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Bildung

Düsseldorf macht weiter Tempo beim Schulbau

In den Sommerferien wird mit Hochdruck gearbeitet: Laufende Maßnahmen an vier Schulstandorten vorgestellt


Text: Frisch, Michael

Die Landeshauptstadt macht ihre Schulen fit für die Zukunft. Über 700 Millionen Euro werden bis 2022 in die Düsseldorfer Schullandschaft investiert. Die Projekte werden im Rahmen der Schulorganisatorischen Maßnahmen (SOM), des Masterplans Schulen und des Förderprogramms "Gute Schule 2020" gemeinsam mit dem Schulverwaltungsamt, dem städtischen Tochterunternehmen IPM (Immobilien Projekt Management Düsseldorf GmbH) sowie mit der IDR (Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG) realisiert. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Florian Dirszus, Leiter Gesamtstädtische Koordination von schulischen Hochbaumaßnahmen und stellvertretender Leiter des Schulverwaltungsamt, sowie IPM-Geschäftsführer Manfred Kornfeld stellten am Mittwoch, 16. August, exemplarisch Bauaktivitäten an vier Schulstandorten vor: an der KGS Essener Straße, am Goethe-Gymnasium, am Heinrich-Hertz-Berufskolleg sowie an der St. Peter-Schule und Regenbogenschule.

"Zurzeit laufen an rund 50 Düsseldorfer Schulen Baumaßnahmen parallel. Die Stadt macht Tempo, damit der Sanierungsstau der vergangenen Jahre möglichst schnell aufgelöst und den Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrpersonal ausreichend und modern ausgestattete Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden können. Ingesamt werden von der Landeshauptstadt Düsseldorf mehr als 700 Millionen Euro in den Ausbau und in die Modernisierung der Schulstandorte investiert - ein Muss bei steigenden Schülerzahlen in einer wachsenden Stadt", erklärt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. 

Katholische Grundschule Essener Straße, Essener Straße 1
Der Schulstandort der katholischen Grundschule Essener Straße 1 befindet sich in Derendorf. Es handelt sich um ein mehr als 100 Jahre altes Schulgebäude (Baujahr 1908). Das Gebäude ist derzeit für eine zweizügige Nutzung, das heißt für acht Klassen, ausgebaut und ausgestattet. Bedingt durch hohe Anmeldezahlen musste zum Schuljahr 2016/2017 eine zusätzliche Eingangsklasse eingerichtet werden.

Hierzu wurde ein Raum für die Offene Ganztags Schule (OGS) in einen Klassenraum umgebaut. Der OGS-Raum wurde verlagert. Das vom Nutzer für eine Dreizügigkeit vorgegebene erforderliche Raumprogramm wird komplett im Bestandsgebäude innerhalb des bestehenden Gebäudes untergebracht. Ein Großteil der zusätzlich erforderlichen Räume wird durch die bauliche Ertüchtigung bisher nicht ausgebauter Dachflächen im Hauptgebäude sowie im Nebengebäude geschaffen. Im Dachgeschoss des Hauptgebäudes werden die vier zusätzlich notwendigen Klassenräume, ein Lehrerarbeitsraum, ein Veranstaltungsraum sowie Lagerflächen eingerichtet. Ein bisher fehlender durchgängiger zweiter baulicher Rettungsweg wird durch Erweiterung des bestehenden Nebentreppenhauses vom dritten Obergeschoss bis in das Dachgeschoss erstellt.

In der Ansicht des Hauptgebäudes zeigen sich derzeit zwei Dachformen, ein bereits für Klassenräume ausgebauter Bereich mit einem Mansarddach und ein Speicherbereich mit Satteldach. Im Rahmen der Baumaßnahme wird die Form des für die schulische Nutzung neu auszubauenden Bereichs an die Dachkontur des bereits umgestalteten Dachraums angepasst. Durch Anheben des Dachstuhls im dritten Obergeschoss und dem anschließenden Neuausbau des Dachraums entstehen zwei voneinander getrennte Mehrzweckräume. Im ersten Obergeschoss wird durch eine räumliche Umorganisation der Verwaltungsräume eine Vergrößerung des Lehrerzimmers einschließlich einer Teeküche realisiert.

In allen bestehenden Geschossen werden zusätzliche Lehrer- und Schüler-WCs geschaffen. Im dritten Obergeschoss entsteht ein barrierefreies WC mit Dusche und Wickelmöglichkeit. Während der Baumaßnahmen müssen fünf Klassenräume als temporäre Klassen-Containeranlage auf dem Schulgrundstück bereitgestellt werden.

Stand der Baumaßnahme: Die Rohbauarbeiten zur Ertüchtigung der Decken im dritten Obergeschoss sowie die neue Erschließung ins Dachgeschoss sind weitestgehend abgeschlossen. Die Abbrucharbeiten laufen in allen Geschossen, um die WC-Anlagen barrierefrei herzurichten. Die Umbauarbeiten in den Verwaltungsräumen sowie die gesamte neue Elektro- und WLAN-Verkabelung sollen in den Sommerferien abgeschlossen sein. Die neue Dachkonstruktion wird derzeit im Werk gefertigt und soll ab der 33. Kalenderwoche montiert werden. Die Neuorganisation des Verwaltungstraktes wird in den Sommerferien fertiggestellt.

Kosten und Bauzeit: Die Baukosten betragen insgesamt 3,4 Millionen Euro, die Bauzeit voraussichtlich 17 Monate. Baubeginn war im März 2016. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich Ende Juli 2018 abgeschlossen sein.

Goethe-Gymnasium,  Lindemannstraße 57
Das unter Denkmalschutz stehende Städtische Goethe-Gymnasium mit ehemaligem Rethel-Gymnasium befindet sich in Düsseltal. Das Gymnasium mit seinem pädagogischen Angebot, mit dem sprachlich-künstlerischen Schwerpunkt, wird derzeit als drei- bis vierzügige Schule geführt. Die hierfür erforderlichen Unterrichtsräume, Fachräume, Verwaltungs- und Nebenräume sowie Sportübungseinheiten können im vorhandenen Gebäudebestand nicht in ausreichender Anzahl angeboten werden. Des Weiteren weisen Klassenräume teilweise nicht die erforderliche Größe für den Schulbetrieb auf. Der Sportunterricht muss teilweise in benachbarten Sportstätten erfolgen. Die 2009 eingeführte pädagogische Übermittagsbetreuung für die Sekundarstufe I ist übergangsweise in angemieteten Räumlichkeiten untergebracht. Für eine Unterbringung der Betreuung am Schulstandort entsteht zusätzlicher Raumbedarf für eine Mensa mit Ausgabeküche und Aufenthaltsräumen.

Das Bauvorhaben beinhaltet die Erweiterung des bestehenden Goethe-Gymnasiums um Klassenräume und Verwaltungsflächen (circa 1.650 Quadratmeter) sowie um eine vollständig im Erdreich eingegrabene Zweifach-Sporthalle (circa 1.310 Quadratmeter). Der Erweiterungsneubau ist an das Bestandsgebäude angeschlossen. Der Erweiterungsneubau wird an der nord-westlichen Seite des bestehenden Schulgebäudes zur Lindemannstraße und zur Schumannstraße geplant. Aufgrund der notwendigen Verlagerung der Park- und Schulhofflächen ist  eine umfangreiche Neuorganisation und Neugestaltung der Außenanlagen erforderlich. Der gesamte Neubau ist barrierefrei konzipiert und sowohl straßenseitig als auch zur Schulhofseite ebenerdig erreichbar. Über eine Aufzugsanlage können alle Geschosse des Neubaus, das Erdgeschoss sowie das erste und zweite Obergeschoss des Bestandsgebäudes barrierefrei erreicht werden. Zusätzlich erhält das Bestandsgebäude einen Außenaufzug, der alle Bestandsgeschosse inklusive der geplanten Mensa im Untergeschoss rollstuhlgerecht miteinander verbindet. Die Maßnahme wird im laufenden Betrieb umgesetzt.

Stand der Baumaßnahme: Das erste Untergeschoss und die Bodenplatte der neuen eingegrabenen Zweifach-Sporthalle sind betoniert. Nach dem Herrichten der wasserdichten Baugrube konnte mit den Rohbauarbeiten im März diesen Jahres begonnen werden. Der Rohbau der Turnhalle soll bis Oktober fertiggestellt sein. Der gesamte Rohbau soll bis Ende des Jahres errichtet sein. Der Erweiterungsneubau wird an der nord-westlichen Seite des bestehenden Schulgebäudes zur Lindemannstraße und zur Schumannstraße geplant. Aufgrund der notwendigen Verlagerung der Park- und Schulhofflächen ist eine umfangreiche Neuorganisation und Neugestaltung der Außenanlagen erforderlich.

Kosten und Bauzeit: Die Baukosten betragen insgesamt 15,4 Millionen Euro, die Bauzeit voraussichtlich 28 Monate (in zwei Bauabschnitten). Baubeginn war im Mai 2016. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich Ende 2018 abgeschlossen sein.

Heinrich-Hertz-Berufskolleg, Redinghovenstraße 16
Bei dem Heinrich-Hertz-Berufskolleg handelt es sich um ein technisches Berufskolleg im Stadtteil Bilk. Eine Dependance befindet sich nicht weit vom Hauptgebäude entfernt an der Heerstraße 18 im Stadtteil Oberbilk. Derzeit werden rund 2.400 Schülerinnen und Schüler in den Fachbereichen Elektrotechnik, Informationstechnik und Chemie unterrichtet.

Das vorhandene Schulgebäude an der Redinghovenstraße 16 entstand in den 50er Jahren und besteht aus drei Baukörpern, die über einen aufgeständerten, eingeschossigen Verbindungsbaukörper miteinander verknüpft sind. Der nun entstehende Baukörper ergänzt diese Anlage um ein weiteres viergeschossiges Gebäude und bildet in dieser Form den Abschluss der Schulanlage. Mit räumlicher Einbeziehung des angrenzenden Franz-Jürgens-Berufskollegs und des nun entstehenden großflächigen und zusammenhängenden Schulhofs soll der Gedanke eines "Schulcampus" mit ausgeprägter gemeinsamer Identität gefördert werden.

In dem viergeschossigen Erweiterungsbau entstehen auf circa 5.500 Quadratmetern Geschossfläche 26 Unterrichtsräume und 14 modernste Laborräume für nahezu 750 Schüler, ergänzt durch Verwaltungs- und Nebenräume. Vor allem durch die Herrichtung der neuen Laborräume wird das Heinrich-Hertz-Berufskolleg mehr als bisher eine dem Stand der Technik entsprechende adäquate und zeitgemäße Berufsausbildung anbieten können. Auch wurde das Thema Inklusion in dem Erweiterungsbau umgesetzt. Das Gebäude ist barrierefrei konzipiert und mit taktilen und haptischen Markierungen an Räumen, Handläufen und Treppenstufen zur Orientierung für Menschen mit Handicap ausgestattet.

Stand der Baumaßnahme: Nach sechsmonatiger Bauzeit ist der Rohbau des viergeschossigen Gebäudes fertiggestellt - und das fünf Wochen vor dem ursprünglich geplanten Termin. Die laufende Baumaßnahme liegt innerhalb der geplanten Zeitschiene.

Kosten und Bauzeit: Das Investitionsvolumen der Stadt Düsseldorf beläuft sich auf rund 17,6 Millionen Euro - inklusive Bau und Ausstattung. Der Baubeginn des Rohbaus fand im Januar 2017 nach vorbereitenden Abbruchtätigkeiten und Maßnahmen zur Ertüchtigung des Baugrunds statt. Die Fertigstellung des Neubaus ist für das Schuljahr 2018/2019 vorgesehen.

St. Peter-Schule und Regenbogenschule, Jahnstraße 97
Die Fassade des Klassentraktes weist an der St. Peter-Schule und Regenbogenschule erhebliche Schäden auf. Seit 2008 finden regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch ein Düsseldorfer Ingenieurbüro statt, das eine stetige Verschlechterung des Zustandes bescheinigt und eine kurzfristige Sanierung empfiehlt.  Zur Verbesserung des Standortes wurden in den letzten fünf Jahren etliche Maßnahmen in einer Höhe von rund 1,5 Millionen Euro umgesetzt. Dazu zählten:

•    Sanierung der Außentoilettenanlage aus dem Konjunkturpaket II
•    Sanierung Sicherheitsbeleuchtung und elektroakustische Anlagen Turnhalle
•    Leitungssanierung und Sanierung der Sanitär- und Umkleidebereiche Turnhalle
•    Einbau Deckenstrahlplatten, Prallschutz, Innenanstrich Turnhalle
•    Fenster- und Fassadensanierung
•    Nutzungsänderung und Herrichtung der ehemaligen Hausmeisterwohnung für schulische Zwecke
•    Sanierung Rauchmelder, Sicherheitsbeleuchtung und Anpassung  elektroakustische Anlagen Hauptgebäude

Um die schulischen Einschränkungen durch die Baumaßnahmen möglichst gering zu halten und eventuelle  Sperrungen zu vermeiden, wurde über eine Machbarkeitsstudie eine Fassadensanierung in mehreren Bauabschnitten entwickelt. In drei Bauabschnitten soll die ganze Fassade saniert werden. Inhalt des ersten Bauabschnittes, der im Sommer 2016 durchgeführt wurde, war die Sanierung der Nordfassade (Giebelseite mit Kamin) und Schutzmaßnahmen für die Nutzer gegen herabfallende Bauteile an der Westfassade (Erstellung von Tunneln im Bereich der Treppenhausausgänge auf den Schulhof).

Stand der Baumaßnahme: Der zweite Bauabschnitt (Sanierung Westfassade) wird momentan ausgeführt. Die Sanierungsmaßnahmen beinhalten das Abtragen der alten Vorsatzschale aus Klinkersteinen, das Sanieren der tragenden Betonwände, die Dämmung der Wände sowie das Verkleiden der Dämmung mit Klinkerriemchen. Die Fensteranlagen werden erneuert, der Dachrandanschluss wird überarbeitet. Für den Schulstandort ist darüber hinaus eine WLAN-Vollvernetzung vorgesehen.

Kosten und Bauzeit: Die Baukosten betragen insgesamt 915.000 Euro. Baubeginn war am 10. April 2017. Mit der Fertigstellung wird im November 2017 gerechnet. Für die WLAN-Vollvernetzung fallen Kosten in Höhe von rund 42.000 Euro an.

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