Monochrome Porzellane, Qing-Dynastie, teils Privatbesitz (Foto: Horst Kolberg, Neuss)

Alle Farben Chinas! – Glasurenvielfalt aus über 1000 Jahren

20. September 2018 bis 31. März 2019

In der Gedankenwelt des Alten Chinas besaßen Farben symbolische Bedeutungen, die den drei großen Lehren Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus entsprangen. Sie konnten Elemente, Energien, kosmische Zyklen, Dynastien, Gottheiten oder Planeten repräsentieren. Aus diesem Grund besitzen auch Farbglasuren und Schmelzfarbendekore auf alter chinesischer Keramik oft tiefere Bedeutungsinhalte, die sich nur den Eingeweihten erschließen.
Die Ausstellung „Alle Farben Chinas!“ zeigt ein Potpourri aus Glasurtypen und mehrfarbigen Dekorschemen aus über 1.000 Jahren chinesischer Keramikgeschichte. Sie wirft ein Licht auf die philosophischen Konzepte, die sich hinter den Glasurfarben verbergen und zeigt auf, dass die Farbwahl, insbesondere auf kaiserlicher Keramik, selten willkürlich oder nach rein ästhetischen Gesichtspunkten erfolgte, sondern meist den Kodexen klassischer Texte oder Regularien der herrschenden Dynastie folgte. Schwerpunkt der Ausstellung ist die monochrome Keramik, die in China vor der Verbreitung des Blauweißporzellans am beliebtesten war und es in elitären Kreisen noch bis zum Ende der Kaiserzeit blieb.
Es werden Stücke aus fünf Kaiserdynastien und verschiedenen regionalen Produktionszentren vorgestellt, von denen viele einen derart hohen Grad an technischer Perfektion und modern wirkender, puristischer Ästhetik besitzen, dass kaum zu glauben ist, dass es sich um Jahrhunderte alte Handwerkskunst handelt. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sind bichrome und polychrome Porzellane der Ming- und Qing-Dynastien, die am kaiserlichen Hof für Staatsrituale und als Bankettgeschirre verwendet wurden.
Unsere Exponate stammen zum Teil aus dem Bestand des Hetjens, außerdem aus bedeutenden deutschen Privatsammlungen. Die Sonderausstellung „Alle Farben Chinas!“ wird temporär in die neu konzipierte Dauerausstellung in- tegriert, die gleichzeitig eröffnet wird und ab sofort langfristig durch Leihgaben der Stiftung Hauk ergänzt wird.

Detail der Tischinstallation (Foto: Thomas Belz, Düsseldorf)

Tisch des Monats

Halali und Waidmannsheil! – Das Wächtersbacher »Jagdservice«

Kaninchen, Rehe, Wildschweine und Hirsche tummeln sich auf den Tellern des Wächtersbacher »Jagdservices«, das um 1910 entstanden ist. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts fanden Wildgerichte Eingang in die bürgerliche Küche. Zeitgleich wuchs im Bürgertum der Wohlstand und man legte zunehmend Wert auf elegante Tischkultur wie Tafelservice für spezielle Anlässen und Gerichte.
Carl Bull, gelernter Bildhauer, Fotograf und Modelleur, spezialisierte sich auf Tierfiguren und entwarf für die Wächtersbacher Steingutfabrik das Service, um die nicht alltäglichen Gerichte stilvoll »auf den Tisch« zu bringen.

Seelengefäß, Grenzgebiet Nigeria/Kamerun, Anfang 20. Jh. (Foto: Horst Kolberg)

In Frauenhand – Keramik aus Westafrika

28. Juni bis 21. Oktober 2018

Das westliche Afrika blickt auf eine lange Geschichte der Menschheit sowie deren Kultur zurück und ist bis heute ein Schmelztiegel verschiedener Ethnien. Gemeinsam ist allen die Ausübung des Töpferhandwerks, das von Generation zu Generation fast ausnahmslos von Frauen weitergegeben wird. Die Keramik begleitet sie ihr ganzes Leben lang und über den Tod hinaus: In der Region Ashanti beispielsweise werden Seelengefäße für die Verstorbenen königlicher Familien angefertigt und bei den Dakakari wachen Tonplastiken in Form von Mischwesen aus Elefant und Fledermaus an den Gräbern. Die Ausstellung zeigt sowohl Objekte des traditionellen Ahnenkultes als auch Keramiken für den täglichen Gebrauch, wie Gefäße für Palmwein, selbstgebrautes Bier oder Honig.

Führungen
Sonntag, 1. Juli, 15 Uhr, Sonntag, 16. September, 15 Uhr und letzte Führung! Sonntag, 21. Oktober, 15 Uhr
Mittwoch, 25. Juli 17 Uhr und Mittwoch, 22. August, 17 Uhr Kuratorenführungen