Warzen

Gewöhnliche Warzen und Dellwarzen gehören zu den häufigsten von Viren verursachten Hauterkrankungen. Personen beiderlei Geschlechts können in jedem Alter befallen werden, jedoch ist das Vorkommen von Warzen, insbesondere von Dellwarzen, unter Kindern und Jugendlichen besonders häufig.

Allgemeines über Warzen, Plantarwarzen und Dellwarzen

Die gewöhnlichen Warzen und Plantarwarzen sind runde oder unregelmäßig begrenzte Warzen von grau- bis gelb-schwarzer Farbe, die bevorzugt an Streckseiten der Hände und Finger sowie auf den Handtellern und Fußsohlen vorkommen und hier wie bei den Plantarwarzen Schwielen und Hühneraugen vortäuschen können. Bei den Plantarwarzen kommt es zur Ausbildung eines in den Fuß gerichteten Dorns, wodurch bei Belastung erhebliche Schmerzen entstehen. Unbehandelt können sie Monate bis Jahre vorhanden sein.

Dellwarzen sind stecknadelkopf- bis erbsengroße Knötchen mit glatter, oft glänzender Oberfläche. Bisweilen, aber nicht immer, weisen sie in der Mitte eine Vertiefung (Delle) auf. Durch Kratzen können sie verletzt und bakteriell infiziert werden. Sie können überall am Körper vorkommen, man findet sie jedoch bevorzugt auf den Armen (einschließlich der Hände und Finger), auf dem Rücken, auf der Brust und am seitlichen Rumpf.

Infektion

Die Infektion findet oft in Turneinrichtungen, Saunen und Schwimmbädern statt. Dabei kommt die Virusübertragung nicht etwa durch erregerhaltiges Schwimmbadwasser, sondern durch den direkten oder indirekten Kontakt mit Warzenträgern zustande. Beispiele sind die direkte Körperberührung beim Turnen, Spielen, gemeinsames Benutzen von Handtüchern, Kontakt mit Hautschuppen auf dem Fußboden oder auf Sitzflächen.

Man geht davon aus, dass Dellwarzen durch direkten Mensch-zu-Mensch-Kontakt übertragen werden. Gewöhnliche Warzen werden dagegen hauptsächlich indirekt, durch Kontakt mit virushaltigem Material oder Gegenständen, übertragen.

Die Übertragung von Plantarwarzen erfolgt insbesondere über kontaminierte Fußböden im Bereich der Beckenumläufe, Dusch- und Umkleideräume sowie über feuchte Sitzflächen.

Abgeschilferte Hautschuppen, die mit Viren infiziert sind, haften auf dem Boden oder auf Sitzflächen (z.B. Wärmebänke oder Bänke in den Umkleidekabinen). Daher führen besonders das Barfußgehen und das Sitzen auf feuchten Oberflächen zu einer Übertragung. Die Hauterscheinungen müssen nicht sofort, sondern können erst Monate nach einer stattgefundenen Infektion auftreten.

Vorbeugung

Bei der Prophylaxe steht die Aufklärung der Benutzer von Schwimmbädern, Saunen und Turnhallen im Vordergrund. Insbesondere Sportlehrer und Kindergartenpersonal sollten Kinder und Jugendliche über die Übertragbarkeit von Warzen regelmäßig aufklären. Dabei ist auf das Folgende hinzuweisen:

  1. Die gemeinsame Benutzung von z.B. Handtüchern, Hautcremes durch mehrere Personen ist zu vermeiden.
  2. Warzenträgern ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen.
  3. Der behandelnde Arzt sollte über eine Teilnahme am Schwimm- oder Sportunterricht entscheiden.
  4. Warzenträger sollen auf den Besuch von Schwimmbädern, Saunen und Turnhallen so lange verzichten, bis eine erfolgreiche Behandlung der Warzen stattgefunden hat.
  5. Betreiber von Schwimmbädern, Saunen und Turneinrichtungen haben eine tägliche, gegebenenfalls mehrmalige Reinigung der Gänge, der Dusch- und Umkleideräume sowie sonstiger Barfußbereiche und Sitzflächen durchzuführen beziehungsweise zu veranlassen.
  6. Nach Beendigung des Betriebes in Schwimmbädern, Saunen und Turneinrichtungen sind alle barfußbegangenen Flächen und Sitzflächen mit einem Desinfektionsmittel gemäß der VAH-Liste, welches zusätzlich eine vom Hersteller ausgewiesene Wirksamkeit gegenüber Papillomaviren besitzt, zu desinfizieren. Dabei sollen die Desinfektionsmittel im Scheuer-/Wischverfahren angewendet werden. Ein Versprühen von Desinfektionsmitteln alleine ist nicht ausreichend.