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Wirtschaft

Lessing-Schüler gewinnen mit digitalem Schulplaner deutschlandweiten Businessplan-Wettbewerb

1. Platz für Schüler-Start-up CodingBrain in der Kategorie "Digital Life" beim Wettbewerb der "Startup Teens"


Erstellt:
Text: Frisch, Michael

Das Düsseldorfer Schüler-Start-up CodingBrain hat den 1. Platz in der Kategorie "Digital Life" beim bestdotierten Businessplan-Wettbewerb der "Startup Teens" in Deutschland gewonnen. Die Schüler Nils Reichardt, Kai Beisheim, Niclas Mantz und Charlotte Baumgarten des Lessing-Berufskollegs freuen sich über das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Das junge Start-up hat den digitalen Schulplaner "Sharezone" entwickelt. Die Handy-App ermöglicht es, Hausaufgaben, Termine, Stundenplan, Arbeits- und Informationsblätter einfach und schnell digital mit der kompletten Klasse beziehungsweise dem kompletten Kurs zu teilen.

Schüler Nils Reichardt erklärt die Idee zum Schulplaner: "Grundsätzlich scheitert es daran, dass die meisten Schüler keine Lust haben, alle Hausaufgaben in ein Hausaufgabenheft zu schreiben. Deswegen wurde bei uns in der Klassengruppe auf WhatsApp jeden Tag gefragt, welche Hausaufgaben wir machen müssen. Da die Frage aber jeden Tag gestellt worden ist, hatte irgendwann keiner mehr Lust, zu antworten. Dadurch wusste man aber nicht mehr, was man alles noch erledigen muss. Deswegen bin ich auf die Idee gekommen, einfach einen digitalen Schulplaner zu entwickeln, der die ganze Klasse zusammenführt."

Die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt unterstützt im Rahmen ihrer Start-up-Initiative mehrere Projekte zur Förderung von Unternehmergeist und Programmierfähigkeit junger Menschen. "Wir wollen junge Leute für die Themen Unternehmertum und Selbständigkeit begeistern und ihnen durch die verschiedenen Angebote die Möglichkeit geben, mal in die Welt eines Start-ups einzutauchen", sagt Uwe Kerkmann, Leiter der Wirtschaftsförderung. Daher half die Wirtschaftsförderung bei der Organisation der erstmalig in Düsseldorf stattfindenden Auftaktveranstaltung des "Startup Teens"-Wettbewerbs im März sowie bei den Vorbereitungen für das Treffen zwischen Teams und Mentoren im Mai tatkräftig. Als feststand, dass CodingBrain sich für das Finale in Berlin qualifiziert hatte, arrangierte die Wirtschaftsförderung kurzerhand ein Präsentationscoaching für das Düsseldorfer Team.

Stichwort: Sharezone
Sharezone ist ein digitaler Schulplaner, der dank neuster Cloud-Technologie die schulische Organisation aus der Steinzeit in das digitale Zeitalter befördert. Mit einem Hausaufgabenheft, Terminplaner, Stundenplan und einem File-Sharing-System bietet Sharezone alles, was ein Schulplaner benötigt. Dank der Cloud-Funktion arbeitet die Klasse oder ein Kurs zusammen an einem Schulplaner. Das heißt, sobald ein Schüler oder eine Lehrkraft eine Hausaufgabe in das Hausaufgabenheft einträgt, wird dieser Eintrag direkt mit der ganzen Klasse beziehungsweise dem Kurs geteilt.

Das File-Sharing System macht den Alltag einer Lehrkraft sehr einfach, da diese nie wieder Schlange am Kopierer stehen muss, sondern einfach per Handy die Informationszettel mit der Klasse teilen kann. Dank der Benachrichtigungsfunktion werden die Schüler zudem immer an nicht gemachte Hausaufgaben und anstehende Klausuren erinnert. Eltern können zudem direkt mit den Lehrkräften über die App kommunizieren. Dazu kann der Schüler zum Beispiel den Terminplaner und den Stundenplan mit der ganzen Familie teilen, wodurch auch die Eltern aktuell informiert sind.

Hintergrundinformationen: Startup Teens
Die Startup Teens GmbH richtet einen Businessplan-Wettbewerb für 14- bis 19-Jährige aus verschiedenen Städten aus. In sieben Kategorien (Preisgelder von jeweils 10.000 Euro) treten die Teams gegeneinander an, werden dabei durch Workshops, Events, Mentoring und  Online-Videos unterstützt. Kick-off-Veranstaltung in Düsseldorf war erstmalig am 17. März im Flughafen Düsseldorf im Terminal B. Am 29. Juni war dann das Finale in Berlin.

Ziel ist es, bereits bei Schülerinnen und Schülern den "Geist" für innovative Ideen zu wecken. Sie sollen angeregt werden, Ideen zu entwickeln, voranzutreiben, und für diese zu werben und auch mit Rückschlägen umzugehen. Dazu steht durch den Veranstalter Startup Teens GmbH ein Netzwerk bereit. Zuletzt haben die Startup Teens als eine von sieben Initiativen den Startsocial Award der Kanzlerin überreicht bekommen.

Für die Startup-Teens-Challenge 2018 hatten sich 2230 Jugendliche mit über 250 Geschäftsideen aus ganz Deutschland beworben. Infos auch unter: www.startupteens.de

Start-up-Initiative Düsseldorf
Seit 2015 ist die Zahl der der Wirtschaftsförderung bekannten Start-ups von 135 über 2016 mit 251 auf rund 300 Start-ups in 2017 gestiegen. Hinzu gerechnet werden müssen dazu noch neun Start-up-Alumnis, das heißt ehemalige Start-ups, die seit mehr als zehn Jahren erfolgreich am Markt sind und deshalb aus der seit 2015 geführten Statistik herausgefallen sind. Dazu gehören zum Beispiel trivago, auxmoney oder secusmart. Ältere Zahlen stehen nicht zur Verfügung, da vor der Start-up-Initiative in der Statistik der Wirtschaftsförderung nicht zwischen Gründerinnen und Gründern und Start-ups im engeren Sinne unterschieden wurde.

Insgesamt gibt es (Stand Ende 2017) 2115 Arbeitsplätze bei aktuellen Start-ups. Rechnet man die 1645 Arbeitsplätze bei den Start-up-Alumnis hinzu, sind dies insgesamt 3760 Arbeitsplätze. Ende 2016 waren es 3008 Arbeitsplätze. Im Jahr 2017 sind mindestens 48 Millionen Euro Venture Capital in Düsseldorfer Start-ups investiert worden (soweit Zahlen verfügbar).

Weitere von der Wirtschaftsförderung unterstützte Projekte
Technik der Zukunft: Ein weiteres Beispiel, bei dem Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler von der Wirtschaftsförderung mit Start-ups zusammengebracht werden, ist das Kooperationsprojekt zwischen dem Competence Center Begabtenförderung - CCB (seit Januar 2018 in die Stiftung Haus der Talente übergegangen) und dem IOX-Lab im Düsseldorfer Hafen. Die Wirtschaftsförderung unterstützt das Projekt finanziell und vernetzt auch die beiden Kooperationspartner. Start war im Oktober 2017.

Ziel des Projekts ist es, dass Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Düsseldorfer Schulen in einem Team einzelne Roboterteile bauen, zusammensetzen und anschließend programmieren. Das IOX-Lab, ein innovatives Düsseldorfer Start-up-Unternehmen der IT- Branche, stellt dafür sein Labor mit 3D-Druckern zur Verfügung und begleitet die Schülerinnen und Schüler fachkundig gemeinsam mit CCB-Robotikdozenten über die gesamte Projektlaufzeit.

Unterstützung des MINT-Netzwerkes Düsseldorf
Seit rund sechs Jahren gibt es das MINT-Netzwerk Düsseldorf (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Ziel ist es, einen Beitrag für die Zukunft des technischen Nachwuchses, der regional ansässigen Unternehmen und der Region Düsseldorf zu leisten. Seit Januar ist das Netzwerk Bestandteil des zdi "Zukunft durch Innovation"-Netzwerkes. Hier werden Schulen, Unternehmen und Hochschulen vernetzt, naturwissenschaftliche und technische Bildung gefördert und den Schülerinnen und Schülern so Berufs- und Studienorientierung gegeben. Die Wirtschaftsförderung ist Partner des MINT-Netzwerkes und bringt die verschiedenen Akteure in Düsseldorf zusammen.
 
Praktisch will man Talente entdecken, den Nachwuchs fördern, Berufsbilder vorstellen, den Unterricht ergänzen und mehr Praxis vermitteln. Letztendlich bedeutet dies, frühzeitig für MINT-Berufe zu werben und damit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Düsseldorf und zur Innovationsfähigkeit des Standortes zu leisten. Infos: www.mint-duesseldorf.de

Code+Design FeMales Camp 2018
Insbesondere Mädchen und junge Frauen sollen mit diesem Format ermutigt werden, ihre Fähigkeiten in der digitalen Welt zu entdecken: Vom 16. bis 18. März 2018 fand zum ersten Mal das Code+Design FeMale’s Camp in Düsseldorf statt. Mädchen und Jungen sowie junge Frauen und Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren konnten drei intensive Tage lang an spannenden Hard- und Software-Projekten arbeiten und unter der Anleitung von professionellen Coaches neue Technologien kennenlernen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Die Wirtschaftsförderung unterstützte die Initiative als Sponsor. Infos: www.femaleinnovationhub.de/females-camp/

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