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Kultur Stadtentwicklung Verwaltung

Sanierung für das Gebäude der Deutschen Oper am Rhein

Die politischen Gremien stimmen in ihren nächsten Sitzungen über 5-Jahres Plan ab


Text: Meissner, Valentina

Das Gebäude der Deutschen Oper am Rhein soll in einem 5-Jahres Plan saniert werden. Eine entsprechende Beschlussvorlage zur Herbeiführung eines Bedarfsbeschlusses wird nun den politischen Gremien vorgelegt und ist am 5. September auf der Tagesordnung des Bauausschusses, bevor es dann in den Kulturausschuss (7. September), Haupt- und Finanzausschuss (11. September) und letztendlich in den Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf in die Sitzung am 21. September geht.

Handlungsbedarf bei den technischen Anlagen
Im baulichen Bereich besteht vor allem altersbedingt ein Handlungsbedarf, wie zum Beispiel bei dem Foyerdach und bei technischen Anlagen. Für verschiedene technische Anlagen, wie die Steuerungstechnik der Züge, des Bühnenwagens und der Audio- und Videotechnik, gibt es zum Teil keine Ersatzteile mehr und eine Reparatur ist bei einem Ausfall nicht und momentan nur noch mit erheblichem finanziellem und personellem Aufwand möglich.

Anfang 2016 wurde daher ein Theaterfachplaner mit einer Bestandsaufnahme des Gebäudes und der Zusammenstellung und Priorisierung der dringlichsten Maßnahmen beauftragt. Im Ergebnis wurden Maßnahmen zur Dachsanierung, Steuerungstechnik Bühnenmaschinerie, Audio- und Videotechnik, Bühnen- bzw. Drehscheibenwagen, Barrierefreiheit der Foyeraufzüge, Bestuhlung im Zuschauerraum, zum Scheinwerferpark sowie zum Bühnenportal und zur Außenerscheinung des Opernhauses zusammengestellt.

Im Zuge der weiteren Planungen werden die Einzelmaßnahmen zur Sanierung der Oper noch einmal kritisch auf ihre Erforderlichkeit hinterfragt sowie nach Dringlichkeit priorisiert.

Dachsanierung
Die Dachsanierung ist dabei eine vorrangig zu bearbeitende Maßnahme. Das Dach bzw. die Decke über dem großen Foyer ist als Perfekta-Decke, Fertigteilelement aus den 50er Jahren, ausgebildet. Mit einer Sanierung 2006/2007 kam die Decke an die Grenze der statischen Belastbarkeit als diese drei neue Entrauchungsventilatoren und erforderliche abgehängte Lüftungskanäle zusätzlich zur zu berücksichtigenden Schneelast aufnehmen musste. Zum damaligen Zeitpunkt wurde von einer umfangreichen und damit bauzeitverlängernden Dachsanierung abgesehen und regelmäßige Kontrollmessungen festgelegt.

Bei der diesjährigen Untersuchung der schadhaften Dachabdichtung und deren geplanter Erneuerung wurde festgestellt, dass an einigen Stellen Wasser in die Konstruktion gelangt ist.  

Die ersten statischen Untersuchungen haben zum Ergebnis, dass zumindest ein Teil der Perfekta-Decken ausgetauscht oder umfassend saniert werden muss. Ein im August durchgeführter Lastmessversuch hat ergeben, dass eine akute Gefährdung ausgeschlossen ist. Aussagen zu den Umsetzungszeiten der Maßnahme und zu den Kosten können erst mit einer Planung getroffen werden.

Gesamtkostenrahmen
Der  Gesamtkostenrahmen für die Maßnahmen beträgt nach derzeitigem Stand rund 18 Millionen Euro. Die Maßnahmen sollen gebündelt in sinnvolle Maßnahmenpakete über einen Zeitraum von 5 Jahren unter Berücksichtigung der komplexen inhaltlichen und terminlichen Zusammenhänge, unter anderem Planung der Spielzeit, Verpflichtung von Künstlern, möglichst jeweils in verlängerten spielfreien Sommerpausen umgesetzt werden.

Hintergrund: Das Opernhaus wurde 1873 errichtete
Das Opernhaus wurde ursprünglich 1873 errichtete und zwischen 1954 und 1956 in sein heutiges Erscheinungsbild umgebaut. Zuletzt wurde es zwischen April 2006 und August 2007 für rund 30,7 Millionen Euro saniert. Die Bühnentechnik aus dem Jahre 1955 wurde durch fünf neue Doppelstockbühnenpodien ersetzt. Das Lüftungssystem für das Zuschauerhaus wurde erneuert, Gebäude-, Arbeits- und Sicherheitstechnik wurden auf den notwendigen Stand gebracht. Das Haus wurde durch eine Aufstockung für einen Orchester- und Ballettprobensaal erweitert.

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