnen und Fachlehrer,
- sonstige Teilnehmerinnen oder Teilnehmer,
- die Bewertung der Lehrgangsleistungen,
- die Beurteilung der schriftlichen Prüfungsarbeiten,
- die Bewertung der praktischen Prüfungsleistung und
- das Gesamtergebnis.

§ 18 Zeugnis.

(1) Wer die Prüfung besteht, erhält ein Zeugnis nach dem Muster der Anlagen 4 oder 5. 

(2) Wer die Prüfung nicht bestanden hat, erhält hierüber einen Bescheid des Studieninsti­tuts. 

(3) Das zuständige Studieninstitut kann Beschäftigten, die vor Inkrafttreten der Prü­fungsordnung vom 08.06.2014 die Erste oder Zweite Prüfung für Angestellte bestan­den haben, auf Antrag eine Bescheinigung nach dem Muster der Anlage 6 erteilen. 

§ 19 Krankheit, Rücktritt, Versäumnis.

(1) Ist ein Prüfling durch Krankheit oder sonstige von ihm nicht zu vertretende Umstände an der Ablegung der Prüfung oder einzelner Prüfungsabschnitte verhindert, so hat er dies im Falle der Krankheit durch ein ärztliches Zeugnis, im Übrigen in sonst geeigneter Form nachzuweisen. 

(2) Ein Prüfling kann in besonderen Fällen mit Genehmigung der Vorsitzenden oder des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses von der Prüfung zurücktreten. 

(3) Im Falle des Absatzes 1 wird die Prüfung an einem von der Vorsitzenden oder vom Vor­sitzenden des Prüfungsausschusses zu bestimmenden Termin fortgesetzt. Sie oder er entscheidet auch, in welchem Umfang bereits erbrachte Prüfungsleistungen anzu­rechnen sind. 

(4) Schriftliche Arbeiten, zu denen ein Prüfling ohne hinreichende Entschuldigung nicht er­scheint oder deren Lösung er ohne hinrei­chende Entschuldigung nicht oder nicht rechtzeitig abliefert, werden mit der Note „ungenügend (0 Punkte)“ bewertet.

(5) Erscheint ein Prüfling ohne hinreichende Ent­schuldigung nicht zur praktischen Prüfung oder tritt er ohne Genehmigung von der Prü­fung zurück, so gilt die Prüfung als nicht bestanden. Die Feststellung trifft der Prü­fungsausschuss. 

§ 20 Wiederholung der Prüfung.

(1) Eine nicht bestandene Prüfung kann einmal wiederholt werden. 

(2) Die Prüfung ist vollständig zu wiederholen; einzelne Prüfungsleistungen können nicht erlassen werden. 

(3) Der Lehrgangspunktwert wird aus der ersten Prüfung übernommen. Soweit der Lehrgang teilweise wiederholt wird, sind bei der Ermittlung der Lehrgangsleistungen die im Wiederholungslehrgang gefertigten Klausu­ren sowie die in dieser Zeit erbrachten son­stigen Leistungen zusätzlich mit einzubezie­hen. Soweit der Lehrgang vollständig wie­derholt wird, werden für die Bewertung der Lehrgangsleistungen ausschließlich die im Wiederholungslehrgang erbrachten Leistun­gen zugrunde gelegt. 

§ 21 Einsichtnahme und Aufbewahrungsfristen.

(1) Der Prüfling kann nach Abschluß des Prü­fungsverfahrens innerhalb eines Jahres Ein­sicht in die von ihm gefertigten Prüfungsar­beiten einschließlich ihrer Bewertung neh­men. 

(2) Die Prüfungsunterlagen sind mindestens fünf Jahre aufzubewahren. Eine Zweitausferti­gung der Niederschrift und eine Zweitschrift des Prüfungszeugnisses ist der Einstellungs­körperschaft zur Aufnahme in die Persona­lakte zu übersenden. 

Dritter Abschnitt
Sondervorschriften für den Abschluss mit  modularer Zweiter Verwaltungsprüfung

§ 22 Bestandteile der Prüfungsleistungen.

(1) Das Ergebnis der modularen Prüfung setzt sich entsprechend der Anlagen 1a bezie­hungsweise 1b zusammen aus den Ergebnis­sen 

    a) der Leistungsnachweise der Pflichtmodu­le eines modular aufgebauten Verwal­tungslehrgangs 
    b) der praktischen Prüfung.

(2) Alle Leistungsnachweise müssen innerhalb von dreieinhalb Jahren erbracht werden. Über Ausnahmen entscheidet der Studienlei­ter oder die Studienleiterin. 

(3) Leistungsnachweise, die unter den Bedin­gungen dieser Prüfungsordnung bei anderen zuständigen Stellen erbracht worden sind, können anerkannt werden. Über die Aner­kennung entscheidet der Studienleiter oder die Studienleiterin. 

§ 23 Feststellung des Gesamtergebnisses.

(1) In das Gesamtergebnis fließen die Leistungs­nachweise mit 80 %, die praktische Prüfung mit 20 % ein. 
(2) Für die Berechnung gelten § 17 Absätze 3 und 4 entsprechend. 
(3) Die Prüfung ist bestanden, wenn 

    a) an allen Modulen teilgenommen worden ist 
    b) der Durchschnitt der Leistungsnachweise mindestens fünf Punkte beträgt 
    c) nicht mehr als drei Leistungsnachweise des Basisstudiums mit weniger als fünf Punkten bewertet sind  
    d) zwei Klausuren im Schwerpunktbereich mit mindestens fünf Punkten bewertet sind und der Durchschnitt der Klausuren im Schwerpunktbereich mindestens 5 Punkte beträgt, wenn ein Abschluss mit Schwerpunkt angestrebt wird  
    e) zwei Klausuren in den Schwerpunktberei­chen mit mindestens fünf Punkten bewer­tet sind und der Durchschnitt der Klausu­ren in den Schwerpunktbereichen minde­stens 5 Punkte beträgt, wenn ein Abschluss ohne Schwerpunkt angestrebt wird. 

Die Voraussetzung nach Buchstabe a) ist erfüllt, wenn nicht mehr als 40 % Fehlzeiten je Modul vorliegen. Über Ausnahmen ent­scheidet der Studienleiter oder die Studien­leiterin. 

(4) Nach der praktischen Prüfung trifft der Prü­fungsausschuss die Entscheidung darüber, ob und mit welchem Gesamtergebnis die Prüfung bestanden ist. 

(5) Ist bereits während des Lehrgangs nach Aus­schöpfen der Wiederholungsmöglichkeit nach § 24 das Bestehen der Prüfung nach Absatz 3 ausgeschlossen, stellt der Prü­fungsausschuss zeitnah das Nichtbestehen fest. Der Prüfling erhält hierüber einen Bescheid. 

§ 24 Wiederholung von Prüfungsleistungen.

(1) Werden vier Leistungsnachweise im Basis­studium mit weniger als fünf Punkten bewer­tet, kann ein Leistungsnachweis einmal wie­derholt werden. 

(2) Werden zwei Klausuren in den Schwer­punktbereichen mit weniger als fünf Punkten bewertet, kann ein Leistungsnachweis ein­mal wiederholt werden. 

(3) Die Wiederholung kann während des Lehr­ganges erfolgen, wenn feststeht, dass andernfalls die Bedingungen des § 23 Abs. 3 nicht erfüllt werden. 

(4) Eine Wiederholung ist nicht möglich, wenn mehr als vier Leistungsnachweise im Basis­studium bzw. alle Leistungsnachweise im Schwerpunktbereich mit weniger als fünf Punkten bewertet sind. 

§ 25 Andere Bestimmungen.

Für die modulare Prüfung finden im Übrigen die Vorschriften der Abschnitte eins und zwei Anwendung. Abweichend von § 21 Absatz 1 kann der Prüfling nach endgültiger Bewertung Einsicht in die Leistungsnachweise nehmen. 

Vierter Abschnitt
Schlussbestimmungen

§ 26 Inkrafttreten, Außerkrafttreten, Übergangsregelung

(1) Diese Prüfungsordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Mitteilungsblatt der zu­ständigen Stelle (Amtsblatt der Landes­hauptstadt Düsseldorf) in Kraft. Sie wurde am 31.08.2017 gem. § 47 Abs. 1 Satz 2 BBiG durch das Ministerium für Heimat, Kommu­nales, Bau und Gleichstellung Nordrhein-Westfalen genehmigt. 

(2) Gleichzeitig tritt die Prüfungsordnung vom 08.06.2014 außer Kraft. 

(3) Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Angestelltenlehrgängen, die vor dem 31.08.2017 eingerichtet worden sind, gelten die Bestimmungen der bisherigen Prüfungs­ordnung fort.