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Stadtgrün

Herbstpflege in Düsseldorfs Landschafts- und Naturschutzgebieten

Entwicklung und Schutz wichtiger Biotope stärken die Vielfalt in der Stadt


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Author: Bieker, Manuel

Die Untere Naturschutzbehörde des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes führt in diesem Herbst an verschiedenen Stellen der Düsseldorfer Landschafts- und Naturschutzgebiete Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durch. Dadurch werden insbesondere wichtige Biotope geschützt und neue Biotope geschaffen.

So erhält Lörick eine Blütenwiese, die Kopfweiden im Himmelgeister Rheinbogen werden zurückgeschnitten, die Obstbaumwiese und die Hochstaudenflur in der Urdenbacher Kämpe werden gepflegt und in verschiedenen Stadtgebieten werden Obstbäume neu gepflanzt. Die Projekte werden mit bis zu 80 Prozent von der Bezirksregierung Düsseldorf gefördert, der Rest wird durch Mittel der Stadt Düsseldorf finanziert.

Artenreiche Blütenwiese für Lörick
Auf einer ehemaligen Kleingartenfläche sind in den letzten Jahren mehrere Gärten aufgegeben worden. Nachdem die Aufbauten entfernt wurden, kann nun im Rheinvorland eine blütenreiche Wiese geschaffen werden. Auf einer Fläche von rund 7.000 Quadratmetern wird eine regionale Saatgutmischung ausgebracht, die viele verschiedene Kräuter und Gräser beinhaltet und im Laufe des Jahres immer wieder verschiedene Blühaspekte zeigen wird. Damit stärkt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt die Biodiversität und trägt durch die neuen blütenreichen Kräuter zum Schutz der Insekten bei.

Kopfweiden im Himmelgeister Rheinbogen
In der Nähe des Wanderparkplatzes zwischen Nikolausstraße und Kölner Weg zweigt ein Feldweg in Richtung Süden in das Naturschutzgebiet "Himmelgeister Rheinbogen" ab. Auf den dort angrenzenden Wiesen stehen viele alte Kopfweiden. Um dieses ganz besondere Biotop zu erhalten, ist alle fünf Jahre ihr Rückschnitt erforderlich. Ohne Rückschnitt würden die Bäume unter ihrer schweren Last auseinanderbrechen und als Lebensraum für Tiere verloren gehen.

Insgesamt stehen auf den Wiesen rund 250 Kopfweiden, von denen jedes Jahr rund 50 geschnitten werden. Auf der Wiese stehen so Bäume ganz verschiedener Entwicklungsstadien nebeneinander. Zusammen mit den Wiesen und Weiden bieten sie den Lebensraum für den seltenen Steinkauz, der mit mehreren Paaren im Himmelgeister Rheinbogen brütet.

Obstbaumwiese und Hochstaudenflur in der Urdenbacher Kämpe
Obstwiesen prägen das Landschaftsbild in der Urdenbacher Kämpe. Im Frühjahr beeindrucken sie Erholungssuchende durch ihren Blütenreichtum. Zudem bilden sie den Lebensraum für eine vielfältige Fauna und Flora. Auf einer Wiese nördlich des Ortsweges stehen große Pappeln und kleinere Eschen, die die Wiese samt Obstbäumen zu stark beschatten. Damit die Obstbäume wieder Licht bekommen und sich so optimal entwickeln können, werden die Pappeln und Eschen in diesem Winter gefällt. In den kommenden Jahren wird die Obstwiese durch neue, junge Bäume seltener Obstsorten komplettiert.

Ein weiterer charakteristischer Lebensraum der Urdenbacher Kämpe sind die Flutmulden. Die größte dieser Flächen erstreckt sich mit einer Länge von 1,1 Kilometern parallel zur Straße Am Ausleger. Ein Bereich wird aufgrund der meist feuchten Bodenverhältnisse nicht landwirtschaftlich genutzt. Dort hat sich eine Hochstaudenflur gebildet, die durch entsprechende Pflege und Entwicklung in einen FFH-Lebensraumtyp - einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet, das dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensräumen (Habitaten) dient - entwickelt werden soll. Dazu ist es notwendig, den Weidenaufwuchs zu entfernen, da er die Entwicklung der Hochstaudenflur behindert. Einige der Weiden werden nur gekappt, so dass sie sich zu Kopfweiden entwickeln können. Auf der Fläche erfolgt zudem eine Mulchmahd, die dazu führt, dass konkurrierende Pflanzen unterdrückt und damit die Entwicklungsbedingungen für die Hochstauden verbessert werden.

Obstbäume in mehreren Stadtgebieten
In diesem Herbst werden auf zehn verschiedenen Wiesen im Stadtgebiet - in Ludenberg, Hubbelrath, Kaiserswerth und Himmelgeist sowie in der Urdenbacher Kämpe - 60 Obstbäume gepflanzt. Der Erhalt der Bäume und der regionalen Obstsorten stärkt die Biodiversität Düsseldorfs. Um den Bestand der Obstwiesen langfristig zu sichern, wird auf einen altersmäßig gestuften Bestand geachtet. Alte Obstsorten, von denen sich einige schon seit mehreren Jahrhunderten bewährt haben, sind oft resistenter gegen viele Krankheiten. Mit dem Erhalt der alten Obstbaumsorten kann ein breit gefächerter Genpool bewahrt werden, der bei der Züchtung zukünftiger Sorten zur Verfügung steht.

 

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