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Düsseldorfer Wirtschaftswunderjahre: Empfang zu Ehren des Industriellen Prof. Dr. Dr. Ernst Schneider


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Editing: Robl, Julia

Das Hetjens - Deutsches Keramikmuseum hat in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer der Landeshauptstadt und dem Industrie-Club Düsseldorf am Samstag, 7. Oktober, zu einem Empfang zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ernst Schneider (1900 bis 1977) eingeladen. In feierlicher Atmosphäre - der Empfang im Schloss Jägerhof war im Stil der Wirtschaftswunderjahre gehalten - wurde der 40. Todestag des Industriellen begangen. Er gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft - und er sammelte Kunst: Schneiders Kunstsammlung umfasst weit über 1.000 Porzellane. Ausgewählte Stücke lassen sich noch heute im Schloss Jägerhof unter der Obhut des Hetjens bewundern.

Zu den Ehrengästen sprach zunächst Bürgermeister Friedrich G. Conzen: "Ernst Schneider war nicht nur ein bedeutender Industrieller Düsseldorfs. Er war Förderer der Künste, Sammler und Mäzen. Es ist schön, dass Teile seiner beeindruckenden Kunstsammlung noch heute im Schloss Jägerhof unter der Federführung vom Hetjens ausgestellt werden."

Neben dem Bürgermeister ergriffen weitere Redner das Wort: Andreas Schmitz, Präsident der IHK Düsseldorf und Vorsitzender des Aufsichtsrates HSBC Trinkaus & Burkhardt AG sowie Bernd Dieckmann, Geschäftsführer Industrieclub (a. D.) und ehemaliger Kulturdezernent und auch Dr. Daniela Antonin, Direktorin Hetjens - Deutsches Keramikmuseum sowie Verwaltung der Sammlung Schneider. Unter den Gästen waren unter anderem Kulturdezernent Hans-Georg Lohe; Petra Wassner, Geschäftsführerin NRW.Invest und Modeexpertin Monika Gottlieb.

Erstmals wurde die Sammlung mit Rokoko-Tischen und Stühlen im Stil der Zeit der Düsseldorfer Wirtschaftswunderzeit eingerichtet. Um auch modische Erinnerungen zu wecken, zeigte Modeexpertin Gottlieb Haute-Couture-Modelle der Zeit von Christian Dior, Yves Saint Laurent, Pierre Cardin, Jean Louis Scherrer und Jaques Fath. Viele Gäste ließen sich ebenfalls von der Einladung inspirieren und zeigten sich entsprechend stilvoll gekleidet.

Prof. Dr. Dr.  Ernst Schneider
Der Industrielle Prof. Dr. Dr. Ernst Schneider gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft der Nachkriegszeit. Bereits mit 25 Jahren wurde der promovierte Diplom-Kaufmann vom Dresdner Industriellen Siegfried Arndt als Juniorpartner in dessen Unternehmensgruppe berufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte Schneider den Standort nach Düsseldorf um. Neben den Odol-Werken ergänzte Schneider den Firmenkomplex um Unternehmen der Chemie, Kosmetik und Stahlverarbeitung. Zudem sah es Schneider fortan als eine wichtige Aufgabe an, die junge Bundesrepublik und die soziale Markwirtschaft als kluger, engagierter und zugleich kritischer Ratgeber zu begleiten. Er übernahm über 34 Ehrenämter, darunter den Vorsitz des Industrie- und Handelstages in Bonn und die Düsseldorfer Präsidentschaft der Industrie- und Handelskammer des Industrieclubs.

Schneiders Kunstsammlung
Ernst Schneiders weit über 1.000 Porzellane umfassende Kunstsammlung wurde 1955 von Professor Helmut Hentrich im Mansardgeschoss des Schloss Jägerhof eingerichtet und diente als würdiger Treffpunkt führender Köpfe der Bundesrepublik aus Wirtschaft, Politik und Kultur und des diplomatischen Korps aus der Bundeshauptstadt Bonn.

Schneider war Förderer, Kunstsammler und Mäzen. Ein Großteil seiner Meissener Porzellansammlung - die nach dem Besitz August des Starken von Sachsen als die größte Privatsammlung dieser Art gilt - ist noch immer in Schloss Lustheim Nahe München zu sehen. 1974 stiftete er der Stadt Düsseldorf einen Teil seiner Kunstsammlung, bestehend aus Porzellanen, vornehmlich Meissen, Silber und Möbeln des 18. Jahrhunderts. Ausgewählte Stücke lassen sich noch heute im Schloss Jägerhof unter der Obhut des Hetjens bewundern.

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