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Kultur Stadtentwicklung

Rat beschließt Anmietung des Gebäudes Konrad-Adenauer-Platz 1

Oberbürgermeister Thomas Geisel und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe unterzeichnen Mietvertrag


Text: Meissner, Valentina

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am 18. Mai die Anmietung des Gebäudes Konrad-Adenauer-Platz 1 beschlossen. Heute, 19. Mai, haben Oberbürgermeister Thomas Geisel und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe den Mietvertrag unterschrieben. Die Stadt mietet 25.445 Quadratmeter im Gebäude Konrad-Adenauer-Platz 1 für 30 Jahre an, um dort einen zentralen Ort für kulturelle Einrichtungen in der Stadt zu etablieren. In diesem Gebäude soll die neue, moderne und großflächige Zentralbibliothek eingerichtet werden. Zudem werden im Objekt Theaterspielflächen für das Theatermuseum sowie das Forum Freies Theater entstehen. Das Stadtmuseum, das Theatermuseum, das Stadtarchiv und das Heinrich-Heine-Institut erhalten Depotflächen, die optimale Bedingungen für die Archivierung sowie die wissenschaftliche Arbeit bieten.

Darüber hinaus hat der Rat die Verwaltung mit verschiedenen Prüfungen zum Vorhaben, insbesondere im Hinblick auf das Theatermuseum, beauftragt. Die Verwaltung soll zudem alternativ zur Verlagerung des Schulverwaltungsamtes einen Umzug von Teilen der VHS prüfen. Der Rat hat ebenfalls entschieden, dass das Hofgärtnerhaus im Eigentum der Stadt verbleiben soll und nur in Erbpacht vergeben werden soll. 

Der Plan geht zurück auf einen Bedarfsbeschluss des Rates vom 10. Dezember 2015, mit dem der Bedarf für die Flächenerweiterung der Zentralbibliothek, für zusätzliche Flächen des Stadtarchivs, des Heinrich-Heine-Institutes, des Stadtmuseums und des Theatermuseums sowie für die Unterbringung des Schulverwaltungsamtes anerkannt wurde. Am 7. Juli 2016 fasste der Rat einen konkretisierenden Beschluss, wonach diese Bedarfe durch Flächenanmietungen im Objekt Konrad-Adenauer-Platz 1 gedeckt werden sollen.

Mit der geplanten Anmietung des Gebäudes erreicht die Stadt Düsseldorf folgende Verbesserungen:

•    Die Zentralbibliothek erhält am neuen Standort die aufgrund der hohen Nutzernachfrage dringend benötigte Vergrößerung des Besucherbereichs. Der öffentlich zugängliche Bereich im Gebäude Konrad-Adenauer-Platz wird annähernd doppelt so groß wie der derzeitige Besucherbereich im Bertha-von-Suttner-Platz. Der Zuschnitt der Flächen im Gebäude Konrad-Adenauer-Platz ist für eine Bibliotheksnutzung hervorragend geeignet und ermöglicht eine moderne, zeitgemäße Ausstattung der Bücherei mit Lesecafé, Zeitungszone, großzügiger Kinder- und Jugendbibliothek sowie Einrichtungen zum modernen Lernen. Dem veränderten Nutzerverhalten der Bibliotheksbesucher wird durch insgesamt 500 Internetzugangsmöglichkeiten Rechnung getragen.

•    In bester zentraler Lage entsteht zudem ein modernes Theaterzentrum mit zwei flexibel nutzbaren Theaterspielflächen. Im Bibliotheksbereich wird ein Veranstaltungsraum eingerichtet, der vom Theatermuseum für Theateraufführungen und von der Zentralbibliothek für Lesungen genutzt werden kann. Das Forum Freies Theater (FFT) zieht ebenfalls in das Gebäude ein. Davon profitieren alle drei Einrichtungen.

•    Der Bedarf an Depot- und Archivflächen des Stadtarchivs, des Stadtmuseums, des Theatermuseums und des Heinrich-Heine-Institutes wird gedeckt. Ermöglicht wird eine fach- und wertgerechte Archivierung bei optimalen Bedingungen für Temperatur und Luftfeuchte.

•    Der Handschriftenbereich des Theatermuseums kann an die Bibliothek angebunden werden.

•    Realisierung von benötigten Flächen für das in Gründung befindliche "Rheinische Musikarchiv" des Heinrich-Heine-Instituts. Diese bedeutende Sammlung entsteht aus einer Partnerschaft der Landeshauptstadt Düsseldorf mit der Robert-Schumann Hochschule.

•    Die Umsetzung des Projekts eröffnet nicht nur Kooperationsmöglichkeiten der Nutzer im Gebäude, sondern ermöglicht auch eine intensive Zusammenarbeit mit weiteren Kultureinrichtungen im Bahnhofsumfeld (z. B. Central und Tanzhaus NRW).

•    Der Bereich des Bahnhofsvorplatzes wird städtebaulich aufgewertet.

Die Wirtschaftlichkeit des Projekts wird durch eine Kosten-Nutzen-Analyse belegt. Darüber hinaus werden Nachnutzungsoptionen für Objekte aufgezeigt, die im Falle einer Umsetzung des Vorhabens frei werden bzw. einer anderen Nutzung zugeführt werden können.

Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Der zentrale Standort und das für Besucherinnen und Besucher attraktive Angebot im Gebäude am Konrad-Adenauer-Platz 1 ist nicht nur für alle Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für alle dort vertretenen Einrichtungen und Institute ein echter Gewinn - in punkto, Flächen, Komfort und Erreichbarkeit - und das wird sich gewiss auch in den Nutzerzahlen niederschlagen. Der Konrad-Adenauer-Platz 1 ist damit ein neuer Meilenstein und ein neues Aushängeschild für die Kulturstadt Düsseldorf."

Der Gebäudeeigentümer wird bis Ende 2020 das Gebäude auf eigene Kosten für die geplanten Nutzungen grundlegend umbauen. Der Einzug der neuen Nutzer soll 2021 erfolgen. Für die Innenausstattung der Zentralbibliothek und der übrigen städtischen Flächen sowie für Umzüge und ähnliches hat der Rat den Bedarf von circa 8,9 Millionen Euro anerkannt. Darüber hinaus hat der Rat den Bedarf für die Erstausstattung der Räume des Forum Freies Theater von rund 7,5 Millionen Euro anerkannt. Beide Kostenpositionen sind zu konkretisieren und werden dem Rat in einem Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss zur endgültigen Entscheidung vorgelegt.

"Die Erweiterung der Zentralbibliothek verbessert das Angebot für die Nutzerinnen und Nutzer als Lern- und Bildungsstätte erheblich. Mit dem Forum Freies Theater und dem Theatermuseum unter einem Dach entsteht ein lebendiger Ort der modernen kreativen Theaterszene, der Theaterpädagogik und der Theaterwissenschaft mit einer attraktiven Bandbreite für alle Altersgruppen", lobt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe das Projekt. Heutige Bibliotheksnutzer bevorzugen es, in der Bibliothek zu lesen und zu arbeiten. Dieser öffentliche Raum erfüllt auch gesellschaftlich eine kommunikative Funktion für alle Menschen, die sich bilden und studieren möchten.

Mit dem Einzug der genannten Einrichtungen in das Gebäude werden zahlreiche bisherige städtischen Flächen frei. Ein umfangreiches Nachnutzungskonzept führt mit seiner Umsetzung sukzessive zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit der Belegung städtischer und von der Stadt angemieteter Flächen.

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